Bad Kissingen
Biosphärenreservat

Wasser ist das Rückgrat des Lebens

Freizeitforscher dokumentierten die Quellen in der Rhön. Die Arbeit mündete in eine Broschüre.
Artikel drucken Artikel einbetten
Martin Kremer, Stefan Zaenker und Fuldas Landratn Bernd Woide mit druckfrischen Quellenbroschüren im Wald bei Steinwand. Foto: Biosphärenreservat
Martin Kremer, Stefan Zaenker und Fuldas Landratn Bernd Woide mit druckfrischen Quellenbroschüren im Wald bei Steinwand. Foto: Biosphärenreservat
Quellen spenden Wasser und sind daher unverzichtbare Eckpfeiler der lokalen Wasserversorgung. Dennoch gehören Quellen in Deutschland zu den bedrohten Lebensräumen. Nirgendwo sonst sind die Quellgebiete so gut erforscht wie im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Eine neue Broschüre macht dies deutlich. Unter dem Titel "Quellen der Rhön.
Ein bedrohter und schützenswerter Lebensraum" erfahren die Leser, dass Quellendie Heimat vieler Kleinlebewesen und Pflanzen und damit vitaler sind als mancher bvielleicht vermutet.

Seit 2004 arbeiten die Quellenforscher um den Fuldaer Stefan Zaenker an diesem Thema. Dabei werden die Experten des Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung Hessen vom UNESCO-Biosphärenreservat Rhön unterstützt. Obwohl die Quellenforscher diese Arbeit nebenberuflich betreiben, ist ihre Bilanz beachtlich: Bereits mehr als 2000 Quellen, überwiegend im hessischen Teil der Rhön, wurden hinsichtlich Temperatur, pH-Wert des Wassers und ihrer Artenausstattung untersucht.


Seltene Tiere

Ein weiteres Ergebnis: Bislang konnten die Forscher in den Rhöner Quellen über 1800 Tierarten nachweisen. Dabei gibt es sogar eine Art, die ausschließlich hier vorkommt: die Rhön-Quellschnecke. Die Methodik hinter diesem bundesweit einmaligen Ergebnis wird bereits an anderen Orten übernommen. So untersucht der Landesverband inzwischen in Kooperation mit staatlichen Stellen auch die Quellen im Kellerwald und demnächst im Vogelsberg.

Die langjährige gute Zusammenarbeit der heimischen Quellenforscher und des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön mündete nun in einer 36-seitigen Broschüre "Quellen der Rhön". Mit anschaulichen Texten und zahlreichen großformatigen Fotos wird ein spannender Lebensraum vorgestellt.


"Großartige Leistung"

"Die Wasserversorgung ist das Rückgrat unseres Lebens. Die Quellen und die daraus entstehenden Fließgewässer brauchen unseren Schutz", betonte Fuldas Landrat Bernd Woide, als man ihm an einer Quelle bei Steinwand ein Exemplar der Broschüre überreichte. "Sie leisten wichtige Arbeit", sagte Woide den Verantwortlichen, vertreten durch den Quellenforscher Stefan Zaenker und den stellvertretenden Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, Martin Kremer. Dieser hob die "großartige und ausdauernde Leistung" der Quellenforscher hervor. "Zaenker und seine Kollegen haben maßgeblich dazu beitragen, die Sensibilität für die heimischen Quellen zu erhöhen." Im Hinblick auf die lang anhaltende Trockenheit dieses Sommers und die langfristigen Gefahren des Klimawandels werde die Bedeutung von Quellen für Mensch und Natur noch zunehmen.

Stefan Zaenker dankte der Verwaltungsstelle und dem Landratsamt für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Broschüre ist in den Infozentren des Biosphärenreservats kostenlos erhältlich.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren