Reiterswiesen
Schützensport

Auf dem Blasrohrparcours zum Knalleffekt

Blasrohrschießen - da denken viele an Urvölker, die im Dschungel mit Giftpfeilen jagen. Doch diese Sportart ist bis in den Schützengau Rhön-Saale vorgedrungen. Auf der Anlage des Schützenvereins "Edelweiß" Reiterswiesen haben 29 Interessierte sie ausprobiert.
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Probe-Schützin Yasmin Candir probiert das Blasrohrschießen aus. Steffen Standke
Probe-Schützin Yasmin Candir probiert das Blasrohrschießen aus. Steffen Standke
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Plopp! - nur einen Luftstoß benötigt Yasmin Candir, um den nadeldünnen Pfeil abzufeuern. Ohne dass das bloße Auge seiner Flugbahn folgen kann, saust er ins Ziel. Die Probe-Schützin aus Platz und Renate Voll, die Frau des Gausportleiters, führten kürzlich vor, wie Blasrohrschießen funktioniert: den Pfeil hinten ins Rohr aus Carbonstahl einführen, mit leichtem Druck aufs Pfeilende aus Plastik die eingebaute Schlucksperre überwinden. Und wenn der Pfeil im Lauf liegt, mit beiden Augen über die Spitze des rund 1,6 Meter langen Rohr das Ziel anpeilen - dann kurz, aber kräftig pusten.

Gausportleiter Burkhard Voll hat das Blasrohrschießen von bayerischen und deutschen Meisterschaften mitgebracht. Dort gehört es zum Rahmenprogramm der Wettkämpfe. "Der Schützengau Rhön-Saale soll ja auf dem neuesten Stand bleiben. Deswegen wollte ich dieses Angebot an die Schützen weitergeben." Die dahintersteckende Idee des 59-Jährigen: Er möchte über den offenen Blasrohr-Wettbewerb junge Menschen für den Schießsport begeistern. "Vielleicht kann ich die jungen Leute später an das Luftdruckschießen heranführen", spekuliert Voll.

Auf dem Blasrohr-Parcours am Schützenhaus in Reiterswiesen klappte es am Wochenende schon mal ziemlich gut. Die 29 Interessierten probierten sich an insgesamt zehn verschiedenen Anlaufpunkten mit aufgemalten Tieren als Ziele aus, teilt der Gausportleiter mit. Pro Station schossen sie mit fünf Pfeilen, also insgesamt mit 50. Die Größe der Ziele und die Distanz dazu variierten; mehr als 15 Meter entfernt standen die Teilnehmer, die in fünf Altersklassen eingeteilt waren, aber nicht. Fürs Zählern, Auswerten und Aufschreiben der Treffer waren die Schützen innerhalb ihrer Gruppe selbst verantwortlich.

"Sie benötigten für Ihren Durchgang circa eine Stunde. Bei den sommerlichen Temperaturen kein leichtes Unterfangen," sagt Burkhard Voll. Und er ergänzt: "Den Teilnehmern hat der gesteckte Parcours gefallen." Die jeweils ersten drei Plätze einer Altersklasse erhielten Urkunden. Und auch Voll war dafür, dass es das erste Turnier in dieser Art war, recht zufrieden. "Vielleicht werden wir den Parcours in anderer Form wiederholen, zum Beispiel als offene Meisterschaft mit 30 Pfeilen".

Zurzeit sind nach Volls Angaben im Schützengau Rhön-Saale 3550 Schützen in 30 Vereinen organisiert; etwa 800 üben ihren Sport aktiv bei Rundenwettkämpfen aus. "Diese Zahlen sind in den vergangenen Jahren relativ stabil geblieben." Der Schützengau umfasst im wesentlichen den Landkreis Bad Kissingen, plus Burglauer in Rhön-Grabfeld.

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