Bad Bocklet
Zufrieden

Wohnmobilisten genießen die Ruhe

Es ist ruhig auf dem Wohnmobilstellplatz in Bad Bocklet. Ein einziges Fahrzeug steht derzeit dort und hat sich in der Ecke natürlich den schönsten Platz ausgesucht.
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Ruhig geht es während der Woche auf dem Wohnmobilstellplatz in Bad Bocklet zu. Annelie, eine Rentnerin aus Günzburg, steht dort derzeit ganz allein.  Fotos: Peter Rauch
Ruhig geht es während der Woche auf dem Wohnmobilstellplatz in Bad Bocklet zu. Annelie, eine Rentnerin aus Günzburg, steht dort derzeit ganz allein. Fotos: Peter Rauch
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Annelie, eine Rentnerin aus Günzburg, hat dort mit ihrem rollenden Heim einen wirklich guten Stellplatz erwischt. Drei Wochen bleibt die rüstige Dame hier, ihr Mann ist "oben" in der Klinik zur Kur, daher ist sie auch hier zur offenen Badekur gelandet. Gut die Hälfte ihrer Kur hat sie schon hinter sich, und "alles ist wunderbar". Arzt und Anwendungen sind gleich nebenan im Ort, ihr Mann hat den Pkw dabei, und so sehen die beiden sich jeden Tag, unternehmen kleinere Touren in der
Umgebung und fahren viel mit den Rädern, denn die gehören zur Ausstattung des Wohnmobils.

Camperbesuch am Wochenende

Eine "Terrasse mit Hecke", so bezeichnet die Günzburgerin ihren Stellplatz, den sie mit Tisch und Stuhl vor allzu neugierigen Blicken etwas abgeteilt hat. Alles sei hier doch noch sehr günstig und vor allem sehr ruhig. Nur am Wochenende bekomme sie regelmäßig Nachbarn, da stünden dann schon mal fünf oder sechs weitere Camper am Rande des Parkplatzes.
13 Stellplätze sind insgesamt für die Wohnmobile ausgeschildert, mit Strom und Wasser und Entsorgung, "nur die öffentlichen Toiletten gegenüber am Eingang des Kurparks werden etwas spät geöffnet", fällt der leidenschaftlichen Wohnmobilfahrerin spontan ein. Wobei sie aber gleich anfügt, dass heute wirklich jedes Wohnmobil seine eigene Chemietoilette mit sich führt.
Von anderen Benutzern, die auch schon mal den Bockleter Wohnmobilstellplatz genutzt haben, ist zu erfahren, dass es morgens manchmal etwas laut ist. Da wird schon mal um 7 Uhr mit dem Laubsauger hantiert, und bei ungünstigem Wind hört man auch die Busse, die in einem anderen Winkel des Platzes ihre Motoren warmlaufen lassen. Insgesamt jedoch sei der Platz sehr zu empfehlen, darin sind sich alle einig.
"Ein Problem ist einfach die Randlage an einem öffentlichen Parkplatz", räumt Kurdirektor Thomas Beck ein. 2003 wurden die Stellplätze damals kurzfristig auf Anregung des Bürgermeisters errichtet, nachdem lange Zeit nur ein ganz normaler Parkplatz angedacht war. Auch heute noch, so Beck, sei das Reisemobilgeschäft ein Randgeschäft, das aber ein Tourismusort anbieten müsse. Bad Bocklet habe fast eine Vorreiterstellung im Landkreis eingenommen. Selbst in Bad Kissingen gab es damals noch keinen Stellplatz für Wohnmobile.

Bislang weit über 1000 Reisende

"Saison in Bad Bocklet" für die Camper sind nur die Sommermonate, auch wenn im Winter immer wieder mal ein Fahrzeug dort steht, aber insgesamt haben weit über 1000 Reisende bislang den Wohnmobilstellplatz in Bad Bocklet besucht. "Unsere Wohnmobilgäste bleiben in der Regel drei Tage, und wenn jemand hier eine offene Kur im Wohnmobil macht, ist das die Krönung für jeden Stellplatzbetreiber", lässt Beck wissen.
Überhaupt sei er mit seinen Gästen sehr zufrieden: "Die Moral ist gut, selbst Gäste, die abends kommen und am nächsten Morgen weiterfahren, melden sich (fast) immer an, denn das können sie im Haus des Gastes oder am gegenüberliegenden Minigolfplatz." Für die sechs Euro Übernachtungsgebühr für Fahrzeug und zwei Personen sind Kurtaxe, Eintritt in die Kuranlagen und die Benutzung aller fast stündlich nach Bad Kissingen verkehrenden Buslinien inbegriffen, lässt der Kurdirektor wissen.

Kurdirektor würde erweitern

"Die meist älteren Wohnmobilisten, das ist genau das Klientel, das nach Bad Bocklet passt - die gehen hier gerne in die Restaurants essen und müssen nicht jeden Cent umdrehen." Ginge es nach dem Kurdirektor, würde der Wohnmobilstellplatz sogar noch ausgebaut und erweitert werden, auch wenn er nur an wenigen Tagen, wie zum Beispiel beim Ballonglühen oder der Kurgartenbeleuchtung, voll belegt ist.
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