Bad Bocklet

Aussteller treffen auf künftige Azubis

Die Azubimesse in Bad Bocklet fiel heuer größer als im vergangenen Jahr aus. Über 40 Arbeitgeber aus der Region präsentierten ihre Unternehmen.
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Aussteller aus der Region informierten Schulabgänger und deren Eltern über ihre vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten.  Foto: Sigismund von Dobschütz
Aussteller aus der Region informierten Schulabgänger und deren Eltern über ihre vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten. Foto: Sigismund von Dobschütz
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Galt die letztjährige Premiere der Azubimesse in den Bad Bockleter Kursälen noch als Versuch, darf man mit ihr, gemessen an Aussteller- und Besucherandrang, nach dem jetzigen zweiten Mal am vergangenen Samstag als fester Programmpunkt kommender Jahre rechnen. Waren es 2019 nur 28 Aussteller aus der Region gewesen, versammelten sich heuer 43 Arbeitgeber, die interessierten Schulabgängern und deren Eltern die Ausbildungsmöglichkeiten in der Heimat schmackhaft machten.

Wegen der starken Nachfrage auf Ausstellerseite - seien es Handwerksbetriebe oder international tätige Großunternehmen, Familienbetriebe oder Aktiengesellschaften, Behörden oder Organisationen, Weiterbildungseinrichtungen oder Sprachschulen - reichten die beiden Kursäle und deren Foyer nicht mehr aus. Sowohl das Kurgartencafé als auch Räume im Brunnenbau waren mit Ausstellungsständen gefüllt, ergänzt durch einen Vortragssaal. "Wir haben für alle Berufe Aussteller dabei", betonten Marcel Dünisch, Florian Grom und Raphael Langer, die Sprecher des veranstaltenden Bad Bockleter Jugendvereins, "vom Handwerk bis zum dualen Studium". Als Anreiz für die Besucher hatten sie sich ein Gewinnspiel ausgedacht. Teilnahmevoraussetzung war die Teilnahme an drei Beratungsgesprächen.

Ab 10 Uhr strömten die künftigen Schulabgänger in die Ausstellungsräume. Im intensivem Beratungsgespräch mit Tiefbau-Azubi Tim Voll (17) war zum Beispiel Mittelschülerin Emma Kleinhenz (15) am Stand von Schick Bau (Albertshausen) zu beobachten. Zwar hat sie ihre Mittlere Reife noch nicht in der Tasche, interessiert sich aber schon jetzt für Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk. Ein Job im Büro kommt für sie überhaupt nicht in Frage. "Mein Opa war Handwerker, mein Vater ist Handwerker und ich habe mich schon immer für Technik interessiert." Das trifft sich gut, denn Schick Bau hat vor allem in der Handwerkssparte Mangel an Azubis. "Im kaufmännischen Bereich sind wir gut besetzt", wusste Tims Vater, Bauleiter Frank Voll.

Ganz anders sieht es momentan bei der Bad Bockleter Firmengruppe Wehner aus. Während Pflegedienste und Krankenhäuser bundesweit unter Fachkräftemangel leiden, hat sich Firmenchef Michael Wehner an der Azubimesse nur deshalb beteiligt, "um den Blumenstrauß an Ausbildungsmöglichkeiten zu präsentieren". Wehner beschäftigt derzeit 15 Azubis und hat sogar Mühe, sie alle später im Firmenverbund unterzubringen. Dass seine Firmengruppe nicht über Nachwuchsmangel zu klagen hat, führt er auf die positive Firmenphilosophie zurück, die in seinen Unternehmen gelebt wird, und auf die gute Bezahlung.

Alle Aussteller standen mit ihren Inhabern, Geschäftsführern oder Personalleitern, manche auch mit eigenen Auszubildenden an den Ständen für persönliche Gespräche bereit. "Unsere Azubimesse ist eine Plattform von herausragender Qualität", war deshalb auch Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) in seiner Eröffnungsansprache voll des Lobes. Die Organisatoren des Jugendvereins hätten "eine großartige Leistung vollbracht". Der Verein sei allein für Aussteller-Akquisition, Werbung und Organisation der sechsstündigen Veranstaltung verantwortlich gewesen. Sandwall: "Die Gemeinde hat nur ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt."

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