Bad Kissingen
Kreistag

Absolute Mehrheit knapp verpasst

Die CSU verpasst die absolute Mehrheit, der grüne Gedanke verliert und gewinnt, die Altlandkreise sehen sich gut vertreten. Gewinner, Verlierer, Überraschungen und Stimmen der Kreistagswahl im Überblick.
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Die Sitzverteilung des neuen Kreistages Bad Kissingen Grafik: Klaus Heim
Die Sitzverteilung des neuen Kreistages Bad Kissingen Grafik: Klaus Heim
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Die CSU verpasst die angepeilte absolute Mehrheit bei der Kreistagswahl knapp. Die Partei kann zwar ihr Ergebnis von der letzten Wahl geringfügig auf 47,27 Prozent verbessern, gewinnt dennoch keinen neuen Sitz in dem Gremium hinzu. "Das ist ein ordentliches Ergebnis für die CSU. Wir sind wieder ganz klar die größte Fraktion mit 29 Prozent Abstand auf die SPD", sagt Fraktionssprecher Siegfried Erhard. Die Kreistagsfraktion sei zufrieden und sehe sich in ihrer Arbeit bestätigt. Außerdem vertritt die CSU den Anspruch, weiterhin den Stellvertretenden Landrat zu stellen. Laut Erhard wird die Fraktion demnächst über die Personalie beraten.

Trotzdem sei ein besseres Ergebnis möglich gewesen, sagt Erhard. In jeder Gemeinde des Landkreises hat die CSU die meisten Stimmen erhalten, außer in Zeitlofs und Geroda. Dort war die Parteilose Wählergruppe (PWG) des Altlandkreises Bad Brückenau beliebter. "Bei der Kreistagswahl gibt es ein starkes regionales Denken. Da wird mehr auf die Ortschaft geschaut", erklärt der amtierende Oerlenbacher Bürgermeister.

CSU nicht übermächtig

Dass die CSU ihr Wunschziel knapp verpasst hat, sorgt für leise Freude bei den übrigen Kreistags-Fraktionen. "Ich bin mit der Wahl durchaus zufrieden, weil ich vorab bedenken hatte, dass das Ergebnis noch stärker in Richtung CSU gehen könnte", kommentiert Christian Fenn (Grüne). Reimar Glückler, Freie Wähler und Christlicher Bürgerblock (FW-CBB), sei zufrieden, "dass die CSU keine absolute Mehrheit erhält". SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Görner stimmt zu : "Das ist besser so."

Das Kräfteverhältnis im Kreistag bleibt nach der Wahl im Großen und Ganzen unverändert. CSU, SPD, und PWG legen zwar bei den Stimmenanteilen zu, erhalten aber nicht mehr Sitze als in der aktuellen Wahlperiode. FW-CBB und FDP verlieren Stimmen, behalten jedoch alle Mandate. Die einzige Änderung betrifft ödp und Grüne: Die Grünen verlieren 0,04 Prozent Stimmen und einen Platz, die ödp sichert sich mit über einem Prozent Stimmenzuwachs das freie Mandat. "Ein erfreuliches Ergebnis, das zeigt, dass die Bürger mit unserer Politik zufrieden sind", sagt ödp-Kreisrat Waldemar Bug. Grünen-Politiker Christian Fenn sieht den Tausch gelassen: "Mir geht es um den grünen Gedanken. Den sehe ich nicht gefährdet."

Erfolgreiche Stimmenjäger

Wenn die Überraschungen bei den Parteien ausbleiben, sorgen die Kandidaten dafür. Thomas Menz fährt von Listenplatz 24 aus mit 9642 Stimmen das zehntbeste Ergebnis der SPD ein und kommt beim ersten Versuch in den Kreistag. "Das ist ein großer Vertrauensbeweis der Wähler", sagt der Rot-Kreuz-Einsatzleiter. "Ich komme aus dem sozialen Bereich. Mir liegen die Menschen am Herzen, ihnen will ich gerecht werden."

CSU-Mann Edgar Thomas schafft den Einzug in den Kreistag von Listenplatz 41 aus. "Darauf bin ich mächtig stolz", sagt der Nüdlinger. "Ich habe zwar gehofft, dass ich ein bisschen nach vorne komme, aber ich hätte nicht gedacht, dass ich es auf Anhieb schaffe."

Wo es Gewinner gibt, bleiben unweigerlich auch Verlierer. So verpassen beispielsweise Michaela Wendemann und Anna Krug (beide CSU) auf den Plätzen 30 und 31 den Einzug in das Gremium, obwohl beide zusammen 38 384 Stimmen erhalten haben. "Das ist sehr bedauerlich", sagt Fraktionssprecher Erhard.

Die Saale-Zeitung hat versucht, alle Fraktionen zu Wort kommen zu lassen. FDP-Sprecherin Adelheid Zimmermann war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.


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