Bischofsheim
Investition

Aufwind für die Kreuzbergschanzen

Die Kreuzbergschanzen bekommen einen Stromanschluss. Das Skispringen soll damit in der Rhön attraktiver werden.Das Projekt wird hoch gefördert.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Kreuzbergschanzen waren schon in den 1950er Jahren Anziehungspunkt für viele sportlich Begeisterte. Archiv Marion Eckert
Die Kreuzbergschanzen waren schon in den 1950er Jahren Anziehungspunkt für viele sportlich Begeisterte. Archiv Marion Eckert
+1 Bild

"Mit weiten Sprüngen in die Zukunft - Kreuzbergschanzen in der Rhön" - das ist der Titel, den das Leader-Projekt zur Elektrifizierung der Kreuzbergschanzen trägt. Zur Übergabe des Fördermittelbescheides kam Landrat Thomas Habermann nach Haselbach, um gemeinsam mit Leader-Koordinator Wolfgang Fuchs vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Regionalmangerin und LAG (Lokale Aktionsgruppe)-Managerin Ursula Schneider und LAG-Geschäftsführerin Mirjam Eckert den  Zuwendungsbescheid über 166 891 Euro zu überreichen.

Die Kreuzbergschanze mit Strom zu versorgen kostet insgesamt 457 204 Euro; neben der Leader-Förderung gibt es 110 000 Euro vom Landkreis, mit 7 500 Euro beteiligt sich der Rad-und Wintersportverein (RWV) Haselbach und 149 058 Euro steuert die Stadt Bischofsheim bei. Die Schanze wird dauerhaft an das Stromnetz angeschlossen,  eine Flutlichtanlage wird erstellt, eine Ski-Aufstiegshilfe und eine Unterstellmöglichkeit geschaffen.

Laut Projektbeschreibung werde hierdurch die Attraktivität der Anlage und Nutzbarkeit deutlich verbessert. Bürgermeister Georg Seiffert betonte, dass er hinter diesem Projekt stehe, das eine Bedeutung über Bischofsheim hinaus habe. Die Kreuzbergschanzen seien ein "Alleinstellungsmerkmal" für die Region und den gesamten Landkreis.

Es sei der guten Arbeit der Vereine und vor allem Schanzenwart Hans Beck zu verdanken, dass die Anlage in diesem hervorragenden Zustand sei. "Hans wohnt ja schon fast hier oben." Diesem Lob an Hans Beck konnte sich Landrat Thomas Habermann nur anschließen. Neben dem RWV Haselbach sei auch der WSV Oberweißenbrunn am Erhalt und Betrieb der Schanze beteiligt gewesen, der nun aber ausgestiegen sei. Habermann erinnerte, dass der Anstoß für die Elektrifizierung der Schanze von Hieronymus Löhrlein gegeben wurde. Er ist Kassenprüfer bei RWV Haselbach. Eines Tages habe er dem Landrat das Projekt in einem Gespräch vorgeschlagen. "Er ist zu mir ins Büro gekommen und daraus ist das Projekt entstanden", kann sich Habermann noch gut erinnern.

Bürgermeister und Landrat sind überzeugt, dass eine mit Strom versorgte Schanze ganz neue Dimensionen für die Rhönadler eröffne, sei es beim Training oder im Wettkampfbereich. Von einer "deutlichen Verbesserung" sprach Seiffert.  Da sei es besonders schön, dass es hierfür Leader-Fördermittel gebe, die die Umsetzung überhaupt erst möglich machen. "Skispringen ist eine besondere Sportart. Es passt in die Rhön und die Region. Es passt zu uns."

Der Bürgermeister wusste von Gesprächen bei Wettkämpfen zu berichten, denen er stets entnehmen konnte, dass die Anlage bei den Gästen von außerhalb einen hohen Stellenwert genieße. Habermann sieht die Verbesserung der Infrastruktur als dringend nötig an, zumal damit das alte Dieselaggregat ausgedient habe. "Ein toller Sport für junge Leute", freute er sich.

Die Kreuzbergschanzen wurden 1952 gebaut, die ersten Bayerischen Meisterschaften gab es 1955. 1992 musste der Sprunglauf wegen technischer Mängel an den Schanzen eingestellt werden. 1998 wurde die Kreuzbergschanze aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt, die neue Anlage für sommer- und wintertauglichen Betrieb wurde eingeweiht. Erstmal waren ein ganzjähriges Training und Wettkämpfe möglich. 2002 fand das erste Dreikönigsspringen auf Schnee statt, der damalige Bürgermeister Armin Lommel sprang über kleinste Schanze, die K16, und erzielte eine Weite von acht Metern.

Untrennbar mit den Kreuzbergschanzen verbunden ist Habermanns Vorgänger Fritz Steigerwald, dessen Energie und Durchsetzungskraft es zu verdanken sei, dass die neue Anlage erstellt wurde, erklärte Bürgermeister Seiffert. Den Neubau der Sprungschanzen in den 1990er Jahren durch den Landkreis habe 1,2 Millionen Euro gekostet, zudem übernahm der Landkreis den großen Bauunterhalt. Die Stadt Bischofsheim beteiligte sich an den Baukosten mit 50 000 Euro. Der RWV Haselbach und der WSV Oberweißenbrunn übernahmen die laufende Wartung und den Betrieb. Dieser Vertrag wurde im Vorfeld des Leader-Antrag in diesem Jahr aufgelöst; nun ist der RWV Haselbach alleine zuständig. Wolfgang Fuchs betonte, dass der Zuschuss sich aus EU- und bayerischen Mitteln zusammen setze.

Dass das Projekt "Kreuzbergschanzen" funktioniert, habe sich in der Vergangenheit gezeigt, durch die dauerhaften sportlichen Erfolge wie auch den guten Zustand der Anlage, fuhr Fuchs fort. Beim Vorhaben "Elektrifizierung" sei klar, dass diese Kosten kein Verein stemmen könne; hier müsse die öffentliche Hand Unterstützung leisten.

Der RWV Haselbach sei ein Garant, dass es auch weiterhin erfolgreich laufe. Ende 2022 müsse das Projekt allerdings abgeschlossen sein.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren