Bad Brückenau
Stadtrat

Bad Brückenau: Krippe wird erweitert

Es gibt nicht genug Krippenplätze im Kindergarten Regenbogenland. Nun möchte die Stadt fast eine Million Euro ins Gebäude investieren.
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Mittagsschlaf: Ennie (vorne) und Katie besuchen die Krippe im Kindergarten Regenbogenland. Foto: Ulrike Müller
Mittagsschlaf: Ennie (vorne) und Katie besuchen die Krippe im Kindergarten Regenbogenland. Foto: Ulrike Müller
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Ausgelassen flitzen die Kinder über den Flur im Untergeschoss des Kindergartens Regenbogenland. 15 Krippenplätze gibt es hier, sie sind alle belegt. Fünf Kinder stehen auf der Warteliste. Deshalb hatte Kindergartenleiterin Alexandra Fürst schon länger beantragt, das Gebäude in der Stollstraße zu erweitern. Erste Pläne dazu legte Architekt Rudolf Röbig aus Schondra in der jüngsten Sitzung des Stadtrats am Dienstag vor.


Viel Geld für den Brandschutz

Leicht versetzt soll ein Gebäudeteil an den bestehenden Bau angefügt werden. Im Erdgeschoss entsteht so ein neuer Speiseraum mit Küche, außerdem bekommt jede Gruppe einen Nebenraum. Die aktuelle Küche wird zum Personalraum und eine behindertengerechte Toilette soll eingerichtet werden. Ein Unterstellplatz für Kinderwagen ist vorgesehen. Im Untergeschoss kommen zwei Krippenräume hinzu, eine Teeküche und ein Lichthof für die Schlafräume werden gebaut. Der Brandschutz wird auf den neuesten Stand gebracht, auch eine Hausalarmierungsanlage ist geplant.

"Ich verstehe nicht, warum eine Teeküche mehr als 30.000 Euro kosten muss", stellte Kurt Abersfelder (CSU) in den Raum und auch anderen Stadträten war anzumerken, dass sie über die hohen Kosten erschrocken waren. Insgesamt listete Röbig rund 923.000 Euro auf. Die größten Posten sind der Anbau selbst mit rund 260.000 Euro, der Brandschutz (rund 170.000 Euro) und die technische Gebäudeausrüstung (rund 110.000 Euro). "Können wir das finanziell stemmen?", fragte Eberhard Schelle (PWG).

Leo Romeis, in der Stadtverwaltung für Finanzen zuständig, zeigte sich optimistisch. Er rechne mit einer Förderquote von mindestens 70 Prozent. Dazu kämen 9800 Euro, die pauschal für jeden der 15 neu geschaffenen Plätze als Zuschuss gezahlt würden. "Die Regierung von Unterfranken würde diesen Weg voll mitgehen", berichtete Romeis und fügte an: "Ich rechne mit einem Eigenanteil für den städtischen Haushalt von rund 190.000 Euro."


Baustart 2017 möglich

Kindergartenreferent Florian Wildenauer (SPD) befürwortete das Projekt absolut. "Die Zahl erscheint im ersten Moment mächtig", gab er zu. Die Stadt könne ihren Familien aber ein nahezu generalsaniertes Objekt anbieten. "Wann, wenn nicht jetzt?", fragte Wildenauer gleich dreimal. Auch Dieter Seban (CSU) lobte die Pläne als "toll gelungen" und Dirk Stumpe (PWG) erkundigte sich, was ein Neubau kosten würde. Mit rund 2,6 Millionen läge der doch weit über der jetzt im Raum stehenden Investitionssumme, so dass der Stadtrat einstimmig für den Planungsentwurf votierte.

Im nächsten Jahr könnte es mit den Arbeiten schon losgehen. Architekt Rudolf Röbig rechnet mit einer Bauzeit von ungefähr acht Monaten. Für die Überbrückungszeit habe sich das Team vom Kindergarten schon Gedanken gemacht, berichtete Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). Es sei nicht nötig, alle Gruppe umzuquartieren. Es gebe aber die Überlegung, eine Waldkindergarten-Gruppe aufzubauen. Diese Idee sei allerdings noch nicht abschließend mit allen zuständigen Stellen abgesprochen, sagte die Rathaus-Chefin.


Punkt für Punkt aus dem Stadtrat:

Breitband Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) machte darauf aufmerksam, dass auch die Stadt Bad Brückenau einen Förderbescheid der jüngsten Breitbandförderung durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erhalten hat. Als Sprecherin der Rhönallianz sei sie nach Berlin gereist, um den Bescheid persönlich in Empfang zu nehmen. Bei der nachträglichen Übergabe an weitere Kommunen im Landkreis Bad Kissingen sei die Stadt in der Auflistung schlicht vergessen worden. Die Förderung beinhaltet Beratungsleistungen für den Breitbandausbau in Höhe von rund 50.000 Euro.

Resolution Einstimmig verabschiedete der Stadtrat eine Resolution, die sich gegen die Schließung des Schaeffler-Werks Elfershausen ausspricht.

Rhönallianz Auch die Stadt Bad Brückenau stellt sich hinter das kommunale Förderprogramm der Rhönallianz. Damit sollen Leerstände in den Ortskernen gezielt angegangen werden. In Bad Brückenau könnten vor allem die Ortsteile davon profitieren. Für die Kernstadt gibt es ein anderes Förderprogramm im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms "Stadtumbau West".
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