Aschach bei Bad Kissingen
Familienfest

Aschach: Oma und Opa kennen die Spiele noch

Die Verantwortlichen der Museen Schloss Aschach haben sich wieder ein Programm ausgedacht, das nicht nur den Kindern, sondern auch Eltern und Großeltern gefiel.
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Reifen schlagen ist auch ein  Spiel von früher. Foto: Dieter Britz
Reifen schlagen ist auch ein Spiel von früher. Foto: Dieter Britz
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Der herrschaftliche Park von Schloss Aschach mit seinen zahlreichen alten und hohen Bäumen ist meist eine Oase der Ruhe. Am Sonntagnachmittag aber hallte das fröhliche Lachen zahlreicher Kinder durch die Parkanlagen, Erwachsene waren natürlich auch dabei. Die Museen Schloss Aschach hatten an diesem Tag zum kunterbunten Familienfest mit Kinderspielen und Unterhaltung eingeladen. Seit wann es dieses Fest gibt, wusste Museumsleiterin Josefine Glöckner, die erst ein Jahr im Amt ist, nicht zu sagen, "das ist schon über zehn Jahre". Aber eines weiß sie genau: Voriges Jahr hieß dieser Tag noch "Spielnachmittag". Der wurde nun zum "Familienfest" umbenannt.

Den Grund erklärt Josefine Glöckner: "Das Programm dieses Tages ist ja nicht nur für Kinder gedacht, sondern für die ganze Familie". Um es gleich zu sagen: es war ein schöner Tag, das Programm war prima. Fortsetzung also erwünscht. An der Kasse konnten die Eltern feststellen, ob ihre Söhne und Töchter in letzter Zeit stark gewachsen sind. Kinder bis 1,20 Meter durften umsonst rein, darüber mussten sie ebenso wie die Erwachsenen 1,50 Euro in die Schlosskasse bezahlen. Am Tresen hatten Museums-Mitarbeiter extra eine Marke in 1,20 Meter Höhe angebracht und Josefine Glöckner nahm gelegentlich selbst Maß.

Das Motto des Familienfestes lautete "Forschen - Staunen - Spielen", und danach war das ganze Programm im engeren oder weiteren Sinnen ausgerichtet. Aber es gab keine virtuellen Spiele auf dem Gameboy oder Tablet, sondern welche aus Holz und Metall. Vor allem die Buben hatten ihren Spaß daran, mal ein paar Meter auf Stelzen über den Schloss-Rasen zu marschieren, nebenan immer eine Museumsmitarbeiterin, die gleich einspringen konnte, wenn es wacklig wurde. "Sowas hatte bei uns jeder Bub auf dem Dorf, natürlich selber zusammengenagelt", erklärte ein Opa seinem Enkel und "unsere Stelzen waren viel höher, damit konnten wir den Mädchen gut in die Zimmer schauen". Vor allem junge Damen erwiesen sich sehr geschickt beim Reifen treiben - ein Spiel aus der Kategorie "es war einmal". Aber sie hatten Spaß daran und schafften meist mehrere Meter. Aus dieser Kategorie stammt auch der Peitschenkreisel. Mit einer Peitsche musste ein Kreisel zum Tanzen gebracht werden.

Viele Spiele waren im Garten des Schlosses aufgebaut. Die Kinder, die hier mitmachten, durften sich an einem Teil der Stationen einen Stempel in ihren Laufzettel machen. Wenn der Zettel mit Stempeln voll war, gab es ein kleines Geschenk. Am Häkelbaum halfen sie mit, einen Baum einzuhäkeln. Auf der Kegelbahn sollten sie, logisch, möglichst viele Kegel treffen. Kleine Künstlerinnen und Künstler sah man vor Staffeleien, wie sie gerade den Himmel malten. Andere Kinder sausten mit Bobby Cars über einen Parcours.

Die Kinder, die heute alle moderne und helle Schulräume mit viel Technik gewöhnt sind, staunten nicht schlecht beim Blick ins Schulmuseum. Es wirkte wie aus einer anderen Welt, aber eine Oma erklärte ihrem Enkel "schau Bub, genau so sah die Schule aus, in die ich mal ging". In der Museumsscheune läuft zur Zeit die Wanderausstellung "Patente in Franken". Sie zeigt, dass viel Produkte, die heute in der ganzen Welt verbreitet sind, ursprünglich aus Franken stammen. Hier seien nur die Jeans genannt. Ihr Erfinder Levi Strauss stammt aus Buttenheim südöstlich von Bamberg. In der Scheune war vor allem auch eine sehr interessante Station für kleine Naturforscher, die gerne experimentieren, aufgebaut. Eine Batterie von Sektgläsern, die unterschiedlich hoch mit Wasser gefüllt waren, diente als Musikinstrument, auf dem ein Vater seinem Sohn "Fuchs du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her" spielte. Ein echter Straßenfeger war Kolja Liebscher aus Frammersbach, der fast schon zum Museumsinventar gehört, denn er begeistert beim Spiel- und nun Familienfest seit Jahren als Märchenerzähler und Puppenspieler die kleinen und auch die ganz großen Kinder. Das Schloss Aschach befindet sich im Ortsteil Aschach (Schloßstraße 24) der Gemeinde Bad Bocklet. Das Graf-Luxburg-Museum ist zurzeit nicht zugänglich und wird im Frühjahr nächsten Jahres wiedereröffnet. Geöffnet sind allerdings das Volkskunde- und das Schulmuseum (Öffnungszeiten bis zum 31. Oktober dienstags bis samstags 14 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertage 11 bis 17 Uhr, Montag Ruhetag. Geöffnet sind auch die Aschacher Schlossstuben.

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