Volkers
Asylbewerber

100 Flüchtlinge im Rhön-Hotel Berghof in Volkers erwartet

Die Regierung von Unterfranken möchte im ehemaligen Hotel eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge schaffen. Die Bürger wollen bei der Integration helfen. Doch das können sie nicht allein.
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Das Rhön-Hotel Berghof in Volkers wird aktuell renoviert. Bei einer Ortsbegehung machten sich die Bürger ein Bild vom Anwesen. Foto: Beatrix Lieb
Das Rhön-Hotel Berghof in Volkers wird aktuell renoviert. Bei einer Ortsbegehung machten sich die Bürger ein Bild vom Anwesen. Foto: Beatrix Lieb
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Stimmungsgeladen, abwechslungsreich und lebhaft war die Bürgerversammlung im Ortsteil Volkers am Mittwoch. "Die Aufnahme von Asylanten im ehemaligen Rhön-Hotel Berghof hier in Volkers ist die größte Herausforderung seit meinem Amtsantritt", sagte Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). "Diese können wir nur gemeinsam angehen."

Auch einige Vertreter aus Kirche, Verbänden und Vereinen waren gekommen. Zunächst besichtigte die Gruppe das ehemalige Hotel, das laut Thomas Weingart, leitender Regierungsdirektor für Flüchtlingsbetreuung und Integration bei der Regierung von Unterfranken, ab Mai, spätestens ab Juni bis zu 100 Asylbewerber aus verschiedenen Ländern beherbergen soll. Danach konnten die Bürger ihre Fragen loswerden.

Weingart allerdings legte den Schwerpunkt mehr aufs Reden. Allzu ausführlich berichtete er über die Flüchtlingsströme der letzten 20 Jahre, bevor er zu des Pudels Kern kam: Dem Bezirk Unterfranken wird aufgrund des Verteilerschlüssels für 2014 pro Monat rund 165 Asylbewerber zugeteilt. Konkret heißt das, etwa 2000 Menschen pro Jahr.


Nicht alles bleibt an den Bürgern hängen

So manche Frage nahm der Regierungsvertreter vorweg: es sei nicht bekannt, aus welchen Ländern die Asylbewerber kommen werden, zu erwarten seien allerdings vor allem Russen, Syrer, Äthiopier und Kubaner: "Bei 50 Personen können Sie mit zehn Nationalitäten rechnen!" Voraussichtlich am 6. Mai wird die Regierung das ehemalige Hotel als Mieter übernehmen, "zunächst für zehn Jahre".

Die Behörden versorgen die Menschen mit den Gegenständen des täglichen Lebens. "Dann müssen sich die Bewohner selbst versorgen", stünden jedem Haushaltsvorstand 140 Euro für Verpflegung im Monat zu, für Familienangehörige gelten abgestufte Pflegesätze. Als Barbetrag käme die gleiche Summe noch mal dazu. Ein Verwalter wird als Ansprechpartner vor Ort für die Flüchtlinge da sein. Es bleibt also nicht alles an den Bürgern hängen.

Im Laufe des Abends wurde klar: die Volkerser sind bereit, sich ehrenamtlich einzubringen, um Integration möglich zu machen. Thomas Kötzner warf die Frage in den Raum: "Will man seitens der Regierung überhaupt, dass diese Menschen integriert werden?", da die Aufenthaltsdauer im Durchschnitt nur bei sieben bis acht Monaten liegt. "Nur wenn die Brückenauer mitmachen, kann das gelingen", fühlt sich nicht nur Elisabeth Brust der neuen Situation nicht gewachsen.


Konkrete Tipps aus Hammelburg

Schützenhilfe kam aus Hammelburg. Auf Einladung der Bürgermeisterin gaben Christian Fenn und Annemarie Fell vom "Freundeskreis Asylanten" hilfreiche und praxisnahe Tipps für den Start. "Bauen Sie eine gute Organisation auf", sagte Fell. "Vernetzen Sie sich, es ist eine Arbeit, die Spaß macht." Gleichzeitig warnte sie aber auch vor zu viel Engagement. Es dürfe nicht alles kostenlos zur Verfügung gestellt werden und "verwöhnen" solle man die Asylbewerber auch nicht.

Meyerdierks wollte die Bürgerversammlung nur als erste Informationsveranstaltung verstanden wissen: "Wir werden bald ein Treffen organisieren, bei dem es ausschließlich um diese Thematik geht!"

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