Aschach bei Bad Kissingen
Bürgerversammlung

Aschach: Wie eine Operation am offenen Herzen

Die Entwurfsplanung für die Erneuerung der Von-Henneberg-Straße ist beherrschendes Thema bei der Bürgerversammlung in Aschach. Die Sanierung hat es in sich.
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Die Sanierung der Von-Henneberg-Straße in Aschach wird eine großer Herausforderung. Das wurde auf der Bürgerversammlung klar.  Foto: Werner Vogel
Die Sanierung der Von-Henneberg-Straße in Aschach wird eine großer Herausforderung. Das wurde auf der Bürgerversammlung klar. Foto: Werner Vogel

Zwei große Projekte hat der Markt Bad Bocklet in den nächsten Jahren zu stemmen, sagte Bürgermeister Andreas Sandwall vor den fast 80 Besuchern der Bürgerversammlung in der Zehnthalle Aschach. Da ist zum einen die Verschmelzung der Grund- und Mittelschule, die einen Neubau samt Mehrzweckhalle und Allwetterplatz beinhalten wird. Zug um Zug soll die bisherige Grundschule dann zum Kindergarten umgebaut werden, was einen einigermaßen störungsfreien Unterrichtsablauf ermöglichen dürfte. "Bei uns müssen die Kinder nicht in Containern unterrichtet werden", versprach der Bürgermeister. Dass sich der Markt die gewaltigen 15 bis 20 Millionen geschätzter Baukosten leisten kann, hatte er mit der erfreulichen Finanzkraft der Marktgemeinde begründet. So sprudelten Gewerbe- und Einkommensteuer, die Verschuldung liegt unter einer Million Euro - so niedrig wie seit 2003 nicht mehr, war bei der Präsentation zu lesen und die pro Kopf Verschuldung von 214 Euro liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt. (Vergleichbare Gemeinden: 603 Euro) Von der freien Finanzspanne in Höhe von 1,5 Millionen träumen andere Kommunen.

Herausfordernde Straßenführung

Könnte der Umzug in die neue Schule in Bad Bocklet wie versprochen störungsfrei verlaufen, werden für die Aschacher Bürger harte Zeiten anbrechen, weil die "Lebensader des Dorfes", die Von-Henneberg-Straße grundlegend saniert werden muss. "Es wird die größte Herausforderung der nächsten Jahre für Euch", stimmt Bürgermeister Andreas Sandwall auf die Behinderungen durch die Baumaßnahme ein. Was den Gemeinderäten schon präsentiert wurde, durften jetzt auch die Bürger erfahren und so wurde die Präsentation vom beauftragten Planungsbüro "Bautechnik Kirchner" zum alles überlagernden Mittelpunkt der Bürgerversammlung. Es sind weniger die grob geschätzten Baukosten von zwei Millionen Euro, vielmehr die äußerst komplexen Bedingungen der Straßenführung mit engen Kurvenradien, angrenzenden Gassen, Engstellen und 70 Hausanschlüssen, die den Planer vor große Herausforderung stellen. Jan Voll, Bürger der Gemeinde und Leiter der Bauabteilung der Stadt Bad Kissingen bestätigt aus seiner beruflichen Erfahrung: Das sei wie eine Operation am offenen Herzen. "Die Straße ist nur 700 Meter lang, aber alle paar Meter passiert etwas anderes", führt Planer Matthias Kirchner aus.

Aus der Kirche direkt auf die Straße

Hier ist die Einfahrt unübersichtlich, dann verengt sich die Straße, eine Haustreppe führt direkt auf die Straße und eine unübersichtliche Bushaltestelle ist zu berücksichtigen. Ein durchgehender Gehsteig fehlt, die Kinder kommen nicht gefahrlos aus dem Kindergarten und "die Kirchenbesucher von der Treppe direkt auf die Straße. Das geht gar nicht", sagt Kirchner.

Der Planer zeigt eine erste Skizze möglicher Szenarien in seiner ausführlichen Präsentation und Bürgermeister Sandwall ermuntert die Versammlung, vor allem die vorgeschlagene Grundausrichtung zu diskutieren, die darauf hinausläuft, den Charakter einer Dorfstraße zu erhalten, den Innerort mit durchgehendem Gehweg und begleitendem Grün aufzuwerten, die Verkehrsteilnehmer mit Pflasterungen und farbigen Absetzungen aufmerksam zu halten und so insgesamt die Durchfahrt unattraktiv zu machen. Das sieht die Bürgerversammlung ähnlich und Sandwall ermuntert die Aschacher sich einzubringen, mitzudiskutieren und sich schon im Vorfeld Gedanken zu machen, "denn die Maßnahme wird auf eine Dorferneuerung hinauslaufen".

Ehrenbürger und Kirchenpfleger Walter Hein begrüßt den Vorschlag, die Kirchentreppe zu drehen und auf einen Gehsteig auslaufen zu lassen, möchte aber eine deutliche Absicherung des steil abfallenden Geländes mit einer Mauer. "Genau solche Vorschläge erhoffen wir uns", meint der Bürgermeister und fordert die Aschacher auf, das Vorgetragene auch Zuhause zu diskutieren, denn es ist noch ein weiter Weg und "vor 2021 wird kein Bagger in der Straße stehen".

Müller und die Altneuhauser

Für die Marktgemeinde kündigt der Bürgermeister attraktive Veranstaltungen mit Michl Müller, der "Altneihauser Feierwehrkapelln" und einer Liveübertragung des Bayerischen Rundfunks aus dem Kurpark an.

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