Bad Kissingen

Zeit lassen und Maß nehmen

Bei der Süddeutschen Meisterschaft im Automobilturniersport ging es nicht um Vollgasgeben, sondern um Fahrzeugbeherrschung und überlegtes Fahren. Die Teilnehmer aus dem Landkreis schlugen sich achtbar.
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Die Schiedsrichter schauen schon genau hin, wenn es darum geht, an ein Gatter möglichst eng hinzufahren. Foto: Heinrich Mutz
Die Schiedsrichter schauen schon genau hin, wenn es darum geht, an ein Gatter möglichst eng hinzufahren. Foto: Heinrich Mutz
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Bereits zum zweiten Mal - nach 2008 - wurde die Süddeutsche Meisterschaft des ADAC im Automobil-Turniersport im Landkreis Bad Kissingen ausgetragen. Schon aus dem Wort "Turnier"-Sport ist zu entnehmen, dass es sich nicht um ein Rennen handelt, bei dem Wettbewerb müssen die Fahrer schnell und sicher sein, jeder Fehler wird mit 20 Punkten Zeitaufschlag bewertet.
Gut konnte man das bei dem Turnier auf dem Parkplatz in Bad Bocklet, der von der Gemeinde als Austragungsort zur
Verfügung gestellt worden war, beobachten. 42 Starter aus Hessen, Thüringen, Nord-/Südbaden, Württemberg sowie Süd- und Nordbayern hatten sich bei Heinrich Muth (Katzenbach), dem Turnierbeauftragten des ADAC-Nordbayern, gemeldet.

Aufgaben aus dem Alltag gegriffen

Die Aufgaben, die sie zu bewältigen hatten, stammen alle aus dem normalen Autofahrer-Alltag, und die Maße der Hindernisse wurden für jedes Fahrzeug eingestellt. Natürlich gab es auch eine technische Prüfung der Fahrzeuge, und der Führerschein musste ebenfalls vorgelegt werden. Danach blieben die Autos im "Parc fermé" bis zum Start. Dreimal musste der knifflige und eng gestellte Parcours durchfahren werden, Zeiten und Fehler wurden erfasst.
Erfahrungsgemäß bringt der dritte Lauf die größte Spannung, denn die Teilnehmer starten dann in umgekehrter Reihenfolge, die besten zum Schluss. Dass sich dabei noch Überraschungen bei der Endplatzierung ergeben können, versteht sich von selbst, schleicht sich doch hier oder da ein Fehler ein - eine Stange fällt um, ein Gatter wird berührt - und der bereits sicher geglaubte Sieg ist weg.

Interessierte Zuschauer

Erfreulich viele Zuschauer fanden sich insbesondere nachmittags am Turnierplatz ein und schauten gebannt der unerhört sicheren und schnellen Fahrweise der Teilnehmer zu. Dass man sein Fahrzeug ganz genau kennen muss, um so zu fahren, erkannten die meisten, und ließen sich auch über die Möglichkeiten aufklären, wo und wann man selbst an solchen Turnieren im hiesigen Raum teilnehmen kann, um sein Fahrzeug besser kennenzulernen.

Die Süddeutschen Meister

Der Sieger war schließlich Jürgen Drewes (Württemberg), die Siegerin Sabine Jentsch (Hessen/Thüringen). Die beiden durften am Ende des Tages unter dem Beifall der Zuschauer noch mal eine Ehrenrunde am Turnierplatz drehen. Abends fand die Siegerehrung im Café Laudensack statt, dazu begrüßte Heinrich Muth viele Turniersportfreunde.
Herbert Behlert, Vorsitzender des ADAC Nordbayern, betonte dabei, dass man stolz auf die Ortsclubs Bad Brückenau, Bad Kissingen und Hammelburg sei, weil sie für diesen schönen Turniersport gern die Arbeit übernehmen. Auch wenn im Augenblick nicht allzuviel Nachwuchs in diesem Spartensport zu verzeichnen sei, hoffe er, dass es dem Turnierbeauftragten Heinrich Muth gelingen möge, hier etwas "Richtung Neuanfang" zu bewegen.

Lob für die Landkreisvereine

Stellvertretender Landrat Emil Müller stellte fest, dass es nicht sehr viele Clubs und Vereine gibt, die sich um die Arbeit einer solchen Wettkampf-Ausrichtung reißen. Bei den ADAC-Clubs des Landkreises könne man sich auf die gute Durchführung verlassen und er gratulierte zu diesem Erfolg. Christa Nürnberger, die stellvertretende Vorsitzende des ADAC-Ortsclubs Bad Kissingen dankte im Besonderen allen Helfern, Funktionären "und dem ganzen Team" für die geleistete Arbeit. Gemeinsam mit Turnierleiter Gernot Riemey nahmen Heinrich Muth und Herbert Behlert die Siegerehrungen vor.

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