Bischofsheim an der Rhön
Tradition

96. Heidelsteinfeier: Sich treffen, um zu gedenken

Aus allen Regionen der Rhön kamen die Wander- und Rhönfreude zur alljährlichen Heidelsteinfeier, zu ihrer Gedenkfeier, zusammen, um allen verstorbenen und gefallenen Rhönklub-Mitgliedern und Rhönfreunden zu gedenken. Es war die 96. Heidelsteinfeier, die traditionell immer am dritten Sonntag im September stattfindet.. 
Artikel drucken Artikel einbetten
Zahlreiche Rhönklub-Mitglieder waren zur 96. Heidelsteinfeier gekommen. Foto: Marion Eckert
Zahlreiche Rhönklub-Mitglieder waren zur 96. Heidelsteinfeier gekommen. Foto: Marion Eckert
+7 Bilder

Wieder einmal herrschte strahlender Sonnenschein auf dem Heidelstein zur 96. Heidelsteinfeier. Gut gelaunte Wanderer lagerten sich rund um das Ehrenmal, es wurden Brotzeit gehalten, die Sonne genossen und alte und neue Freunde begrüßt.

Begrüßt wurden die vielen Wanderer und Rhönklubler vom Vizepräsident Bernd Günder, der den Rhönklub-Präsidenten Jürgen Reinhardt krankheitsbedingt entschuldigte. Sein besonderer Gruß galt Oberelsbachs Bürgermeisterin Birgit Erb, die in diesem Jahr die Gedenkrede zum Thema   "Nachhaltigkeit und Wandern" hielt.  Die musikalische Umrahmung der Gedenkfeier mit verschiedenen Musikstücken übernahm der Musikverein Fulda-Neuenberg unter der Leitung von Simone Stenzel. Günder dankte allen Wanderfreunden, dass sie zum Heidelstein herauf gewandert sind. "Das zeigt auch, dass sie sich mit der Heidelstein-Gedenkfeier für unsere Verstorbenen Rhönklub-Mitglieder verbunden fühlen. So sollte es auch bleiben."

Verlesen der Namen der Verstorbenen zentrale Handlung

Er bat sie auch weiterhin um ihre Treue, damit die Heidelstein-Gedenkfeier mit ihrer fast 100-jährigen Tradition nicht an Wert unter uns Rhönklub-Freunden verliere. Das Totengedenken und Verlesen der Namen der Verstorbenen sowie die Kranzniederlegung sind zentrale Handlungen im Rahmen der Heidelsteinfeier. Dies werde beim Rhönklub ganz bewusst so gehandhabt, um den Tod und dem Sterben, in einer modernen Welt, die den Tod in Krankenhäuser und Hospize verlegt habe, Raum zu geben. Bernd Günder verlas eine Ansprache den Rhönklub-Präsidenten zu diesem Thema: "1923 wurde in der Rhön auf dem Heidelstein ein Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Wanderfreunde errichtet. Die Inschrift auf dem Ehrenmal kündet noch von den zahlreichen Toten, die aus den Reihen der Rhönklub-Mitglieder ihr Leben für Deutschland lassen mussten. Bereits 21 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, am 1. September 1939, also vor genau 80 Jahren, ging von Deutschland ein weiterer schwerer Krieg mit wesentlich mehr Toten, wie sie der Erste Weltkrieg gefordert hatte, aus. Seit 1945 leben wir hier in Mitteleuropa ohne kriegerische Auseinandersetzungen, und dafür müssen wir allezeit dankbar sein. Betrachtet man aber das Weltgeschehen, kann es einem ganz anders werden. Um die vermeintliche Weltherrschaft zu erlangen, lassen Diktatoren ihre 'Muskeln' spielen und drohen mit ihren Atomwaffen, zumindest Teile unserer Welt zu zerstören. Was durch Kriege nicht zerstört wird, wird ein Opfer des Klimawandels." Mittlerweile sei die Gedenkfeier am Heidelstein eine Feier, um aller verstorbenen Rhönklub-Mitglieder zu gedenken, dies waren seit der letzten Feier 328 Rhönklub-Mitglieder. Ihnen zu Ehren wurde der Kranz  niedergelegt.

Nachhaltigkeit und Wandern

In ihrem Vortrag stellte Oberelsbachs Bürgermeisterin Birgit Erb die Verbindung von Nachhaltigkeit und Wandern anhand ökologischer, ökonomischer und sozialer Eckpunkte ausführlich da. Wandern bezeichnete sie als eine nachhaltige Freizeitbeschäftigungen, die zur Bereicherung der Lebensqualität beitrage. Wandern bekommt durch Blick auf Nachhaltigkeit ein modernes Profil und passe zu einem solchen Lebensstil. Wandern sei ein sanfter Natursport, stärke den Naturbezug , benötige nur eine minimale technische Infrastruktur und unterscheide sich in dieser Hinsicht von vielen Trendsportarten. Aber auch für Wanderer mit gehobenen Ansprüchen sei diese Freizeitaktivität möglich, denn gerade die Rhön biete mit dem Premiumwanderweg und den vielen Rhönklubwanderwegen zahlreiche Möglichkeiten. Wandern verhelfe zudem auch zu mehr Gelassenheit und Entschleunigung und trage damit zum persönlichen Wohlbefinden bei.  Wandern habe aber auch für eine Wanderregion wie die Rhön wirtschaftliche Aspekte im Bereich des Wandertourismus.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren