Bad Brückenau
Stadtrat

Bad Brückenau: Hightech-Tafeln für Mittelschule

Die Stadtvertreter investieren 181.100 Euro in die Medien-Ausstattung. Für Schulleiterin Birgit Herré macht auch die Dokumenten-Kamera durchaus Sinn.
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Mit der Hand malt Konrektor Marco Genzler Noten auf den interaktiven Bildschirm. Foto: Ulrike Müller
Mit der Hand malt Konrektor Marco Genzler Noten auf den interaktiven Bildschirm. Foto: Ulrike Müller
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Mit wenigen Bewegungen wischt Marco Genzler über das Display. Schon verwandelt sich die Tafel in ein Notenblatt. Mit dem Finger schreibt der Konrektor der Mittelschule die Note A. Das Testgerät steht im Musikraum, die Schüler üben gerade an ihren Instrumenten. Ein Junge kommt und fragt ganz beeindruckt, wie teuer so ein Riesen-Bildschirm sei. Schon mehrere tausend Euro, antwortet ihm Schulleiterin Birgit Herré. Da bekommt der Kleine große Augen.

Rund 165.000 Euro bewilligte der Stadtrat für die Anschaffung der Hightech-Tafeln. Dazu kommen 16.100 Euro für Mini-Computer, die auf der Rückseite der Tafelanlagen montiert werden. So kann sich jeder Lehrer mit seinem Passwort anmelden und - ganz gleich in welchem Raum er unterrichtet - auf das Netzwerk der Schule zugreifen. In der Geräteauswahl folgte der Stadtrat dem Wunsch der Schulleitung und entschied sich für die teurere Variante der Firma Wende Interaktiv GmbH.

Es ist inzwischen das dritte Angebot für die Medien-Ausstattung der Mittelschule, das den Räten vorliegt. Die technische Entwicklung schreite schnell voran, berichtete Peter Karl vom städtischen Baubüro den Räten. So genannte Whiteboards seien überholt. Von interaktiven Kurzdistanz-Beamern, die digitale Inhalte auf die Tafeln projizieren, rate er ab. Ersatzteile für Beamer seien schon jetzt schwer zu bekommen.

23 Räume - 16 Klassenzimmer und sieben Fachräume - sollen mit der neuen Technik ausgestattet werden. Die Anschaffung ist teuer. Die Stadt kann lediglich mit einem Zuschuss von 36.000 Euro rechnen. "Die Schüler bedienen die Geräte ganz intuitiv", erzählt Genzler von den ersten Test-Versuchen. Die Lehrer freilich besuchen noch Schulungen, bevor ab kommendem Schuljahr die ersten neuen Klassenzimmer bezogen werden.

Eine Frage machte auf Facebook die Runde: Ist es wirklich nötig, dass die Stadt noch Dokumenten-Kameras anschafft? Diese Geräte funktionieren ähnlich wie ein klassischer Overheadprojektor. Wo früher Folien an die Wand geworfen wurden, werden heute Fachbücher, Grafiken oder ähnliche Dokumente abgefilmt. Die Seiten erscheinen dann digital auf dem Bildschirm.

Für sie mache das schon Sinn, antwortet die Schulleiterin. Denn bei allem Wissen über die digitale Technik sei analoges Schulmaterial keinesfalls überflüssig. "Wir werden auch weiterhin Schulbücher haben, und ich finde das auch sinnvoll", sagt Herré. Trotzdem sei es wichtig, die Jugend auf die digitale Welt vorzubereiten, ergänzt Genzler.

23 Räume sollen mit der neuen Technik ausgestattet werden - 16 Klassenzimmer und 7 Fachräume.

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