Ginolfs
Hütepokal

Weideabtrieb in Ginolfs zog jede Menge Publikum an

Der Hütepokal in Ginolfs, organisiert vom Schäfer der Weidegemeinschaft Julian Schulz, wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal durchgeführt. Fünf Schäfer nahmen an diesem Berufswettbewerb teil, der vom Schafzuchtberater Wolfgang Thoma moderiert wurde.
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Gruppenbild zum Hütepokal (von links): Josef Kolb, Moderator Wolfgang Thoma, Julian Schutz, Martin Müller, Wertungsrichter Manfred Voigt, Alexander Siemtana, Sieger Thomas Inselsberger, Florian Hirsch und Peter Schrenk. Foto: Eckert
Gruppenbild zum Hütepokal (von links): Josef Kolb, Moderator Wolfgang Thoma, Julian Schutz, Martin Müller, Wertungsrichter Manfred Voigt, Alexander Siemtana, Sieger Thomas Inselsberger, Florian Hirsch und Peter Schrenk. Foto: Eckert
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Wolfgang Thoma bezeichnet sich selbst als "Thomas Gottschalk der Schafe". Seit 30 Jahren moderiert er solche Veranstaltungen, vom Hütepokal auf lokaler Ebene bis zu Bundesleistungshüten. Der Hütepokal in Ginolfs wird wohl sein letzter sein, weil er im nächsten Jahr schon im Ruhestand ist.

"Hirte sein ist mit einer der schönsten Berufe. Es ist ein wichtiger Beruf. Es gibt keine bessere Landschaftspflege als die Schafbeweidung und keine kostengünstigere", so Thoma. Julian Schulz konnte seinen Titel aus dem vorigen Jahr nicht verteidigen. Dennoch war er mit dem Ergebnis von 78 Punkten sehr zufrieden. Wichtiger als der Sieg war ihm in diesem Jahr, dass sein junger Hund Arko vom Herbsttal die Herdengebrauchshundprüfung erfolgreich absolvierte.


Thomas Inselberger holte sich den Sieg

Den Sieg errang Thomas Inselsberger aus der Oberpfalz mit 82 Punkten. Dritter wurde Florian Hirsch mit 73 Punkten. Bei den Nachwuchsschäfern platzierte sich Martin Müller mit 70 Punkten vor dem Auszubildenden Alexander Smietana. Müller hat die Schäfergehilfenprüfung erst in diesem Jahr abgelegt.

Warum ergreift ein junger Mann den Beruf des Schäfers? "Aus Freude und Lust am Beruf, es ist ein romantischer Beruf. Es ist immer ein schönes Bild mit den Schafen alleine zu sein." Um das Berufsbild des Schäfers ranken sich viele romantische Klischees, der Schäfer als Philosoph oder als guter Hirte nach biblischem Vorbild. Müller kann das nur bestätigen. "Der Schäfer hat eine eigene Sicht auf die Welt. Ja, und die Fürsorge für die Tiere ist uns sehr wichtig."


Aufgaben eines Schäfers

Welche Aufgaben ein Schäfer hat, das erklärte Julian Schulz in wenigen Worten knapp und präzise: "Medizinische Versorgung, Aufzucht der Lämmer, Umgang mit Schafen und Hunden." Wie so manch anderer Schäfer trug Julian Schulz quer über die Schulter einen Gürtel mit silbernen Herzen. Ein Gerücht besagt, dass jedes dieser Herzen für ein gebrochenes Frauenherz stehe. Julian Schulz schmunzelt und schüttelt den Kopf. "Nein, damit habe er nichts zu tun. Das ist nur Schmuck", versicherte er.

30 Tiere wurden nach und nach zu Tal getrieben. Den Auftakt machte wie immer die Gelbviehherde der Familie Manger. Landrat Thomas Habermann mit Stock bewaffnet, gab sich als erfahrener Viehhirte. "Ich bin als Kind damit groß geworden." Im Rhöner Weideabtrieb sieht der Landrat eine tolle Veranstaltung, die perfekt ins Biosphärenreservat passe. "Wir müssen mit der Natur so umgehen, dass sie auch für die nächste Generation noch erhalten bleibt." Bei Rhöner Weideabtrieb sei immer wieder zu sehen, dass es junge Menschen gibt, sich sich mit Leidenschaft und Freude für die Landschaft interessieren.

Auf die Rinder folgte die Rhönschafherde des Naturlandhof Kolb mit 600 Schafen und 40 Ziegen. 110 Burenziegen, Bunte Deutsche Edelziegen und Thüringer Waldziegen trieb Familie Breunig ins Tal. Den Abschluss machte die Weidegemeinschaft Rhönschaf mit 1000 Rhönschafen und zehn Burenziegen. Der Weideabtrieb wurde musikalisch von den Alphornbläsern Schwarze Berge gestaltet.


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