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Schulausflug

Alpenüberquerung: Zwischen Faszination und Herausforderung

Anspruchsvoll und keineswegs gewöhnlich ist ein Schulausflug der 8. Klassen der Montessorischule Rhön/Saale. Eine besondere Wanderung ist geschafft.
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Alpenüberquerung: Faszination und Herausforderung - die Achtklässler  der Montessori-Schule Rhön/Saale haben es geschafft.  Bernhard Dünisch
Alpenüberquerung: Faszination und Herausforderung - die Achtklässler der Montessori-Schule Rhön/Saale haben es geschafft. Bernhard Dünisch
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Seit vielen Jahren gehört die Alpenüberquerung für die Schüler der 8. Jahrgangsstufe der Montessorischule Rhön/Saale zu den wichtigsten und  vor allem aufregendsten und anspruchsvollsten Projekten ihrer Schulzeit. Von Deutschland nach Italien führte die Tour von 16 Achtklässlern. Schon zu Beginn des Jahres wurde das Projekt den Schülern und Eltern vorgestellt.  Viele Fragen galt es zu Ausrüstung, Kosten und Ablauf zu klären. Zur Freude der Organisatoren wurde das Projekt auch in diesem Jahr wieder gut angenommen.

Mit dem Training ging es im Mai los. Die Schüler unternahmen eine Probewanderung durch die Rhön mit Übernachtung im Klassenzimmer, um Ausdauer und Ausrüstung zu testen. Um zumindest einen Teil der Kosten selbstständig zu erwirtschaften organisierten sie außerdem einen Pausenhofverkauf und eine Spendenaktion. Ferner hatte die Schule an einem Förderwettbewerb der Spardabank teilgenommen. Hierbei waren auch die Leser dieser Zeitung zur Unterstützung bei der Abstimmung gebeten worden.

Die Gruppe von acht Mädchen und acht Jungen war in Oberstdorf aufgebrochen und erreichte ihr Ziel in Meran fünf Tage später. "Dazwischen lag eine echte Herausforderung mit anstrengenden Auf- und Abstiegen durch Regen und über Schneefelder, aber auch fantastische Ausblicke und Wanderungen durch bizarre Fels- und Schneeformationen", berichtete Lehrer Bernhard Dünisch. "Die Wanderer kamen durchaus an persönliche Grenzen, lernten aber auch die Zusammenarbeit und den Rückhalt in der Gruppe."

Am ersten Tag wanderten die Schüler von Oberstdorf durch die Spielmannsau hinauf zur Kemptener Hütte. Am nächsten Morgen überquerten sie die Grenze zu Österreich und stiegen ins Lechtal ab. Eine Besonderheit an diesem Tag war die Überquerung einer 200 Meter langen und 110 Meter hohen Seilhängebrücke vor Holzgau. Vom Lechtal ging es weiter ins Madautal, wo sie in einem abgelegenen Berggasthof übernachteten.

In der nächsten Etappe wanderte die Gruppe durch das Alperschontal und über das Flarschjoch zur Ansbacherhütte hinauf. An diesem höchsten Übernachtungspunkt, 2400 Meter, hatten die Wanderer bereits herrliche Ausblicke ins Inntal, in das sie am nächsten Tag abstiegen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ging es dann ins Ötztal in die Selbstversorgerhütte Zwieselstein, wo die Schüler ihr Abendessen und Frühstück selbst organisieren und zubereiten durften.

Am darauffolgenden Tag führte der Weg das Timmelsjoch hinauf und im Abstieg nach Moos in Südtirol. Die letzte Etappe war die Wanderung durch die Passerschlucht von Moos nach St. Leonhard. Insgesamt legten die Schüler ungefähr 3500 Höhenmeter im Aufstieg und 4500 Höhenmeter im Abstieg zurück. Die Schüler trugen über die gesamte Strecke ihr vollständiges Gepäck. Bei den Übernachtungen auf den Hütten mussten sie auf gewohnten Komfort verzichten. Manchmal gab es nur kaltes Wasser zum Duschen und geschlafen wurde im Matratzenlager mit der ganzen Gruppe. So empfanden die Wanderer am Ende der Reise ein Fünf-Bettzimmer mit warmer Dusche als ausgesprochenen Luxus.

Beim Abschlussritual in Meran zogen die Schüler ihr persönliches Fazit. Hierbei sprach jeder über die Anstrengungen und Widrigkeiten, die es zu überwinden galt. Alle waren Stolz auf ihre  Leistung. Einig waren sie in ihrer Begeisterung über den Zusammenhalt in der Gruppe, der in vielen schwierigen Situationen geholfen hatte weiterzukommen. Denn schließlich waren alle 16 Teilnehmer heil und gesund in Meran angekommen.

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