Bad Kissingen
Seelsorge

Zehn Jahre Zeit für Gespräche

Der Kontaktpunkt in Bad Kissingen feierte Jubiläum.
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Der Kontaktpunkt der katholischen Kirche gegenüber der Herz-Jesu-Stadtpfarrkirche besteht seit zehn Jahren. Leiter ist Kur- und Gästeseelsorger Rainer Ziegler. Foto: Ralf Ruppert/Archiv
Der Kontaktpunkt der katholischen Kirche gegenüber der Herz-Jesu-Stadtpfarrkirche besteht seit zehn Jahren. Leiter ist Kur- und Gästeseelsorger Rainer Ziegler. Foto: Ralf Ruppert/Archiv
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Der Kontaktpunkt, die Anlaufstelle für Bürger, Passanten, Kurgäste, Urlauber und Rehapatienten im Herzen Bad Kissingens, hat sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Zur Feierstunde kamen viele Gäste - auch aus Würzburg von der Hauptabteilung Seelsorge des bischöflichen Ordinariates. Domkapitular Christoph Warmuth zelebrierte den Festgottesdienst in Herz Jesu mit den Mitarbeitern und vielen Gästen.
Musikalisch umrahmt wurde die Messe von Kantor Burkhard Ascherl und dem Chor der Offenen Behindertenarbeit (OBA) Bad Kissingen. Die behinderten Menschen haben seit langem eine intensive Beziehung zum Kontaktpunkt durch gemeinsame Ausstellungen und andere Unternehmungen.


Ehrenamtliches Engagement

Christine Endres, die Bereichsleiterin für die Diakonischen pastoralen Felder, eröffnete im katholischen Gemeindezentrum den Reigen der Grußworte beim anschließenden Empfang. Sie beschwor die Mitarbeitenden, den Geist des Anfangs wieder neu zu entdecken und sich immer wieder auf die Menschen einzulassen, die die Schwelle des Kontaktpunktes überschreiten.
"Unsere Tür ist täglich außer an Wochenenden geöffnet, die 35 ehrenamtlich Engagierten sind in zwei Schichten für alle Anfragen da", betonte Kur- und Gästeseelsorger Rainer Ziegler, der Leiter der Einrichtung. Er bedankte sich bei allen Gründungsvätern und -müttern, besonders bei Gertrud Engels, die noch heute beim Mitarbeiterstamm dabei ist und bei Gemeindereferent Bernd Keller, dem Initiator und langjährigen Leiter des Kontaktpunktes.


Anfang im Krugmagazin

Einige Geschichten über den Anfang der Kurseelsorge im Krugmagazin steuerte Gemeindereferentin Ursula Summa bei, die schon seit fast zehn Jahren die zuständige Kurseelsorgerin in Bad Kissingen ist.
Der jetzige Leiter, Pastoralreferent Rainer Ziegler war damals der zuständige Bereichsleiter und erinnerte sich an die drängende Empfehlung durch Ortspfarrer Thomas Kessler und die finanzielle Unterstützung durch die bischöfliche Finanzkammer.
Am wichtigsten aber, so Ziegler, sind und waren die vielen Ehrenamtlichen die tagaus, tagein ihren Dienst im Kontaktpunkt leisten und alle Gäste mit offenen Ohren und Herzen empfangen. Hierbei spielen Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen und Interesse am Menschen eine große Rolle.
Auch Bürgermeister Kay Blankenburg betonte die Wichtigkeit zwischenmenschlicher Kontakte, die der Generation Y (Why) schlichtweg abgehe. Die jungen Menschen, die zwischen 1980 und 1999 geboren sind, hätten zwar enorme Fähigkeiten im Umgang mit den neuen Medien und meist einen extrem hohen Bildungsstand, seien aber emotional und von der Fähigkeit zum empathischen Einfühlen oft weit entfernt. Auf ihrem Facebook-account hätten sich zwar hunderte von "friends" eingetragen und viele "likes" versprächen eine hohe Beliebtheit, aber das alles bleibe virtuell, elektronisch und unterkühlt. Das wirkliche Leben ist durch wirkliche Begegnungen geprägt, von "face-to-face" Kontakten, die den Alltag so reich machen. Wirkliche Menschen aus Fleisch und Blut, mit einem weiten Herzen und offenem Ohr seien immer noch unersetzlich.


Immer neue Herausforderungen

So appellierte der Oberbürgermeister an alle Mitarbeiter, sich immer wieder neu den Herausforderungen der "Offenen Tür" zu stellen, wo man nicht weiß, wer kommt und was dieser Mensch an Fragen mitbringt. Das sei auch eine Qualität, die einer Kurstadt wie Bad Kissingen, wo es um Gesundheit und Heilung geht, gut zu Gesicht stehe. So müsste der Kontaktpunkt erfunden werden, wenn es ihn nicht schon gäbe. Die Zustimmung im Saal war groß - auch bei den zahlreich erschienen Kooperationspartnern und Freunden des Kontaktpunktes.
Die einzelnen Beiträge wurden von der Veeh-Harfengruppen der Werkstatt Nüdlingen der Lebenshilfe Schweinfurt in klassischer und bewährter Weise umrahmt.
Der Abend endete mit dem Appell des Leiters, dass der Kontaktpunkt immer wieder neue Mitarbeitende braucht, um seine Mission erfüllen zu können. Interessierte können sich melden unter Tel. 0151/ 178 794 97, E-mail: rainer.ziegler@bistum-wuerzburg.de oder im Kontaktpunkt, Von-Hessing-Strasse 1.


Jubiläums-Matinee

Am Sonntag, 12. Juni, um 11 Uhr, ist eine Jubiläums-Matinee im Kontaktpunkt geplant. Es gibt eine Lesung mit Peter Schott unter dem Motto "In mir ist ein Gespräch...". Er wird musikalisch begleitet von Stefan Nieland am E-Piano. Peter Schott, 51 Jahre, wohnt in Münnerstadt und arbeitet als Gemeindereferent in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Maria Bildhausen. Außerdem ist er freiberuflicher Autor und Referent. red
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