"Es war schon heftig," erinnert sich Kirchenpflegerin Karin Holzapfel an eine Visite im Dachstuhl vor dessen Sanierung. "Die Biberschwanz-Eindeckung der Kirche und des Glockenturms wies starke Schäden auf," sagt der mit der Sanierung beauftragte Architekt Henry Kiesel. Die Ziegel zeigten Abplatzungen und waren größtenteils porös, die Dachlatten durch die eindringende Feuchtigkeit stark angegriffen. An vielen Stellen waren die Ziegel abgerutscht und boten keinen Schutz mehr vor Regen und Flugschnee.
Das Turmkreuz war aufgrund des völlig durchgerosteten Schaftes schon zuvor abgenommen worden. "Das Kreuz drohte herunterzufallen," so der Architekt.
Entsprechend umfangreich gestaltete sich die Sanierung der insgesamt rund 800 Quadratmeter messenden Dachfläche. Die Ziegel und die Latten an Langhaus und Turm mussten abgebaut und entsorgt werden. Auf das Dach kamen neue Latten und eine neue Biberschwanz-Eindeckung, sagt Henry Kiesel. Außerdem wurden durchgefeuchtete und defekte Holz-Konstruktionsteile überprüft und bei Bedarf ausgetauscht. Punktuell mussten die Arbeiter gegen Insektenbefall vorgehen, das Turmkreuz erfuhr eine Sanierung, bevor es wieder auf den Turm gehoben wurde - in eine neue Halterung. Schließlich waren noch ausgewaschene und ausgebrochene Fugen auszubessern. .
"Uns ist nichts anderes mehr übrig geblieben, als das Dach sanieren zu lassen," so Kirchenpflegerin Karin Holzapfel. Jetzt künden nur noch Flecken auf dem Teppich vom ehemals undichten Dach.
Rund 122 000 hat die Dachsanierung gekostet. 52 000 Euro übernimmt die Finanzkammer der Diözese Würzburg, die Stadt Bad Kissingen zehn Prozent der Gesamtkosten. Mit 2600 Euro ist der Landkreis dabei, der Bezirk bzw. das Landesamt für Denkmalpflege steueren weitere 2350 Euro bei. Damit bleiben rund 25 000 Euro bei der Kirchengemeinde hängen.
"Wir haben uns gefragt, ob wir die Sanierung überhaupt stemmen können," sagt Karin Holzapfel rückblickend, "es ging nur, weil die Diözese mitgespielt hat.
Während der Sanierungsarbeiten von Juni bis Okrober dieses Jahres mussten die Katholiken aus Winkels nicht auf die Gottesdienste in der heimischen Kirche verzichten, eine Schließung des Gotteshauses war nicht nötig. Ansonsten wäre nur der Weg nach Bad Kissingen geblieben. So wie in der Zeit vor dem Kirchenbau anno 1937. Damals feierten die Winkelser die Heilige Messe in der Bad Kissinger Marienkapelle.

Benefizkonzert


Die Frauenmusikgruppe Femina Musica will mit einem Konzert ihren Beitrag zur Finanzierung des neuen Kirchendaches in Winkels leisten. Vorgetragen werden Songs, Balladen, Gospels und eigene Kompositionen, verbunden mit sorgsam einstudierten Choreographien. Das Konzert soll die Besucher auch auf die Weihnachtszeit einstimmen. Schauplatz des Konzerts ist die Herz-Jesu-Stadtpfarrkirche in Bad Kissingen. Das Konzert findet am Sonntag, 4. Dezember, statt. Einlass ist ab 17.30 Uhr bei freier Platzwahl, Konzertbeginn um 18.30 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf beim Kontaktpunkt in der Ludwigstraße, Tel. 0971/66683, in der Bäckerei hedrich, Winkelser Straße 53, Tel. 0971/4241, und im Elektrogeschäft Pfülb, Dummentaler Weg 2, Tel. 0971/64870.