Ein bisschen hat man den Eindruck, das Gebäude möchte sich optisch dem äußeren Erscheinungsbild der halbverfallenen, benachbarten Hauszeile, der sogenannten "Schweiz", anpassen.
Ein paar Schritte weiter am Marktplatz fällt der Sockel am Rathaus ins Auge. Auch hier bröckelt es. Auch hier feuchte Stellen. Man erkennt, dass die Nässe schon bis zu den Fenstern im Erdgeschoss hochzieht. Auch dieser Anblick ist wenig reizvoll.
Auf Nachfrage bestätigt 2. Bürgermeister Norbert Reiter, dass das Problem bekannt, aber schwer lösbar sei. Bei der Kelterhalle liege es wohl an der unregelmäßigen Nutzung. Das Gebäude ist nicht beheizt und dadurch anfällig für die feuchten Stellen. Abhilfe ist deshalb kaum zu schaffen - "höchstens können wir was optisches machen", meint Reiter.
Am Rathaus bröckelt der sogenannte Opfer- oder Sanierungsputz, erläutert der 2. Bürgermeister. Das Rathaus hat entlang seines Sockels schon immer Probleme mit aufsteigender Feuchtigkeit. Deshalb werde im Sockelbereich nur dieser Spezialputz aufgetragen, der besonders viel Nässe aufnimmt. Nur irgendwann ist dessen Aufnahmekapazität erschöpft. Rund drei Jahre lang hält er. Dann beginnt er Blasen zu werfen und abzufallen. Momentan sind die drei Jahre wieder vergangen.
Norbert Reiter hält allerdings wenig davon, jetzt, vor Beginn des Winters, die schadhaften Stellen auszubessern. Im Frühjahr sollte es aber dann geschehen. Auch dann wird wieder dieser Putz aufgezogen.

Eine andere Lösung wäre, so Reiter, die Fundamente des Rathauses trocken zu legen, entweder über eine Drainage oder durch eine Feuchtigkeitssperre. Das würde aber bedeuten, dass der gesamte Gehweg aufgebaggert werden muss. Das ist nicht nur aufwendig, sondern auch teuer. Diese Maßnahme könnte man ins Auge fassen, wenn der Marktplatz umgestaltet wird, meint der 2. Bürgermeister.
Probleme mit aufsteigender Feuchtigkeit hat die Stadt auch noch an einem anderen Gebäude, dem Deutschordensschloss. Auch hier müsse der Sockelputz regelmäßig erneuert werden, sagt Norbert Reiter.