"Ohne die Politik wäre das nicht gelaufen", ist sich der Schulleiter der Staatlichen Berufsschule, Rudolf Hoffmann, sicher, denn: "Wenn wir Vorschläge bringen, versandet es irgendwo." Aber selbst Robert Kiesel, "g'standenes" CSU-Landtagsmitglied, war höchst überrascht, dass das bayerische Kultusministerium "jetzt doch so schnell" grünes Licht gab zum Start der "Berufsfachschule für Hotel- und Tourismusmanagement" in Bad Kissingen. Diese Vollzeit-Ausbildung an der Staatlichen Berufsschule startet zu Schuljahresbeginn im September 2012. Anmeldungen werden ab sofort angenommen.

Das Thema war schon 2010 diskutiert worden. Damals aber hatten erstmal Südbayern entsprechende Berufsfachschulen bekommen - wegen der österreichischen Konkurrenz. Erst als sich auch Deutscher Hotel- und Gaststätten- sowie Tourismusverband für eine solche Schule in Franken aussprachen, verstärkte sich der Rückenwind für alle, die die Berufsfachschule wollten und hinter den Kulissen für sie geworben hatten.


Beste Voraussetzungen



Räumlich und personell bietet die Berufsschule beste Voraussetzungen, ist sich Landrat Thomas Bold sicher. Die Berufsfachschule vermittelt für den Abschluss als staatlich geprüfter Assistent für Hotel- und Tourismusmanagement kaufmännisch-gastronomische Berufsinhalte und die Fachhochschulreife andererseits. Der Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung an der Berufsschule hat für diesen Querschnittsberuf moderne EDV-Räume, multimediale Ausstattung und Software, zwei Küchen und zwei Lehrrestaurants und somit beste Voraussetzungen für das vollzeitschulische Bildungsangebot mit gehobenen Anspruch.

Im Fachbereich Gastronomie lernen derzeit über 500 Schüler in 21 Fachklassen. Der Schulsprengel umfasst die Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Schweinfurt und Hassberge und gilt als regionales Kompetenzzentrum. Im Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung sind über 750 Schüler, Synergieeffekte mit den Gesundheits- und Veranstaltungskaufleuten sollen genutzt werden. Für alle fachlichen allgemein bildenden Fächer stehen routinierte Lehrkräfte bereit, zumal auch seit 2008 der Schulversuch Berufsschule plus läuft. Arbeiten können die Abgänger laut Hoffmann im mittleren Management von Hotels, bei Reiseagenturen und -veranstaltern, im Destinationsmagagement, bei Touristikdienstleistern und Veranstaltungsagenturen.

"Die Einrichtung einer Staatlichen Berufsfachschule für Hotel- und Touristikmagagement rundet das Bildungsangebot der Berufsschule ab", so der Schulleiter, "denn die Region bietet entsprechende Beschäftigungsmöglichkeiten."


Die neue Berufsfachschule



Beginn der Ausbildung im Bereich Hotel- und Tourismusmanagement ist erstmals zu Schuiljahresbeginn 2012/ 2013 im September .

Voraussetzungen zur Aufnahme sind ein mittlerer Bildungsabschluss mit der Note 3,5 oder besser in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Es darf aber auch das Abitur sein.

Dauer Grundlage ist das Konzept der Doppelqualifikation: Nach drei Jahren schulischer Ausbildung mit mindestens 23 Wochen Betriebspraktika steht die staatliche Abschlussprüfung in den Fächern Managementprozesse, Tourismus-Marketing, Empfang & Etage, Deutsch, Englisch und Mathematik. Bei Erfolg ist man "staatlich geprüfter Assistent bzw. geprüfte Assistentin für Hotel- und Tourismusmanagement, spricht zwei Fremdsprachen und bekommt zudem die allgemeine Fachhochschulreife zuerkannt. Das eröffnet die Möglichkeit, beispielsweise noch BWL zu studieren. abra