Ebenhausen
Bürgerversammlung

Ärger wegen fehlender Parkplätze am Bahnhof in Ebenhausen

Relativ viele neue Wohnhäuser werden in der Großgemeinde Oerlenbach gebaut. Auch in Zukunft will die Gemeinde freie Baugrundstücke erwerben.
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Richard Dees in der Bürgerversammlung in Ebenhausen. Sigismund von Dobschütz
Richard Dees in der Bürgerversammlung in Ebenhausen. Sigismund von Dobschütz
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Gesellig, aber sachlich ist es in der Bürgerversammlung in Ebenhausen zugegangen, in der Oerlenbachs Bürgermeister Franz Kuhn (CSU) seinen Rechenschaftsbericht 2017 mit Ausblick auf Künftiges vortrug. Lediglich die fehlenden Pkw-Stellplätze am Bahnhof und das Gemeindeblatt gaben Anlass für längere Diskussion.

Täglich werde man mit Nachrichten aus aller Welt überschüttet, "heute gibt es Informationen über Vorgänge direkt vor der Haustür", begrüßte Ebenhausens Ortssprecher Benedikt Kessler (FWG) die 70 Einwohner. Dieses Versprechen löste Bürgermeister Franz Kuhn in seinem einstündigen Vortrag ein. Im Laufe seiner zwölf Sitzungen habe der Gemeinderat insgesamt 42 Bauanträge genehmigt, davon 17 Wohnhausneubauten. "Das ist sehr erfreulich", meinte Kuhn, hatte es doch im Jahr zuvor nur 22 Anträge gegeben.

Durch Neubauten seien in den vergangenen zehn Jahren auch 57 Baulücken in den Ortszentren geschlossen worden - "auch in Ebenhausen". Auch alle elf Bauplätze westlich der Ziegelei wurden inzwischen verkauft, drei Häuser stehen schon. Die Gemeinde sei bemüht, freie Baugrundstücke zum Weiterverkauf an Bauwillige zu erwerben, versicherte Kuhn.

Demnächst sollen in der Grundschule die WC-Anlage saniert, Fußböden ausgetauscht und die Flure gestrichen werden. Im Keller wird gerade in Abstimmung mit Jugendpfleger Manuel Müller und unter Mitwirkung künftiger Nutzer ein Jugendzentrum mit separatem Eingang und zusätzlichem Notausgang geschaffen. Der Austausch der Straßenbeleuchtung mit LED-Licht wird im Gebiet Amselschlag, Frühlingstraße und Merkleinstraße fortgesetzt. Die Feuerwehr bekommt endlich die benötigte, 14 000 Euro teure Tragkraftspritze.

Die Planungen für die Suedlink-Stromtrasse laufen, informierte Kuhn die Ebenhäuser, wobei der von Tennet bevorzugte, ein Kilometer breite Trassenkorridor genau zwischen Ebenhausen und Poppenhausen verläuft. Im ersten Quartal 2019 wird sich die Bundesnetzagentur zwischen dieser und anderen Alternativen entscheiden. Sollte die Entscheidung für diesen Korridor fallen, wird nach dem Planfeststellungsverfahren der genaue Trassenverlauf bestimmt. Am 13. Juni wird es in Oberthulba eine öffentliche Veranstaltung geben. Kuhn: "Dieses Thema wird uns also noch eine Zeitlang beschäftigen."

Momentan wird der Bahnhof Ebenhausen von der DB-Netz barrierefrei ausgebaut, wozu für 5,4 Millionen Euro eine Unterführung sowie bis zu 90 Meter lange Rampen zu den Gleisen geschaffen werden. Trotz wiederholter Forderung der Gemeinde wird die DB-Tochter weder WC-Anlage noch Pkw-Stellplätze bauen. Dafür sei die DB-Netz nicht zuständig. Außerdem sei dies bei der Fahrgastfrequenz nicht Vorschrift. "Jeder private Bauherr muss Stellplätze ausweisen, aber die Deutsche Bahn wohl nicht", machte Kuhn seinen Ärger deutlich.
Dieses Thema beherrschte auch die halbstündige Aussprache mit den Ebenhäusern, die Kuhns Information mit Unverständnis aufnahmen. Dem Hinweis aus dem Zuhörerkreis, die Bahn habe doch an der Haltestelle in Rottershausen Stellplätze gebaut, widersprach der Bürgermeister: Diese seien mit Mitteln zur Dorferneuerung und Geld der Gemeinde bezahlt worden.

Neben anderen Punkten wie dem Breitbandausbau (Kuhn: "Das Glasfaserkabel läuft 500 Meter an Ebenhausen vorbei, aber es gibt noch kein neues Ausbauförderprogramm.") wurde erneut über das Gemeindeblatt diskutiert. Richard Dees wiederholte seine schon im Vorjahr gestellte Forderung nach kostenloser Verteilung an alle Haushalte. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass der Gemeinderat dies bereits 2017 abgelehnt habe, doch will er gern noch einmal darüber beraten lassen.


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