Bad Brückenau
Abenteuer

Auf den Spuren Marco Polos

Seidenstraße, Samarqand, Hindukusch: Wolfgang Fläschner startet Ende Mai eine Motorrad-Tour durch Zentralasien. Mit seiner Yamaha XT 600 hat er schon viel erlebt.
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Die Länder-Aufkleber von Russland und der Ukraine hat Wolfgang Fläschner bereits auf seinem Motorrad, bald kommen noch jede Menge aus Zentralasien dazu.Fotos: Ralf Ruppert
Die Länder-Aufkleber von Russland und der Ukraine hat Wolfgang Fläschner bereits auf seinem Motorrad, bald kommen noch jede Menge aus Zentralasien dazu.Fotos: Ralf Ruppert
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Der Bad Brückenauer Wolfgang Fläschner (51) hat schon jede Menge erlebt: Mongolei und Sibirien, Sahara und Wüste Gobi. Seit rund einem Jahr bereitet er sich nun auf die nächste Tour vor: Vom russischen Wolgograd aus will er mit zwei Bekannten zusammen eine rund 8400 Kilometer lange Rundtour durch Zentralasien machen. Immer mit dabei: die Yamaha Tenere XT 600.

"Das Motorrad stammt aus Frankreich, bei uns waren die Maschinen weniger gebräuchlich", berichtet der Motorrad-Fan. "Die Franzosen spinnen da drauf", erzählt Fläschner, wie beliebt das Motorrad ist. Begründet wurde der Mythos unter anderem durch die Erfolge bei der berühmten Rallye Paris-Dakar. "Die ist einfach leicht, robust und wir fahren alle drei die gleiche Maschine", nennt der Bad Brückenauer weitere Vorteile. 160 Kilogramm wiegt das Motorrad, Ersatzteile können sich die drei teilen und: "Wir kennen an dem Motorrad jede Schraube."
"Wir", das sind neben Fläschner noch Martin Scheerer (55) und Henning Willig (54) aus Baden-Würtemberg. "Die beiden habe ich vor vier Jahren über ein Internet-Forum kennen gelernt", berichtet Fläschner. Gemeinsam machten sie eine erste Tour auf die Halbinsel Krim. "Aus heutiger Sicht ist das ein Katzensprung", schmunzelt der 51-Jährige. Aber damals war es der Beginn einer Leidenschaft: wochenlange Motorrad-Touren durch ferne Länder.

"Ich habe schon immer Fernweh", sagt der gebürtige Brückenauer. "Ich bin schon Anfang der 80er Jahre mit dem Käfer durch die Sahara gefahren", erinnert er sich an seine ersten Touren. Später stieg er lieber aufs Krad: "Mit dem Motorrad ist man einfach näher am Geschehen." Seit der Wende ging das Interesse dann immer mehr in Richtung Osten. Der Metallbaumeister, der als Bauleiter bei der Schondraer Firma Abersfelder arbeitet, war viel in den neuen Bundesländern und Osteuropa unterwegs. Die bisher größte Tour ging in die Mongolei.
Besonders fasziniert ist Fläschner in Asien immer wieder von der Weite des Kontinents: "Da kann man Amerika ein paar Mal reinstecken", sagt er beim Blick auf die Landkarte. Aber Asien hat auch seine Tücken: Der Pamir-Highway in Richtung Hindukusch, den die drei nehmen wollen, ist nur wenige Wochen im Jahr gut befahrbar. Zudem muss das Motorrad verändert werden, damit in 5000 Metern Höhe die Luft nicht ausgeht. Neben dem Schrauben und Basteln gab es jedoch auch noch viele andere Vorbereitungen: So besorgte Fläschner allein fünf Visa und weitere Genehmigungen für halbautonome Regionen: "Da wird der Pass ziemlich draufgehen", erwartet er jede Menge Eintragungen bei den zahlreichen Fahrten über Grenzen hinweg.
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