Bad Bocklet
Marktgemeinderat

Am Salzforst sollen zum Jahresende die Bagger rollen

Beim Steinacher Neubaugebiet Am Salzforst soll die Erschließung beginnen.
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In der Verlängerung der Bergstraße in Steinach soll das neue Baugebiet entstehen.  Foto: Isolde Krapf
In der Verlängerung der Bergstraße in Steinach soll das neue Baugebiet entstehen. Foto: Isolde Krapf

Schon seit 2016 spricht man in der Marktgemeinde Bad Bocklet vom Steinacher Neubaugebiet Am Salzforst. Jetzt wird es allmählich Ernst. Die Planungen des Architekturbüros Matthias Kirchner (Oerlenbach) hatte der Gemeinderat ab 25. Juni abgesegnet. Nach Fristablauf der öffentlichen Ausschreibung erteilte nun das Gremium am Dienstag den Auftrag zur Erschließung des 2,6 Hektar großen Areals am Ortsrand in Richtung Schmalwasser. Den Zuschlag erhielt die Firma Müller Bau in Großenbrach, die mit ihrer Angebotssumme von 1,315 Millionen Euro das wirtschaftlichste Angebot eingereicht hatte. "Das war eine Punktlandung", machte Kämmerer Patrick Könen das Ratsgremium auf die vor langer Zeit vom Architekten Kirchner erstellte Kostenrechnung in Höhe von brutto 1,378 Millionen Euro aufmerksam. Auch Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) lobte die gute Vorarbeit des Architekten und freute sich vor allem, dass ein lokales Unternehmen den Auftrag erhalten hat. "Besser kann es gar nicht kommen."

Insgesamt hatten 16 Firmen die Ausschreibungsunterlagen online abgerufen, aber nur sieben hatten letztlich ein Kostenangebot abgegeben. Das zweitgünstigste Angebot lag schon bei knapp 1,4 Millionen, das teuerste sogar bei fast 1,65 Millionen Euro, woraus sich ein Mittelwert aller abgegeben Angebote von 1,48 Millionen Euro errechnete. Das Angebot umfasst alle Arbeiten für die Erschließung, im Wesentlichen den Kanal- und Straßenbau, aber auch die Leistungen der Gasversorgung durch die Stadtwerke Bad Kissingen, die als eigenständiges Unternehmen allerdings ihren im Gesamtangebot enthaltenen Kostenanteil in Höhe von fast 25 000 Euro nach Gesamtvergabe durch die Marktgemeinde nochmals selbst vergeben müssen.

Alle Bauplätze sind reserviert

Ungeachtet der nach vollständiger Erschließung des 2,6 Hektar großen Baugebietes, von dem allein 4500 Quadratmeter öffentliche Verkehrsfläche und 350 Meter Straße im Eigentum der Gemeinde verbleiben, noch zu errechnenden Quadratmeterpreise sind längst alle 23 Bauplätze in Größen zwischen 600 und 1000 Quadratmetern von Bauwilligen reserviert. Den Preis schätzte der Bürgermeister auf Nachfrage aus dem Ratsgremium jetzt auf etwa 80 bis 90 Euro pro Quadratmeter. "Einen verbindlichen Verkaufspreis kann die Gemeinde natürlich erst nach vollständiger Abrechnung aller Erschließungsarbeiten festlegen."

Wann dies sein der Fall sein wird, sei allerdings noch ungewiss, bat Sandwall weiterhin um Geduld. Erschließungsverfahren brauchen nun einmal eine gewisse Zeit. "Es ist gar nicht so einfach, dies bauwilligen jungen Leuten klar zu machen." Außerdem müssen als erstes 8500 Kubikmeter Erde bewegt werden, bevor danach vielleicht im Frühjahr 2020 mit der Erschließung begonnen werden kann. Ob dies wie gewünscht in enger Zeitfolge möglich sein wird, hängt von der Verfügbarkeit der benötigten Firmen ab, die bei aktuellem Bauboom kaum noch freie Kapazitäten haben.

Weitere Baumaßnahmen

Alle fünf am Dienstag dem Gemeinderat vorgelegten Anträge privater Bauherren in Aschach und Bad Bocklet wurden nach kurzer Beratung einstimmig genehmigt. Dies gilt ebenfalls für den eigenen Antrag der Verwaltung, Bürgermeister Andreas Sandwall oder seinen Vertreter zu bemächtigen, Aufträge zur Instandsetzung von Straßen in kleinem Umfang und einiger Schachtabdeckungen "an die wenigstnehmende Firma nach formaler, rechnerischer, fachtechnischer und wirtschaftlicher Prüfung der Angebote" vergeben zu dürfen.

Grund für diesen Antrag war der Wunsch der Verwaltung, nach Fristablauf der bis 30. August laufenden beschränkten Ausschreibung noch in derselben Woche - also während der zweimonatigen Sommerpause des Gemeinderats bis Ende September - die entsprechenden Aufträge vergeben zu können.

Die Kosten für die geplanten Arbeiten waren von Bauhofleiter Stefan Metz, der diesen Sachverhalt auch dem Gemeinderat vortrug, auf maximal 60 000 Euro geschätzt worden. "Große Sprünge können wir mit dieser Summe ohnehin nicht machen", bat Bürgermeister Sandwall das Gremium um Verständnis für dieses ungewöhnliche Vorgehen. "Wir machen nur in einigen Ortsteilen kleine Reparaturen in jenen Straßen, wo es aus Gründen der Verkehrssicherheit wirklich notwendig ist."

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