Denn aufmerksame Beobachter haben festgestellt, dass schon seit einiger Zeit kein Bier mehr in der Klosterbrauerei gebraut wird. Bisher wurde der "Urstoff" in regelmäßigen Abständen in Münnerstadt gebraut und in Roth in der Rhön abgefüllt. Seit August sei das nicht mehr geschehen, heißt es

Aus technischen Gründen


"Das stimmt so nicht", sagt der Geschäftsführer von Rother Bräu, Xaver Weydringer, auf Anfrage unserer Zeitung. Auch nach August sei noch gebraut worden. Er gesteht allerdings ein, dass es gewisse Überlegungen gibt. Welche, das möchte er jetzt nicht sagen, wofür er um Verständnis bittet. Zum gegeben Zeitpunkt werde es nähere Informationen geben. So viel verrät er dann aber doch: Die Überlegungen gebe es aus technischen Gründen. Bekannt ist, dass die Technik in der Klosterbrauerei nicht gerade auf dem neuesten Stand ist. Xaver Weydringer verweist darauf, dass er auch keine weiteren Auskünfte geben könne, weil er Geschäftsführer von Rother Bräu ist. Geschäftführer der Klosterbrauerei Münnerstadt GmbH sind Georg und Fritz Weydringer. Sie haben die Brauerei von den Augustinern gepachtet, die Rother Bräu habe nur das alleinige Nutzungsrecht. Die beiden Geschäftsführer sind aber derzeit nicht zu erreichen.
Nun darf munter spekuliert werden. Fest steht, dass der Augustinerorden seit 1381 in Münnerstadt Bier braut, vermutlich sogar noch länger. Im Jahr 1978 verpachtete der Orden die Brauerei an die Familie Wallmoden und seit 1995 braut Rother Bräu den Urstoff - ein dunkles Märzen, das viele Freunde hat. "Klosterbier" darf sich der Urstoff nur nennen, weil er im Kloster gebraut wird.

"Wir wissen von nichts"


Auch der Prior des Augustinerkonvents St. Michael, Pater Prior Arno Meyer, hat von den Gerüchten erfahren. Und er hält sie für Gerüchte, an denen nichts dran ist. "Wir wissen von nichts", sagt er. Pater Arno hat auch mit dem Provinzprokurator in Würzburg gesprochen. Dort sei ebenfalls nichts bekannt.
Der Pachtvertrag wurde über eine kurze Zeit geschlossen und immer wieder verlängert, meint Xaver Weydringer. Da stellt sich die Frage, ob der Pachtvertrag einfach auslaufen kann. Eine Antwort gibt es (noch) nicht. tm