Aura an der Saale
Fasching

Aura: Das Virus der Fosenöchter ist ansteckend

Große Party der Kleinen auf der Bühne.
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Vor diesem bösen Wolf beim Kinderfasching in Aura hat niemand Angst. Winfried Ehling
Vor diesem bösen Wolf beim Kinderfasching in Aura hat niemand Angst. Winfried Ehling
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Wenn die Faschings-Freunde die fünfte Jahreszeit zelebrieren, dann tun sie dies mit Inbrunst. Sie hegen die Gaudi und den Humor wie ein zartes Pflänzlein, das unter der liebevollen Pflege schnell gedeiht. Aber Vorsicht. Die Leidenschaft der "Fosenöchter" ist fast so ansteckend wie die alljährliche Grippe. Wer sich den Virus einfängt, kriegt ihn so schnell nicht mehr los.

Diesmal war es die Kinderprunksitzung, die die jüngsten Karneval-Fans in die Festhalle lockte. Und zwar nicht nur Auraer Narren-Youngsters, sondern wilde Piraten, zarte Prinzessinnen, exotische Zebras und grimmige Wölfe aus der ganzen Umgebung. Wer eine eigene Sitzung für die Kinder organisiert, der hat auch ein Kinderprinzenpaar, das die Mini-Narren willkommen heißt.

Robin I. (Schmitt) in roter Robe und Anna I. (Bolloch) im blauen Tüll sahen dies als vornehme Aufgabe und verteilten zunächst Orden an den Kinderelferrat. Rosen gab es für die junge Prinzessin, ein süßes Präsent für ihren Prinzen und obendrein einen Zuschuss für die Jugendarbeit an FFA-Vorsitzenden Daniel Kaiser.

Von wem? Von Karlheinz Surauf, dem ehemaligen, inzwischen pensionierten Beirat des Fastnachts-Verband Franken (FVF), der es sich nehmen ließ, der Sitzung beizuwohnen.

"Der Fasching in Aura ist bunt, gastfreundlich und tolerant", sagt er, "deswegen komme ich so gerne hierher". Auch der Prunksitzung am Wochenende zuvor konnte er nicht widerstehen. "Einmal Narr ist immer Narr", meinte er schmunzelnd. Sein Lob galt besonders der Jugendarbeit der Faschingsfreunde. Der überraschte Vorsitzende dankte mit dem Satz: "Du bist gerne gesehen und kannst immer kommen".

Wieder einmal mit den richtigen Tönen von Alleinunterhalter Dieter Nöth angeheizt, enterte "Musterschülerin" Lisa Zimmermann (Wittershausen) die Bütt mit rotzfrechen Sprüchen. Die Frage des Religionslehrers, ob die Familie zuhause betet, beantwortete sie mit "ja, aber nur im Herbst, wenn Papa vom Pilze sammeln heimkommt". Wann ist Pause? "Gar nicht, wir schlafen durch". Warum stinken Blähungen? "Damit Schwerhörige auch was davon haben".

Seemannsgarn spannen danach die "Girlies" mit ihrem Showtanz. Als Windjammer-Putzgeschwader wirbelten sie mit Besen über Deck zu Shanties von "Santiano" und Achim Reichels "Aaaloha-he, aloha hee". Dafür gab es verdienten Beifall.

Das Computer doof sind, weiß jeder. Leni Schmitt und Prinzessin Anna beschäftigten sich mit diesem Thema. Die Computer können eigentlich nichts dafür, denn es sind deren Schöpfer. Dass Google auch doof ist, ist ebenfalls richtig. Es wartet schon mit Vorschlägen auf, bevor man ausgesprochen hat.

Die "kleinen Riesen" erwiesen sich als eine putzmunter-agile Mini-Garde, die mit Bravour ihren Marschtanz bewältigten. Eine probater Nachwuchs fürs spätere Garden-Kontingent der Faschingsfreunde. Glücksbringer-Gäste kamen aus Schwärzelbach. Ein überaus gelungener Showtanz aus Schornsteinfegern, Kleeblättern, Schweinchen und Marienkäfern fand nicht nur unter den Jüngsten Begeisterung.

Dazwischen die "Baywatch-Riege aus dem Saaletal", der Elferrat als Lifeguards, eine "seltene Rasse", wie sie von sich selbst behaupteten. Die Rot-Weiße Garde Auras legte einen zackig-wirbelnden Marschtanz im besten Faschingsstil dazu.

Nach der Pause war es die "Krümelgarde", die mit ihrem putzigen, aber feschen Tanz begeisterten. Unter dem Motto "wir sind gegen alles und für nichts dafür", meuterte Pascal Zimmermann und seine Freunde. In der Schule sollen die Noten wegfallen. Stattdessen wollen die Schüler den Lehrern ein Zeugnis schreiben. Party, Tanz und Feiern wollen sie in einem Freizeitzentrum im Saaletal. Freiheit für die Jugend, alle Erwachsenen müssen sich um 180 Grad drehen.

Ein bezauberndes Casting brachten die Euerdorfer "Dancing Kids" mit Hits aus den 70er Jahren bis heute auf die Bühne. Ein echter "Thriller", von dem auch Michael Jackson begeistert gewesen wäre. Tanzmariechen Carolin Mock ist ein Ass im Auraer Fasching, das immer besticht, ob bei Altersgenossen oder Erwachsenen.

Hermine Kaiser und Hanna Schneider, erstmalig in der Bütt, fielen - wo alles nach dem Frühling lechzt - in die Weihnachtszeit zurück. Spott gab es vor allem für die Geschenke - Spachtelschminke, Tupper-Schüsseln und Selbstgebrannten. Den Schlusspunkt setzten die "Tanzmäuse" mit dem heißen Showtanz "High School Musical".



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