Sulzthal
Premiere

Backofen besteht die Feuertaufe

Sulzthaler nehmen den Neubau auf dem frisch gestalteten Dorfplatz in Betrieb. Der erste Großeinsatz folgt beim Weinfest Mitte Juli.
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Ofenbauer Gottfried Schneid holt die fertigen Brote aus dem neuen Holzbackofen.  Fotos: Gerd Schaar
Ofenbauer Gottfried Schneid holt die fertigen Brote aus dem neuen Holzbackofen. Fotos: Gerd Schaar
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Es klappt prima mit dem neuen Holzbackofen auf dem Sulzthaler Dorfplatz. Davon konnten sich Bürgermeister Konrad Weigand (CSU/WG), Ofenbauer Gottfried Schneid und die Helferinnen Elfriede Schneid, Waltraud Volkmuth und Maria Bischoff bei einem Probebacken am Freitag überzeugen. Die nassgelaibten Brote und die Bleche mit Eier- und Zwiebelplootz fanden sofort ihre freudigen Abnehmer.
In den zurückliegenden 55 Jahren habe er schon einige tausend solcher Backöfen
gebaut, bestätigt Backofenbauer Gottfried Schneid. "Der Ofenbau gehört zur Sulzthaler Tradition", meint er. Und wieder ist ihm jetzt ein Prachtexemplar gelungen. Zehn Tage lang habe er daran gebaut, bestätigt Schneid. "Buche und Eiche kommt als Brennholz hinein", erklärt er. Das Thermometer bekundet, dass bis zu 400 Grad Innenwärme möglich sind. Bei den zurzeit recht kühlen Außentemperaturen lässt es sich neben dem angeheizten Ofen gut aushalten.

Höllisch aufpassen

Wenn nach zwei Stunden Vorheizen die Holzglutreste aus dem Inneren des Holzofens entfernt sind, dann werden die Plootzbleche und Brotteige mit dem langen Schieber hineingeschoben. "Bei den Broten gehe ich bis auf 250 Grad zurück", erklärt Schneid. Die Plootze brauchen bei 350 Grad nicht lange. Schneid muss höllisch aufpassen. Sonst besteht die Gefahr, dass die Backwaren verkohlen. Schon nach einer Minute sind die Plootze fertig gebacken und schmecken frisch angeschnitten einfach himmlisch gut.
"Wir sind schon seit früh um sechs Uhr mit den Vorbereitungen beschäftigt", verrät Maria Bischoff im Hintergrund. Mittlerweile ist es zwei Uhr nachmittags. Nicht nur der Sauerteig steht parat, sondern auch die Zutaten für die Plootze. So zum Beispiel die Eimer mit den geschnittenen Zwiebeln oder den Schinken-"Bröckele". Die Eier für den Eierplootz werden frisch aufgeschlagen und sorgsam mit dem Löffel über den ausgewalzten Teig verteilt. Ofenbauer Schneid nimmt die Bleche nacheinander auf seinen großen Holzschieber und platziert sie in die richtige Wärmezone im Ofeninnern. Die Plootze landen nach dem Backen wieder bei den fleißigen Frauen, die sofort ein grobes Messgitter, den Plootzschneider, darauf legen. Gleich große Portionen entstehen.
"Ich bin sehr zufrieden", bestätigt Bürgermeister Weingart mit leuchtenden Augen. Damit meint er nicht nur den neuen Backofen, sondern auch das gesamte Projekt Dorfplatz. Architekt Diez lässt es sich schmecken und freut sich, dass der bauliche Zeitplan eingehalten werden konnte. "30 Euro Miete kostet die Backofenbenutzung", erinnert Weingart an den Gemeinderatsbeschluss aus der vergangenen Sitzung. Der zurzeit noch nicht möblierte Aufenthaltsraum koste ebenso 30 Euro Miete, zuzüglich noch 20 Euro Energiekosten.

Offizielle Einweihung

"Am 21. Juli wird der Dorfplatz offiziell in Betrieb genommen", bestätigt Weingart. Er weist auch auf das kommende Sulzthaler Weinfest vom 12. bis 14. Juli hin. "Da kommt dieser Ofen zu seinem ersten Großeinsatz unter profimäßigen Bedingungen", meint Weingart.
Er erinnert sich auch an die Tätscher, die früher aus dem restlichen Brotteig dünn ausgerollt mit etwas Salz darüber gebacken wurden. "Die waren so rösch, dass man sie nicht beißen, sondern nur noch brechen konnte", so Weingart. Freilich bekamen jetzt auch die freiwilligen Helfer von den verschiedenen Gewerken der Dorfplatzbaustelle einen leckeren Plootz gereicht. Ein erheblicher Teil des 887-Seelen-Dorfes habe dabei mitgeholfen, ist Konrad Weingart dankbar.

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