Wildflecken

Alfred Schrenk erhält Kommunale Verdienstmedaille

Alfred Schrenk ist ein SPDler mit Herzblut. Seit 42 Jahren mischt er in der Kommunalpolitik mit. Doch der Sozialdemokrat war nicht immer rot.
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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann überreichte am Mittwochnachmittag in Nürnberg Alfred Schrenk die Kommunale Verdienstmedaille in Silber. Foto: Bayerisches Staatsministerium des Innern
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann überreichte am Mittwochnachmittag in Nürnberg Alfred Schrenk die Kommunale Verdienstmedaille in Silber. Foto: Bayerisches Staatsministerium des Innern
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Er ist einer, der sich einmischt. Schon als Schüler saß Alfred Schrenk im Klassenparlament. Allerdings sympathisierte er damals mit der FDP. Ein schönes, volles Leben später sitzt er als Stellvertreter des Landrats im Kreisrat. Für die SPD natürlich, der er seit 1975 angehört. Am Mittwoch verlieh der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Schrenk die Kommunale Verdienstmedaille in Silber.

Von Oberbach nach Wildflecken

In die Politik freilich geriet Schrenk nicht aus Versehen. Sein Onkel, Karl Schrenk, war Bürgermeister in Oberbach und Taufpate des kleinen Alfred. "Du bist mein Patenkind, du musst kandidieren", sagte er dem jungen Mann, als der gerade Anfang 20 war. Also ließ sich Schrenk aufstellen. Der Onkel, selbst zwar parteilos, war für die SPD angetreten. Also stand auch Alfred Schrenk auf der Liste der Sozialdemokraten - und wurde 1972 prompt in den Gemeinderat gewählt.

Da saß er dann, der junge Ehemann und Vater, der als Lehramtsanwärter Klassen mit bis zu 52 Schülern unterrichtete. Nebenher gründete er den Rhönklub-Zweigverein Oberbach, dem er 33 Jahre vorstand. "Es war eine Zeit des Lernens", sagt Schrenk über die ersten Jahre in der Kommunalpolitik. Er brachte viele Ideen mit - und eckte als Neuling bei so manch' altgedientem Gemeinderat an. Schrenk merkte schnell, als Einzelkämpfer kommt er hier nicht weiter.

"Deshalb bin ich überhaupt in die SPD eingetreten", erzählt Schrenk. In seinem Büro hängt ein Bild von Willy Brandt (SPD). Kaum Mitglied, wurde er schon zum Vorsitzenden des Ortsvereins Oberbach-Riedenberg gekürt, mit der Eingemeindung im Jahr 1978 wechselte er an die Spitze des Ortsvereins Wildflecken. "Willi Kusch hat mich in die Wildfleckener Kreise eingeführt. Das war ein großes Glück", sagt Schrenk über den bereits verstorbenen Genossen.

Bürgermeister von Wildflecken

Drei Anläufe brauchte Schrenk, bis er im Jahr 2002 schließlich als Bürgermeister des Marktes Wildflecken gewählt wurde. 1990, beim zweiten Versuch, fehlten im sechs Stimmen zu seinem Kontrahenten Walter Gutmann (CSU). Über Jahre prägte das schwierige Verhältnis der beiden Männer die Arbeit des Gemeinderats. Auch nach dem Ausscheiden Gutmanns und dem Wahlsieg Schrenks als Bürgermeister verheilten die Wunden, die parteipolitische Grabenkämpfe geschlagen hatten, nicht sofort.

Als Bürgermeister erreichte Schrenk viel. Die Belebung der Fleischhauer- und Schlesierstraße durch das "Wildfleckener Modell", die Ansiedlung von Tankstelle und Supermarkt oder die Übernahme der ehemaligen Rhönkaserne Oberwildflecken von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben "zum Nulltarif", das sind Erfolge, auf die Alfred Schrenk stolz ist.

Es waren zum Teil langwierige Verhandlungen und harte Kämpfe, die diesen Erfolgen vorausgegangen waren. "Ich brauche ab und an mal Gegenwind", sagt Schrenk, "das spornt mich an." Der Rückhalt der Bürger, die ihn zunächst als Gemeinderat (1972-2002), dann als Bürgermeister (2002-2014) und seit 1984 in den Kreisrat wählten, bedeutet ihm viel.

Und noch etwas anderes braucht der Macher, der bisweilen auch einmal einen dicken Kopf an den Tag legen kann. "Ich brauche die Menschen. Ich brauche sie auch heute noch."
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