Bad Kissingen
Literatur

Zurück in die zwanziger Jahre

Pech im Spiel - Glück in der Liebe? Vincent Rahder stellt sein Erstlingswerk "Sommernacht in Kissingen" vor.
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Das Spielbankrestaurant war für den Autor Vincent Rahder der entsprechende Ort um sein Erstlingswerk "Sommernacht in Kissingen" vorzustellen.  Foto: Peter Klopf
Das Spielbankrestaurant war für den Autor Vincent Rahder der entsprechende Ort um sein Erstlingswerk "Sommernacht in Kissingen" vorzustellen. Foto: Peter Klopf
Sommer 1927. Die Goldenen Zwanzigerjahre neigen sich dem Ende zu, und nach dem Verlust seiner Arbeit bei Gericht entschließt sich der 24-jährige Magnus Miller, für eine Woche nach Bad Kissingen zu reisen, um sich zu besinnen und vor allem eines zu tun: Roulette spielen. Gerade angekommen, trifft er auf den Frankfurter Juwelier Ephraim Goldmann, der ihn in das gesellschaftliche Leben des Kurorts einführt, und auf die verführerische Marlene Alsen mit ihrer Freundin Sarah trifft. Die beiden selbstbewussten Frauen aus Berlin führen ein freizügiges Leben und feiern das Hier und Jetzt. Zusammen mit ihnen und dem schillernden Motorradrennfahrer Emil verbringt Magnus rauschhafte Tage, während die bevorstehende Zeitenwende bereits ihre Schatten vorauswirft. Akribisch beschreibt der Würzburger Autor Vincent Rahder (Jahrgang 1970) in seinem Erstlingswerk "Sommernacht in Kissingen" das Leben der High Society in der mondänen Kurstadt Bad Kissingen Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Dreh- und Angelpunkt ist die Bad Kissinger Spielbank. So war auch das Spielbankrestaurant der illustre Ort um das Buch zum ersten Mal in der Kurstadt zu präsentieren. "Ich habe für das Buch genau recherchiert um den Glanz und die Glorie der ,Goldenen Zwanziger Jahre' in mein Werk einfließen zu lassen." Die Treppe zur Spielbank, den Kurpark, den Regentenbau, den Flugplatz in der Au und den Weg dorthin - konnte man mit geschlossenen Augen erkennen.


Sehr detailgenau

Vincent Rahder, geradezu ins Detail verliebt, lässt die Kurstadt und seine Kurgäste im strahlenden Glanz erscheinen. Mittendrin der Besuch der Spielbank. Magnus Miller gewinnt, verliert seine ganze Barschaft und erhält aus Versehen für damalige Verhältnisse ein Vermögen von 3000 Mark. Gewinnt er auch die Liebe von Marlene und Sahra? Vincent Rahder ließ offen, ob es in einem amourösen Abenteuer endet. Mit viel Feingefühl zeichnet der Autor Vincent Rahder einen Menschen, der einmal dazugehören möchte zur "besseren Gesellschaft". Förmlich klebte man an seinen Lippen, wie er die Figuren - eine nach der anderen - in das Rampenlicht treten ließ. Spannend, authentisch und mit viel Fantasie zentrierte er seinen Roman in ein längst vergangenes Bad Kissingen.
"Es ist mein erstes Buch, ich wollte zwar schon immer schreiben, nur fehlte mit die Idee", sagt er. "Die Recherche zu dem Buch war für mich sehr spannend und überaus interessant. Mit meinen Geschichten erfülle ich mir manchmal gerne Träume oder Wünsche, mache aus meiner Fantasie Realität. So war es auch mit  ,Sommernacht in Kissingen'. Im Sommer vor zwei Jahren habe ich Vicki Baums ,Menschen im Hotel' gelesen, in dem auch Glücksspiel stattfindet. Da kam mir die Idee, zur Casino-Szene in meinem Roman und sofort auch der Gedanke an Bad Kissingen. Geschichte und Ort der Handlung kamen ganz natürlich zusammen. Als der Roman fertig war, fiel es schwer, diese Welt wieder zu verlassen" , erzählt der Autor.


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