Bad Bocklet
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Bad Bocklets Feuerwehrjugend trainiert bei 24-Stunden-Übung

Die jungen Feuerwehrleute aus Bad Bocklet haben sich in einer 24 Stunden langen Übung fit gemacht. Bei dem Traning ging es um mehr als Feuer, simulierte Unfälle und das richtige Werkzeug.
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24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehrler aus Bad Bocklet Foto: Björn Hein
24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehrler aus Bad Bocklet Foto: Björn Hein
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"Feuer, Feuer es brennt" ruft mitten in der Nacht Raphael Langer. Und schon geht die Sirene los. Die neun Jugendfeuerwehrleute reiben sich noch verschlafen die Augen, sie sind aus ihren Betten hochgeschreckt. "Wir müssen zum Einsatz", ertönt es. Es dauert einen Augenblick, bis alle wach sind. Und schon sitzen alle im Feuerwehrauto, das mit Blaulicht und Martinshorn zum Brandort fährt.

Der nächtliche Einsatz ist Teil der 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr Bad Bocklet. "Wir wollen den Jugendlichen praxisnah vermitteln, wie Einsätze in der Freiwilligen Feuerwehr aussehen", sagt Jugendwart Raphael Langer. Bereits zum zweiten Mal wird eine solche Übung in Bad Bocklet angeboten. "Im letzten Jahr waren die Jugendlichen begeistert und so haben wir uns entschlossen, sie auch heuer wieder anzubieten", sagt Christian Kunzmann, der ebenfalls Jugendwart ist. "In den letzten drei bis vier Wochen sind wir in die Planungen eingestiegen, was zwar sehr arbeitsintensiv war, aber sich gelohnt hat", sagt Langer. Es geht nicht nur um das Üben des Ernstfall, wenn die neun Jugendlichen zwischen zwölf und 16 Jahren ihre Freizeit im Feuerwehrhaus in Bad Bocklet verbringen. "Wichtig ist auch der Zusammenhalt und die Kameradschaft", sagt Christian Kunzmann.


Gemeinschaft wachsen lassen

Man übt nicht nur für den Ernstfall bei der Feuerwehr: Basketball, Brettspiele - die Jugendlichen verbringen ihre Freizeit gemeinsam. Außerdem arbeiten sie ein Projekt im Rahmen der 24-Stunden-Übung aus. "Sie haben zur Aufgabe bekommen, den "Tag der Offenen Tür", der in diesem Jahr geplant ist, vorzubereiten und aufzuschreiben, was hierfür alles benötigt wird", sagt Raphael Langer. Am Sonntag stellten die Jugendlichen das Projekt vor.

Bei der Übung müssen die Jugendlichen sich selbst versorgen. Sie kaufen zusammen ein und kochen gemeinsam. Natürlich werden sie dabei von den Jugendwarten unterstützt, aber die Eigeninitiative, die der Nachwuchs an den Tag legt, ist auch hierbei enorm. Im Mittelpunkt der Übung stehen die Feuerwehreinsätze, die sehr vielfältig sind. Auf dem Programm stand unter anderem die Behebung eines simulierten Wasserrohrbruchs am Jugendheim in Bad Bocklet. Auch bei einem simulierten Verkehrsunfall waren sie dabei. Dafür wurde beim Alten Rathaus in Bad Bocklet ein Unfall nachgestellt, bei dem fiktive Personen aus einem Fahrzeug befreit werden mussten, das sich überschlagen hatte. "Hierbei greifen wir nur wenig ein. Die Gruppenleitung wird von der Jugendfeuerwehr selbst übernommen. Natürlich unterstützten wir, wenn Not am Mann ist, aber der Einsatz wird von den Jugendlichen selbst bestritten", sagt Langer.

So lernten die Jugendlichen am Besten, selbst mitzudenken und sich nicht nur auf andere zu verlassen. Und dass immer Unvorhergesehenes passieren kann, zeigte der simulierte Verkehrsunfall sehr gut: Nach der Rettung der Person fing der Wagen Feuer, was mit Rauchbomben und Silvesterkracher eindrucksvoll vor Augen geführt wurde. Doch die Jugendfeuerwehrler schlugen sich souverän und verstanden es, den simulierten Brand rasch und fachmännisch zu löschen.

"Die Einsatzübungen sind sehr realistisch", sagt der 13-jährige Pascal Kraus aus Bad Bocklet. Ihm hat es auch in diesem Jahr sehr gut gefallen: Gerade die Tatsache, dass man nicht im Voraus weiß, zu welchem Einsatz man als nächstes gerufen wird, ist eine sehr große Herausforderung. "Der Zusammenhalt bei uns ist enorm, es macht Riesenspaß, gemeinsam die Aufgaben zu bewältigen", sagt Kevin Scheuplein begeistert. Besonders die Eigenverantwortung, die man als Gruppenleiter hat, spornt dazu an, das Beste zu geben. Und das war bei den Übungen zu merken, die souverän gemeistert wurden.


Mit Schere und Spreitzer

Am Sonntag war die Freiwillige Feuerwehr Bad Kissingen mit ihrem Rüstwagen vor Ort. Nach der Erläuterung des Fahrzeugs konnten die Jugendlichen selbst mit Schere und Spreitzer agieren und die Personenrettung aus einem Fahrzeug üben. Sie erhielten viele Tipps, wie man am besten vorgeht. "Es hat riesigen Spaß gemacht" sind sich die Teilnehmer am Ende der 24-Stunden-Übung einig. Raphael Langer und Christian Kunzmann könnten sich vorstellen, im nächsten Jahr eine 24-Stunden-Übung durchzuführen, an der alle Jugendfeuerwehrler der Marktgemeinde teilnehmen können. Doch bis es soweit ist, wird man sich wohl zuerst einmal etwas ausruhen. So schön eine 24-Stunden-Übung auch ist - am Ende muss jeder etwas Schlaf nachholen. Wer bei der Jugendfeuerwehr Bad Bocklet mitmachen will, sei jederzeit willkommen. An jedem zweiten und vierten Montag im Monat übt sie am Feuerwehrhaus. Weitere Auskünfte gibt es bei Raphael Langer unter der Telefonnummer 0160/94684075 und unter www.ffw-badbocklet.de.


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