Bad Kissingen

Ärzteteam im Eli wieder komplett

Nach langer Vakanz werden am Eli die letzten Chefarztstellen besetzt. Internist Andreas Langeheinecke ist Spezialist für Infektionen, kennt sich aber auch mit Pilzen und Kurgästen aus.
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Andreas Langeheinecke bei einer Endoskopie. Foto: Benedikt Borst
Andreas Langeheinecke bei einer Endoskopie. Foto: Benedikt Borst
Die Aufregung war groß, als im Oktober letzten Jahres bekannt wurde, dass sechs Chefärzte ihren Job im Helios St. Elisabeth-Krankenhaus gekündigt haben, darunter auch der frühere ärztliche Direktor Dr. Michael Kahle. Einen Monat später verließ zu allem Überfluss noch der damalige Geschäftsführer Marcus Plaschke die Klinik.
Gut ein Jahr kann sein Nachfolger Sebastian Güldner endlich auch für die letzten vakanten Stellen wieder einen Ersatz präsentieren. "Ich bin froh, dass wir die Nachbesetzung abgeschlossen haben und dass das Team wieder komplett ist", sagt Güldner.

Viele Stellen waren monatelang unbesetzt. Im Sommer kam ein neuer Chefarzt für die Lungenheilkunde, im September gab es neue medizinische Chefs für die Frauenheilkunde und die Schmerzklinik, im Oktober folgen die neuen Chefärzte für die Bauchstation und die Altersmedizin. Güldner hofft, dass damit die personell unruhigen Zeiten am Eli überstanden sind.

Der Klinikgeschäftsführer hat jetzt mit Andreas Langeheinecke den neuen Chefarzt für die Gastroenterologie vorgestellt, eine der größten Abteilungen des Krankenhauses. Bislang wurde die Station kommissarisch geleitet. Das Alltagsgeschäft lief davon aber unberührt weiter. "Wir hatten deshalb keine Einbrüche", berichtet Güldner. Die Gastroenterologie ist ein Teilbereich der Inneren Medizin. Sie beschäftigt sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie innerer Organe wie der Leber und der Gallenblase. "Es ist zeitgemäß, dass eine Klinik eine gute Bauchstation hat", betont Lang eheinecke.

Der Mediziner kommt von Saarbrücken nach Bad Kissingen. Mit drei Oberärzten und zwischen fünf bis sechs Assistenzärzten behandelt der 50-Jährige in der Gastroenterologie jährlich zwischen 2800 und 3000 Fälle. Den Kurort an der Saale kennt der gebürtige Schwabe aus seiner Zeit am Klinikum Fulda.


Von Kurgast bis Pilzvergiftung

Langeheinecke rechnet mit einem anspruchsvollen Aufgabenspektrum. Generell sei der Patientenstamm auf der Bauchstation durch alle Altersschichten bunt gemischt. In Bad Kissingen rechnet er verstärkt mit Kurgästen. Verschlechtert sich deren Zustand beispielsweise nach einer Operation während der Reha, werden sie ins Eli verlegt. "Solche Patienten haben teils sehr komplexe Krankheitsbilder. Da ist dann richtig Betrieb", sagt Langeheinecke.


Spezialist für Infektionen

Ebenfalls immer wieder zu tun hat der Gastroenterologe mit Pilzvergiftungen. "Das passiert zwar nicht alltäglich, aber im Herbst doch häufiger", schildert er die Situation. Die meisten Pilzvergiftungen sind unecht, also etwa wenn Patienten verdorbene Gerichte gegessen haben. Bei den echten Vergiftungen werden in der Regel genießbare Champignons mit den lebensgefährlichen, leberschädigenden Knollenblätterpilzen verwechselt.

Der Internist hat sich zudem auf Infektionserkrankungen spezialisiert und in dem Bereich langjährige Berufserfahrung. "Es treten im Alltag viele Probleme mit Infektionskrankheiten auf", erklärt Langeheinecke. Das bestätigt auch der Klinikgeschäftsführer. "Multiresistente Erreger sind auch bei uns ein Thema. Wir freuen uns deshalb, dass wir jemanden gefunden haben, der das Spektrum erweitert", sagt Güldner.

Langeheinecke hat mehrfach im Ausland gearbeitet, unter anderem für ein soziales Projekt in Peru. Es ist ihm ein Anliegen, sich im Eli medizinisch bei der Versorgung von Flüchtlingen einzubringen. Bisher unterstützt die Klinik vor allem bei radiologischen Untersuchungen und bei Schnelltests für Tuberkulose.


Neuaufbau der Altersmedizin

Zeitgleich mit Andreas Langeheinicke tritt zum 1. Oktober auch der Chefarzt für die Akutgeriatrie seinen Dienst an. Die Station existiert am Eli bisher nicht und wird in den nächsten Jahren komplett neu aufgebaut. Baulich wird die Altersmedizin in den Räumlichkeiten der seit März geschlossenen Geburtshilfe untergebracht.


/> Leistungsspektrum


Fachbereiche Am St. Elisabeth-Krankenhaus gibt es zehn Fachabteilungen: Chirurgie, Anästhesie- und Intensivmedizin, Frauenklinik, Gastroenterologie, Kardiologie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Lungenheilkunde, Radiologie, Kinderheilkunde und Urologie.

Belegschaft Am Eli sind aktuell 520 Mitarbeiter beschäftigt, davon 350 in Vollzeit. Im ärztlichen Dienst sind rund 70 Mediziner angestellt.
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