Hammelburg
Umwelt

Amerikanischer Generalkonsul besichtigt Öko-Stromerzeuger in Hammelburg

Der amerikanische Generalkonsul in München, William E. Moeller, besucht Erzeuger regenerativer Energien. Er will von den Beispielen in der Region für Amerika lernen.
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Der amerikanische Generalkonsul in München, William E. Moeller, (links) an der Gauaschacher Windkraftanlage. Fotos: Arkadius Guzy
Der amerikanische Generalkonsul in München, William E. Moeller, (links) an der Gauaschacher Windkraftanlage. Fotos: Arkadius Guzy
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William E. Moeller will wissen, wo die Leitungen verlaufen. "Ich sehe keine Kabel von den Windrädern abzweigen", sagt er. Andreas Amend deutet für den amerikanischen Generalkonsul mit dem Arm den unterirdischen Weg der Leitungen bis zum Anschlusspunkt nach. Dann öffnet Amend, der die technische Betriebsführung des Windparks Gauaschach verantwortet, die Tür zu einem der drei Türme der Anlage.

Moeller lässt sich erklären, wann die Windräder wie viel Strom produzieren. Er fragt nach der Investitionssumme und dem Ertrag. Denn der Generalkonsul will lernen, wie in Deutschland regenerative Energieformen genutzt werden. Mit der Energiewende nimmt das Land für ihn eine Vorreiterrolle ein. Er spricht von einem Experiment. Es sei interessant zu beobachten, ob die Energiewende zu schaffen ist.

Der Generalkonsul ist aus München nach Hammelburg gefahren, um Beispiele zu besichtigen. "In der Region kann man die Dezentralität lernen", erklärt Hans-Josef Fell (Die Grünen). Für den Bundestagsabgeordneten spielen bei der Energiewende auch kleine Wasserkraft- und Biogasanlagen oder einzelne Windräder eine wichtige Rolle.

Moeller sieht die USA bei den erneuerbaren Energien nicht weit hinter Deutschland. Er verweist auf die finanzielle Unterstützung durch die US-Regierung. "In Deutschland wird unterschätzt, wie stark der Präsident engagiert ist", meint der Generalkonsul. So habe sich in den vergangenen vier Jahren der Strom aus erneuerbaren Quellen verdoppelt.

Fell kann das nur bestätigen: In Deutschland werde nur das Verhalten bei Klimakonferenzen gesehen. Dabei gebe es in den USA vielfältige Maßnahmen. Vieles spielt sich auf der Ebene der einzelnen Bundesstaaten oder in den Kommunen ab. Kalifornien ist ein oft genanntes Beispiel. Moeller: "Wie Deutschland haben wir den Vorteil eines föderalen Staats. Dadurch haben die Bundesstaaten Verantwortung und es sind Experimente möglich." Lediglich das Fracking, die Gewinnung von Schiefergas, wertet Fell kritischer als der Generalkonsul.

Der Bundestagsabgeordnete hat für seinen Gast die Wasserkraftanlage "Rödermühle", die Biogasanlage im Lager und die Windkraftanlage "Gauaschach Nord" ausgesucht. Das historische, renovierte Gebäude der Diebacher "Rödermühle" beeindruckt den Generalkonsul. "Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig ein kleines Projekt sein kann - gerade in einer Gegend ohne große Städte", sagt Moeller. Im Lager beschreibt Betriebsleiter Daniel Lambrecht das Funktionsprinzip der Biogasanlage: "Die Abläufe sind nicht anders als in einer Kuh."

Auch ein Besuch bei Belectric in Kolitzheim (Landkreis Schweinfurt) gehört zum Programm. Das Unternehmen hat sich laut Fell zu einem bedeutenden Investor im Fotovoltaikbereich entwickelt. Fell: "Das zeigt, dass hinter Ökologie auch eine starke Ökonomie steckt."
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