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Bad Brückenau
Haus Waldenfels

Anwohnerversammlung: "Jeden Tag weitere Schäden"

Unmittelbar nach dem Pressetermin im Landratsamt fuhren die Verantwortlichen der Carl-von-Heß'schen Stiftung gestern nach Bad Brückenau und setzten sich mit den Anwohnern zusammen. Ziel sei es, "die Schäden möglichst umfassend und zeitnah zu regulieren", betonte Landrat Thomas Bold.
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"Da war auch für mich einiges neu", fasste Anwohner Hans-Jörg Heidelmeier seine Eindrücke nach dem mehr als zweieinhalbstündigen Treffen zusammen. So seien gestern insgesamt rund 30 Bürger gekommen, zum Teil auch aus Crailsheimstraße und Auerhahnweg. "Das scheint sich in mehrere Richtungen fortzusetzen", sagt Heidelmeier. Auf immer mehr Grundstücken würden Türen klemmen, alte Sandstein-Mauern reißen oder Pflasterflächen brechen. "Deshalb haben wir uns auch an der Aussage gestört, dass sich der Hang nicht mehr bewegt."

Austausch der Daten vereinbart

"Das war endlich mal konstruktiv", konnte Anlieger Josef Werner gestern dem Treffen wenigstens etwas Positives abgewinnen. Vereinbart worden sei ein Austausch der Gutachten: "Die geben unseren Gutachtern ihre Daten und wir geben unsere Daten weiter", berichtet Werner. "Ich bin froh, dass wir jetzt zumindest endlich einmal eine klare Kommunikation haben."
Mit dabei waren auch die beiden Gutachter der Anlieger, Gerhard Dreier und Hubert Hansel: "Ob das alles zielführend ist, wissen wir alle nicht", sagt Dreier. Klar sei aber: "Das hätte man alles schon im Vorfeld machen müssen." Merkwürdig finde er auch, dass der Bauherr die Schäden jetzt aufs Wetter schiebe: "Eine Baustelle ist eben im Freien."

Winter bereitet Kopf-Zerbrechen

"Man hat mir Akteneinsicht zugesichert", sagt der geotechnische Gutachter Hubert Hansel. Er habe für sich bereits eine Theorie entwickelt, was im Untergrund vor sich gehe. Das Wasser spiele dabei auf alle Fälle eine große Rolle, deshalb sei die Gefahr auch groß, dass im Winter bei Schnee, Frost und Tauwetter weitere Schäden kommen. "Das dürfte nun auch der Grund für die Eile sein", vermutet Hansel.

Keinerlei Pläne vorgelegt

Beide Gutachter bemängelten, dass gestern keinerlei Pläne vorgelegt wurden. Wo genau die Bohrpfahlwand beginnt, wie tief sie reicht, wie die Verdübelungen wirken: Vieles sei offen geblieben. "Wir haben schon noch Bedenken, dass die Sicherung des gesamten Hangs durch die Bohrpfahlwand noch nicht erreicht ist", sagte Dreier.
Bereits beim Pressegespräch zuvor hatten alle Beteiligten Interessenskonflikte bestritten, weil die kreiseigene Stiftung baut. "Baugenehmigungsbehörde ist ja das staatliche Landratsamt", stellte Bold klar. "Es ist im Gegensatz so, dass da ganz besonders hingeschaut wird", stellte auch Manfred Gerlach als Jurist des Landratsamtes fest. rr

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