Bad Kissingen

Aktiv für mehr Sicherheit

Bei der Jahreshauptversammlung der Kreisverkehrswacht Bad Kissingen wurde das Vorstandsteam im Amt bestätigt. Außerdem wurden weitere Geschwindigkeitsmessanlagen an Gemeinden übergeben.
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Neun Städte, bzw. Gemeinden haben im Altlandkreis Bad Kissingen Geschwindigkeitsmessanlagen erhalten. Die letzten Anlagen wurden nun an die Gemeinde Oerlenbach sowie die Märkte Burkardroth und Maßbach übergeben. Auf unserem Foto v.li. Joachim Hein, Florian Arand, Jan Freese (alle Kreisverkehrswacht) Oerlenbachs Bürgermeister Franz Kuhn und für die Marktgemeinde Maßbach Volker Heim. Waldemar Bug (Burkardroth) war verhindert.  Foto: Peter Rauch
Neun Städte, bzw. Gemeinden haben im Altlandkreis Bad Kissingen Geschwindigkeitsmessanlagen erhalten. Die letzten Anlagen wurden nun an die Gemeinde Oerlenbach sowie die Märkte Burkardroth und Maßbach übergeben. Auf unserem Foto v.li. Joachim Hein, Florian Arand, Jan Freese (alle Kreisverkehrswacht) Oerlenbachs Bürgermeister Franz Kuhn und für die Marktgemeinde Maßbach Volker Heim. Waldemar Bug (Burkardroth) war verhindert. Foto: Peter Rauch

Viele Neuigkeiten, aber wenig Veränderung im Verein, so lässt sich die Jahreshauptversammlung der Kreisverkehrswacht Bad Kissingen kurz zusammenfassen. So gab es bei den anstehenden Neuwahlen keinerlei Änderungen im Vorstand: Erster Vorsitzender ist und bleibt Florian Arand, ebenso 2. Vorsitzender Joachim Hein, und auch bei den weiteren Vorstandsposten änderte sich nichts. Schatzmeister ist und bleibt Jan Freese, und Geschäftsführer Matthias Kleren wird diese Tätigkeit ebenso wie die beiden Kassenprüfer Heinrich Wich und Michael Erhard weiterhin ausführen.

Viele Aufgaben

129 Bürger, Gemeinden, Firmen und Organisationen sind Mitglied in der Kreisverkehrswacht zu deren Hauptziel mehr Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer untereinander ganz oben auf dem vielseitigen Aufgabenkatalog steht. So wurden laut Geschäftsbericht für 2019 im Verkehrssicherheitsprogramm diverse Maßnahmen aus den Themenfeldern "Mehr Sicherheit durch Können, Verkehrserziehung in den Schulen und Radfahrausbildung" genannt. Diese zielgruppenspezifischen Maßnahmen leiste der Verband im Landkreis bereits seit 66 Jahren und reiche von der Jugendverkehrserziehung, über die Fortbildung von Erzieherinnen, über Elternveranstaltungen, Ausbildung von Schülerlotsen und Schulweghelfern bis hin zur Jugendverkehrsschule und zum Fahrtraining für junge Fahranfänger und Erwachsene.

So könne man stolz darauf zurückblicken, dass es an den insgesamt 70 von Schülerlotsen besetzten Stellen auch im vergangen Jahr zu keinem Schulwegunfall kam. Enttäuscht zeigte sich nur der ehemalige Kreisverkehrswachtgeschäftsführer und jetzige Seniorenbeauftragte Edgar Kast. Er, der inzwischen "Rollator-Kurse" und sogar einen "Rollator-TÜV" anbietet, wollte für mobil gebliebene Senioren, die noch mit dem eigenen Pkw unterwegs sind, eine freiwillige, seniorengerechte Nachschulung durch niedergelassene Fahrlehrer anbieten. Völlig anonym sollten diese Fahrstunden ablaufen, wobei der Fahrlehrer quasi nur als Beifahrer im Auto des Seniors mitfährt, um da und dort einen Tipp, einen Hinweis zu geben - aber, die Resonanz auf dieses Angebot war fast Null.

Keine weitere Nachfrage

Zwar kaufte eine Versicherungsagentur etliche Stunden für ihre Kunden, auch die Fahrlehrer müssen bezahlt werden, aber weitere Anfragen gab es so gut wie keine, betont Edgar Kast. "Dabei beträgt der Anteil der über 60-Jährigen in unserem Landkreis zur Zeit 32 Prozent mit steigender Tendenz, schon in zehn Jahren werden es 39 Prozent sein". Gerade auf dem Land seien viele Menschen auf ihr Fahrzeug angewiesen, weil sich weder Bäcker noch Metzger, noch Apotheke, Kaufladen oder Arzt im Ort befinden. Zwar gäbe es das "Seniorenticket 65+" ein preisgünstiges Monatsticket des ÖPNV für den gesamten Monat, aber auch dieses werde zu selten genutzt.

Wie wichtig Seniorenarbeit auch und gerade hier sei, machte Kast an einem Beispiel klar: So veröffentlichte im Dezember das ZDF eine Deutschlandstudie, wonach der Landkreis Bad Kissingen beim untersuchten Punkt "Verkehrssicherheit für Senioren" nur auf Rang 288 von 401 untersuchten Städten kam. Zu dieser schlechten Deutschland-Studie hätten mit Sicherheit auch die steigenden Unfallzahlen, 16,2 Prozent verursacht von Senioren, beigetragen.

Wie Vorsitzender Florian Arand ausführte, wurden bereits im Vorjahr für sechs Städte und Gemeinden im Altlandkreis insgesamt zwölf Geschwindigkeitsmesstafeln angeschafft und werbewirksam im Landratsamt an die betreffenden Kommunen übergeben. Im Nachgang hätten sich dann noch Burkardroth, Maßbach und Oerlenbach gemeldet und angefragt ob auch sie solche erhalten können. Die Kreisverkehrswacht hat die Kosten, knapp 50 000 Euro für die insgesamt 18 Anzeigetafeln, voll und ganz übernommen.

Diese hochwertigen Geschwindigkeitsmessanlagen entsprechen der neuesten Technik und können sowohl stationär wie auch im mobilen Einsatz benutzt werden, wobei der betreffende Verkehrsteilnehmer nur jeweils seine Geschwindigkeit mit dem jeweiligen Smiley angezeigt bekommt, aber bei Geschwindigkeitsübertretungen keine "Knöllchen". Wie drastisch in Zukunft manche Verkehrsverstöße geahndet werden, dafür trat nochmals Edgar Kast ans Rednerpult. Vieles, so Kast, betreffe die Sicherheit der Radfahrer. So koste ein Parken auf dem Radweg, wenn das Gesetz verabschiedet wird, dann 70 Euro plus einen Punkt. Radfahrer bekommen als Rechtsabbieger an speziellen Ampeln sogar einen nur für sie gültigen Pfeil ,und es wird sogar ein neues Verkehrszeichen eingeführt. "Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen", das an engen oder unübersichtlichen Straßenabschnitten aufgestellt wird. Richtig teuer mit 200 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot wird auch die missbräuchliche Nutzung der Rettungsgasse, und "Blitzer-Apps" auf dem Handy oder Navi sind in Zukunft verboten und schlagen mit 75 Euro und einem Punkt im Zentralregister zu Buch - wenn man damit erwischt wird.

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