Bad Brückenau
Trauer

Bad Brückenau nimmt Abschied von Paul Löhmer

Rund 400 Besucher erwiesen dem langjährigen Kino- Betreiber und Träger des Kulturehrenbriefes Paul Löhmer die letzte Ehre. In Worten und Gitarrenklängen erzählte Pfarrer Gerd Kirchner den Tod auf dem Nürburgring nach.
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Eine große Trauergemeinde geleitete am Freitag die Urne von Paul Löhmer auf den Alten Friedhof. Löhmer war   am 24. September auf dem Nürburgring tödlich verunglückt. Fotos: Ralf Ruppert
Eine große Trauergemeinde geleitete am Freitag die Urne von Paul Löhmer auf den Alten Friedhof. Löhmer war am 24. September auf dem Nürburgring tödlich verunglückt. Fotos: Ralf Ruppert
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Auch fast vier Wochen nach Paul Löhmers tragischem Tod können es Familie, Freunde und Verwandte kaum fassen. "Dieser Tod ist so sinnlos und so leer - wie ein Baum aus unserer Mitte riss er unvernarbte Wunden", versuchte Pfarrer Gerd Kirchner dennoch, die Fassungslosigkeit in Worte zu fassen. Biker-Freunde, Jugendliche, Geschäftsleute, Kommunalpolitiker: Sie alle trauerten zusammen mit der Familie.

Eine lange schwarze Menschenschlange empfing die rund 400 Kirchenbesucher zu beiden Seiten des Eingangs, die meisten trugen sich in die Kondolenzlisten ein, bevor sie das Gotteshaus betraten, in denen großformatige Bilder aus seinem Leben an Paul Löhmer erinnerten. "Das eine ist der Schmerz, das andere die Freude, diesen ganz besonderen Menschen gekannt zu haben", gab Kirchner der Trauer eine Stimme.

Zusammen mit seinem Sohn Robin Kirchner stellte der evangelische Geistliche den Unfall auf dem Nürburgring in Klängen und Sätzen nach: Paul Löhmer war am 24. September im Alter von 63 Jahren bei einer Fahrt auf der Rennstrecke gestürzt und von einem nachfolgenden Motorrad tödlich verletzt worden.

Trauer bis nach Japan


"Keep on riding, da wo Du jetzt bist!" schreibt User "Klausdorth" auf unserem Internet-Portal infranken.de. In Japan habe er die traurige Nachricht erhalten und sei sprachlos. "Zwölf Jahre zusammen bei der US Armee gewesen, ein Helfer zu jeder Zeit, immer bereit anderen beizustehen. Wir werden ihn nicht vergessen", schreibt er weiter.

"Danke für die glücklichen Augenblicke, Danke für das Leben, dass du dieser Stadt, deiner Familie, vielen Freunden gegeben hast", sagte Kirchner und forderte die Kirchenbesucher auf, Kerzen aufzustellen. Als weitere Geste gab es nach der Urnen-Beisetzung eine Kino-Sondervorstellung in den "Rhön-Lichtspielen": Löhmers Lieblingsfilm "Forrest Gump" war zu sehen: "Damit auch dieser Ort heute belebt ist", war es eine Art Vermächtnis in den "Rhön-Lichtspielen".

Familie kann das Kino nicht weiterführen


"Wir als Familie können das Kino nicht weiterführen", sagt Witwe Carola Löhmer. Ihre drei Kinder im Alter von 17, 20 und 21 Jahren sind noch in der Ausbildung, alleine die Technik sei eine riesige Herausforderung. "Wir hoffen, dass die Stadt da vielleicht eine Lösung findet."

"Ich weiß, dass viele das Kino gerne erhalten würden", sagt Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). Bis gestern sei die Beerdigung im Vordergrund gestanden, vermutlich noch in der kommenden Woche sollen nun alle an einen Tisch geholt werden, die an der Erhaltung der "Rhön-Lichtspiele" mitwirken könnten. Bereits in den 1990er Jahren hatte sich ein Verein der Kino-Freunde gegründet, der ein oder andere stand auch schon mal am Projektor.

"In Würzburg wurde ein altes Kino wohl mit einer Genossenschaft gerettet", hat Meyerdierks bereits erfahren. Die Verwaltung kläre derzeit die rechtlichen Rahmenbedingungen, um eine Versammlung vorzubereiten. Klar sei aber: "Wenn wir keine Leute, die da mitmachen, finden, können wir das als Stadt alleine nicht angehen." Deshalb soll der Termin auch möglichst bald festgelegt und bekannt gegeben werden.

Den Bericht zum Tod Löhmers finden Sie hier.
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