Laden...
Bad Bocklet
Ökologie

Bad Bocklet gibt sieben Hektar für die Kernzone

Sieben Hektar wird Bad Bocklet für die Kernzone des Biosphärenreservats zur Verfügung stellen. Der Grund: Viele Räte bauen auf einen positiven Effekt für den Tourismus.
Artikel drucken Artikel einbetten
Geroda und die Kuppen der Rhön gehören zum Biosphärenreservat Rhön. Es ist angedacht, dass ein Teil dieses Areals Kernzone werden könnte. Foto: Franz-Peter Ullmann
Geroda und die Kuppen der Rhön gehören zum Biosphärenreservat Rhön. Es ist angedacht, dass ein Teil dieses Areals Kernzone werden könnte. Foto: Franz-Peter Ullmann
"Bad Bocklet ist ein Fremdenverkehrsort. In vielen Reiseführern wird erwähnt, dass es im Biosphärenreservat liegt, was wiederum gute Werbung für uns ist", sagte Bürgermeister Wolfgang Back (CSU) in der Gemeinderatssitzung. Auch deshalb sei es wünschenswert, dass Bad Bocklet Kernzonen für das Biosphärenreservat zur Verfügung stelle.

Dabei dränge die Zeit: Bis Ende 2013 müssen die Pläne stehen, die Meldung über die Bereitstellung von Kernzonen müsse bis Ende Februar im Landratsamt vorliegen. Da Bad Bocklet mit intakter Natur werbe, sei es wichtig, mit der Bereitstellung von Kernzonen im Marktgemeindebereich ein Signal dafür zu setzen, dass man auch weiterhin das Unesco-Prädikat haben wolle. Thomas Schönwald, Abteilungsleiter der Abteilung Bauen und Umwelt im Landratsamt Bad Kissingen informierte in der Gemeinderatssitzung, dass die Kernzonenbereiche nicht mehr aktiv bewirtschaftet werden dürften.

Gleichzeitig teilte er mit, dass Bund und Freistaat angehalten seien, für die Gemeinden, die Kernzonen in ihrem Bereich auswiesen, Fördermittel bevorzugt zu vergeben. Diese könnten für die ländliche Entwicklung, für den Städtebau und die Infrastruktur verwendet werden. "Das Biosphärenreservat ist ein Alleinstellungsmerkmal, auf das wir stolz sein können", ergänzte Schönwald.

Forstschutz weiter möglich

Auch die Kommunen müssten sich hierbei einbringen. Wie Schönwald sagte, habe man verschiedene Vereinbarungen in einem noch zu unterzeichnenden Vertrag modifiziert. So soll es bei der Jagd nach Aussagen Schönwalds keine Einschränkungen geben. Auch Maßnahmen des Forstschutzes für die an die Kernzonen angrenzenden Wälder - zum Beispiel die Borkenkäferbekämpfung - sollen dem neuen Vertrag entsprechend dem neuen Vertrag möglich sein.

Der stellvertretende Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) ist überzeugt, dass das Biosphärenreservat ein besonderes Gut ist. Man solle sich nicht von finanziellen Überlegungen leiten lassen, sondern bei der Abstimmung über Kernzonen vor allem das Wohl einer intakten Natur im Auge haben. Der dritte Bürgermeister Holger Tillmann (CSU) kritisierte die Einschränkungen bei der Jagd. Das im Vertrag genannte "Wildtiermanagement" sei undurchsichtig. Tillmann stellte die Frage, ob man im Rahmen dieses überhaupt Wildschäden effektiv verhindern könne. Schönwald meinte, dass die Jagd in Deutschland bereits ein Wildtiermanagement sei, so dass herkömmliches Jagen auch in Zukunft möglich sein sollte - Einschränkungen seien in diesem Bereich nicht zu befürchten.

Insgesamt wurden drei Varianten in Bezug auf die Kernzonen vorgestellt. Variante 1 sah vor, die Aschacher Leite an den Staat abzugeben, der hieraus ein Kernzonengebiet machen kann. Variante 1b sah vor, die Staatswaldflächen am Stellberg (rund zehn Hektar) zu übernehmen, und dabei gleichzeitig die Aschacher Leite an den Staat abzugeben, wodurch man dann 24 Hektar als Kernzone einbringen könne. Variante 2 sieht vor, die Kernzonenfläche des Freistaats an der Bockleter Leite (36 Hek tar) durch sieben Hektar vom Markt Bad Bocklet in der Abteilung "Windseller" aufzustocken. Darüber hinaus hoffe man, dass auch Burglauer sich mit sieben Hektar am angrenzenden Teil beteiligt.

Brennholzbedarf berücksichtigen

Holger Tillmann sagte, dass der Brennholzbedarf der Bevölkerung auch in Zukunft gedeckt werden müsse. Gebe man zuviel Wald zur Kernzone, habe er seine Bedenken, dass in Zukunft genügend Brennholz zur Verfügung stehe.

In der Abstimmung einigte man sich mit einer Gegenstimme darauf, Variante 2 zu wählen und sieben Hekter als Kernzone für das Biosphärenreservat zur Verfügung zu stellen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren