Bad Kissingen
Familiendrama

Was war das Motiv?

Nachdem am Sonntag eine 23-jährige Frau ihre 46-jährige Mutter erstochen hat, geht die Polizei davon aus, dass eine psychische Erkrankung der Täterin Auslöser der Bluttat war.
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In diesem Haus in der Bachstraße in Bad Kissingen wurde am Sonntag, 6. Juli, eine 46-jährige Frau erstochen. Ihre 23-jährige Tochter hat inzwischen die Tat gestanden. Foto: Carmen Schmitt
In diesem Haus in der Bachstraße in Bad Kissingen wurde am Sonntag, 6. Juli, eine 46-jährige Frau erstochen. Ihre 23-jährige Tochter hat inzwischen die Tat gestanden. Foto: Carmen Schmitt
Eine Mutter wird von der eigenen Tochter erstochen. Was hat sich in Bad Kissingen ereignet, dass es am Sonntagnachmittag, 6. Juli, in der Bachstraße zu diesem Drama kam? Auch am Tag danach ist die Rekonstruktion des Tatherganges noch problematisch. Die Ermittlungen der Polizei sind weiterhin im vollen Gange. Sicher ist: Die 23-jährige Tochter der Getöteten hat die Tat zugegeben. Nachdem sie am Montagnachmittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt wurde, ist die junge Frau aufgrund ihres psychischen Zustandes ins Bezirkskrankenhaus Werneck eingewiesen worden.

Eine Bekannte hatte gegen 15.30 Uhr die getötete, blutverschmierte Frau im Wohnzimmer ihrer Wohnung in der Bachstraße gefunden. Ein herbeigerufener Notarzt konnte nichts mehr für sie tun und nur noch deren Tod feststellen. Es stand sofort fest, dass die 46-Jährige nicht eines natürlichen Todes starb, sondern Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Die Polizei sprach gestern von "zahlreichen Messerstichen".

Am Bahnhof festgenommen

Der erste Verdacht fiel bereits am Sonntag auf die 23-jährige Tochter des Opfers. Als die Rettungskräfte und Polizei am Tatort eintrafen, war diese allerdings nicht in der Wohnung. Es wurde daraufhin eine Fahndung nach der Frau eingeleitet. Um 16.45 Uhr fanden Polizeibeamte die Gesuchte am Bad Kissinger Bahnhof und nahmen sie fest. Die 23-Jährige ist in Duisburg gemeldet, lebte aber in den vergangenen Tagen bei ihrer Mutter in Bad Kissingen. Warum sie auf ihre Mutter einstach, ist noch unklar. "Es geht jetzt darum, ein mögliches Motiv herauszufinden", erklärte am Montagvormittag auf Nachfrage Karl-Heinz Schmitt, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums. Am Nachmittag konstatierte er, vieles spreche dafür, dass eine psychische Erkrankung der 23-Jährigen Auslöser der Tat war. Zu einem möglichen Motiv lägen aber noch immer keine gesicherten Erkenntnisse vor.

Mehrere Stichwunden

Die 46-Jährige hatte bei ihrem Auffinden mehrere Stichverletzungen. Über die Anzahl und wo diese Stichverletzungen zu finden waren, wollte die Polizei keine Angaben machen. Die mutmaßliche Tatwaffe, mit der die 23-Jährige ihre Mutter erstochen hat, wurde von den Polizeibeamten in der Wohnung sichergestellt. Schmitt konnte zur Beschaffenheit der Tatwaffe nichts sagen. Die Beamten der Kriminalpolizei werten derzeit die vorhandene Spuren aus.

Die Tochter der Getöteten wurde am Sonntagabend nach Schweinfurt gebracht und verhört. Schon bei der ersten Vernehmung mit dem Staatsanwalt gab sie zu, ihre Mutter getötet zu haben. Die Nacht von Sonntag auf Montag verbrachte die junge Frau in einer Arrestzelle in Schweinfurt.

In eine Klinik eingeliefert

Ist die junge Frau schuldfähig? Diese Frage beschäftigt seit Montag die Staatsanwaltschaft und den Ermittlungsrichter. Nach Ín for ma tio nen dieser Zeitung ist die junge Frau psychisch in einer "problematischen" Verfassung, so dass am Montag die Entscheidung fiel, die junge Frau in eine psychiatrische Klinik einzuweisen. Von der Bad Kissinger Feuerwehr waren am Sonntag drei Mitglieder vor Ort, die auf Anweisung der Polizei das Türschloss zur Wohnung auswechselten, wie Stadtbrandinspektor Harald Albert bestätigte. Nach einem ersten vorläufigen Obduktionsergebnis ist das Opfer an den Folgen der Messerstiche gestorben.
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