Bad Kissingen
Konzert

Zauber der Operette

Die Benefiz-Operetten-Gala des Fördervereins Kurorchester überraschte durch Esprit und musikalische Leichtigkeit.
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Sie begeistert mit ihren kraftvollen Stimmen, die auch in den höheren Passagen überzeugten: Juan Carlos Petruzziello, Iva Ionova und Carsten Süss (von links). Fotos: Peter Klopf
Sie begeistert mit ihren kraftvollen Stimmen, die auch in den höheren Passagen überzeugten: Juan Carlos Petruzziello, Iva Ionova und Carsten Süss (von links). Fotos: Peter Klopf
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"Es ist fantastisch, dass der Saal wegen eines Klavieres so gefüllt ist. Sie müssen ihr Kurorchester sehr lieben!" Tenor Carsten Süss als Moderator der Benefiz-Operetten-Gala im Bad Kissinger Kurtheater war sichtlich überrascht, dass das Haus der Poeme fast bis auf den letzten Platz besetzt war.
Zwar stand die Anschaffung eines neuen Flügels für das Kurorchester durch den Erlös eines Benefizkonzertes im Fokus der Organisatoren Kurt Rieder und Klaus Stephanie vom Förderverein Bad Kissinger Kurorchester, doch was noch mehr zog, waren die Melodien aus der Welt der leichten Muse.
Franz Lehár, Emmerich Kálman, Carl Millöcker, Robert Stolz oder Johann Strauß (Sohn) lieferten die Melodien für einen Operettenabend erster Klasse, der mit stehenden Ovationen eines begeisterten Publikums nach zwei Stunden ein grandioses Ende fand.
Schon die Moderationen von Carsten Süss waren der Besuch des Abends wert. Mit flotten Sprüchen, hintersinnigem Humor und einer ausgezeichneten humoristischen Ader führte er brillant durch das Programm. Der Charmeur spielte mit den Zuhörern mit viel Wortwitz und Situationskomik: "Goethe war auch in Italien. Sicherlich nicht als Pauschalreisender" oder "Retten sie die Operette, gehen sie nicht mehr in das Musical".


Überzeugende Stimmen

Doch nicht nur als Moderator machte er eine gute Figur, sondern auch als ausdrucksstarker Tenor. Besonders beeindruckte seine Interpretierung des bekannten Gassenhauers "Freunde, das Leben ist lebenswert" aus Franz Lehárs Operette "Giuditta" oder "Ich knüpfte manche zarte Bande" aus Carl Millöckers "Bettelstudent".
Genauso bestechend die Sopranistin Iva Ionova und der Tenor Juan Carlos Petruzziello. "Du sollst der Kaiser meiner Seele sein" aus der Operette "Der Favorit" von Robert Stolz oder das bekannte "Vilja Lied" aus Franz Lehárs Operette "Die lustige Witwe" waren einige der bezaubernden Interpretationen von Iva Ionova, bei denen man nur so hinschmelzen konnte.
Überzeugend auch der Tenor Juan Carlos Petruzziello, der besonders mit dem Welthit "Granada" von Augustin Lara oder "La donna è mobile" aus Giuseppe Verdis Oper "Rigoletto" begeisterte.
Dreh- und Angelpunkt war Michael Kunz mit seiner elektronischen Wersi-Orgel. Er ist einer der bekanntesten Interpreten auf diesem Instrument. Ein Vollblutmusiker, der in allen Variationen begeisterte. Mit seiner Orgel erzeugte er Klangwelten, die einem Streichorchester sehr nahe kamen. Gleichzeitig war er ein idealer Begleiter der Sänger, die als Solisten oder Duo ihre Stimme graziös erklingen lassen konnten.


Begeisterte Reaktionen

Doch auch als Solist an der Orgel bezauberte Michael Kunz mit einer phänomenalen Klangfülle. Mit der Polka schnell "Unter Donner und Blitz" von Johann Strauß (Sohn) oder dem Galopp. "Zirkus Renz" von Gustav Peter zeigte er seine einzigartige Virtuosität.
Begeistert von dem Abend war auch Elena Iossifova die musikalische Leiterin des Kurorchesters. Sie sagte in der Pause: "Wir haben mit den Künstlern schon oft zusammengearbeitet und sind eine gute Symbiose mit ihnen eingegangen, die sich bewährt hat. Der Gesang und die Begleitung durch die Orgel ist schon etwas Einzigartiges, das man nicht so oft hört."
Auch Kurdirektor Frank Oette zeigte sich von dem regen Besuch des Kurtheaters beeindruckt: "Ich bin froh, dass es ein fast ausverkauftes Haus ist. Ich freue mich, dass der Förderverein des Kurorchesters so aktiv ist, um einen neuen Flügel zu beschaffen. Ich finde, Bad Kissinger Kurorchester ist eines der besten in Deutschland." Frank Oette dankte dem Vorsitzenden Kurt Rieder und seinem Stellvertreter Klaus Stephanie namentlich für ihr Engagement.
Mit stehenden Ovationen und riesigem Applaus, dem zwei Zugaben folgten, dankte das Publikum für einen wunderbaren und einzigartigen Abend, der das Herz eines jeden Operettenfreundes höher schlagen ließ.

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