Laden...
Bad Kissingen
Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote erreicht erstmals in einem Oktober 2,8 Prozent

Erstmals sind weniger als 7000 Menschen im Bereich Main-Rhön von Arbeitslosigkeit betroffen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Arbeitslosenquoten sanken im Oktober weiter. Grafik: MGO/Franziska Schäfer
Die Arbeitslosenquoten sanken im Oktober weiter. Grafik: MGO/Franziska Schäfer
Im Oktober waren 6835 Menschen im Bereich Main-Rhön arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote erreichte erstmals in einem Oktober 2,8 Prozent und liegt 0,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Noch im September waren 598 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (3,0 Prozent). Dies meldete die Bundesagentur für Arbeit in Schweinfurt

Verglichen mit dem Vorjahr stellt sich laut Arbeitsagentur die Situation noch wesentlich positiver dar. Damals wurden 1339 Menschen mehr, gezählt und die Arbeitslosenquote lag bei 3,4 Prozent. "Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitierten erfreulicherweise alle Personengruppen. Hervorzuheben ist insbesondere der Rückgang bei den Jugendlichen unter 25 Jahren. Im Vergleich zum Vormonat reduziert sich die Anzahl um mehr als ein Viertel. Es ist davon auszugehen, dass diejenigen die nicht nach der Ausbildung von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen wurden, einen Arbeitsplatz bei einem anderen Arbeitgeber finden konnten. Des Weiteren nimmt der Trend zum Besuch einer weiterführenden Schule verstärkt zu, und sich so ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosenzahlen abzeichnete", teilt Thomas Stelzer, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, mit.

Von der Entwicklung am Arbeitsmarkt begünstigt waren auch ältere Personen (50 Jahre und älter) sowie Personen die bereits ein Jahr und länger als arbeitslos gemeldet waren. Im Oktober waren bei der Personengruppe der älteren Arbeitslosen noch 2800 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen. Im Vergleich zum Vorjahr verringert sich die Zahl um 351 Personen (11,1 Prozent). Ebenso reduziert hat sich im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl der Menschen, die ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet waren. In diesem Monat lag die Zahl bei 1934. Das waren 305 Menschen (13,6 Prozent) weniger als im Oktober des Vorjahres.

Die Bewegungszahlen auf dem Arbeitsmarkt in der Region sind weiterhin relativ hoch. 2999 Menschen konnten im Oktober ihre Arbeitslosigkeit beenden. Dies waren 33 Personen mehr als im Vormonat und 466 Menschen mehr als vor einem Jahr. Im Gegenzug mussten sich 2406 Arbeitnehmer erstmals oder erneut arbeitslos melden. Dies entspricht einem Rückgang von 67 Menschen im Vergleich zum Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es 136 Menschen weniger.

10.744 Menschen waren im Oktober von Unterbeschäftigung betroffen. Das waren 337 weniger als im September und 958 Personen weniger als im Oktober 2016. Die Unterbeschäftigungsquote lag im Oktober 2017 bei 4,3 Prozent (Vorjahr 4,8 Prozent). Im Zusammenhang mit der Betrachtung der Unterbeschäftigung wird ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der Teilnehmerzahlen in Sprach- und Integrationskursen gelegt. Diese ist im Vergleich zum Vormonat um 39 auf 1.093 gestiegen. Im Oktober 2016 waren es noch 371 Teilnehmer weniger.


Kurzarbeit stagniert auf einem sehr niedrigen Niveau


"Durch die Zahlung von Kurzarbeitergeld sollen die Betriebe in die Lage versetzt werden, bei
vorübergehend schwierigen Wirtschaftsbedingungen ihre eingearbeiteten Mitarbeiter zu halten. Die
Inanspruchnahme dieser Leistung durch die regionalen Betriebe liegt weiterhin auf einem erfreulich
niedrigen Niveau", so Stelzer. Die Zahl der Betriebe beziehungsweise Abteilungen, welche für ihre Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet hatten, blieb gegenüber dem September mit neun Betrieben auch im Oktober unverändert. Allerdings sank die Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer um sechs auf 36 Arbeitnehmer. Vor einem Jahr waren die Zahlen noch deutlich höher. Im Oktober 2016 waren 35 Betriebe beziehungsweise Abteilungen mit 789 Beschäftigten betroffen.

Die Anzahl der arbeitslosen Menschen mit Fluchthintergrund nimmt zum zweiten Mal in
Folge ab. Im Oktober wurden in der Region Main-Rhön 608 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund gezählt. Das entsprach 8,9 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen. Im September waren es 87 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund mehr. Den weitaus größten Anteil bildeten dabei Menschen aus Syrien (394 Personen), gefolgt von afghanischen Staatsbürgern (64 Personen), irakischen Staatsangehörigen (20 Personen) sowie Menschen aus Somalia (15 Personen).


"Günstige Rahmenbedingungen"

Knapp zwei Drittel (61,8 Prozent) der arbeitslosen, geflüchteten Menschen sind männlich. Rund die Hälfte des Personenkreises (46,8 Prozent) ist jünger als 35 Jahre. "Ein vergleichsweise geringes Durchschnittsalter sowie eine hohe Motivation sind günstige Rahmenbedingungen für die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter. Jedoch muss oft noch weiter an den sprachlichen Defiziten und den beruflichen Kenntnissen gearbeitet werden", umreißt Stelzer die aktuelle Situation bei den Menschen mit Fluchthintergrund.


Viele Stellenangebote

Die Anzahl der Stellenangebote verharrt weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Nachfrage der Arbeitgeber nach Arbeitskräften stieg im Oktober wieder deutlich an. Im Berichtsmonat nahmen die Vermittlungsfachkräfte im gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 922 neue Stellenangebote an. Das waren 137 Stellenzugänge oder 17,5 Prozent mehr als im September. Seit Jahresbeginn wurden 10.077 Stellenzugänge verzeichnet, dies sind 982 Stellen (10,8 Prozent) mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Jobsuchende konnten in diesem Monat auf einen Bestand von 5074 freien Stellen zurückgreifen. Dies sind 38 Stellen mehr als im Vormonat und sogar 1062 mehr als im Oktober 2016. Besonders groß ist der Personalbedarf im verarbeitenden Gewerbe. Hier sind 701 offene Stellen zu besetzen. Dies entspricht einem Plus von 25,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Unter anderem sind davon 145 der zu besetzenden Stellen der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen zuzurechnen, 119 dem Maschinenbau und 116 der Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln. Der Bereich Gesundheits- und Sozialwesen verzeichnet ebenso eine große Nachfrage an Arbeitskräften mit 549 offenen Stellen. Hier wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat allerdings ein Rückgang von 5,8 Prozent verzeichnet.

Auch im Handel haben Bewerber gute Chancen. Hier gibt es 540 freie Arbeitsstellen, 233 davon im Einzelhandel, 158 im Großhandel sowie 149 im Handel mit Kraftfahrzeugen. Hier wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Plus von 27,6 Prozent beobachtet. "Grundsätzlich tragen die stabile wirtschaftliche Lage sowie die seit längerer Zeit steigende Zahl der Beschäftigten zur anhaltenden starken Arbeitskräftenachfrage bei. Dadurch nimmt unter anderem der fluktuationsbedingte Ersatzbedarf zu und es entsteht insgesamt mehr Bewegung auf dem Arbeitsmarkt, da mehr Personen ihren Arbeitsplatz wechseln. Darüber hinaus wirken sich die in manchen Bereichen zunehmenden Besetzungsschwierigkeiten der Unternehmen auf das Niveau der Arbeitskräftenachfrage aus", erläutert Stelzer.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren