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Stromtrasse

Wachsam bleiben

Rhönlink will sich für die im Herbst zu erwartenden Vorschläge von Tennet wappnen. MdL Sandro Kirchner spricht von Entgegenkommen an die Region.
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Im Herbst will Tennet den Trassenverlauf der Hochspannungsleitung präsentieren.  Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Im Herbst will Tennet den Trassenverlauf der Hochspannungsleitung präsentieren. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Verschiedene Stichworte prägten die Jahreshauptversammlung von Rhönlink e.V.: "Geschlossenheit", "Argumente" und "Herbst". "Herbst" deshalb, weil Tennet dann den Vorschlag zum Trassenverlauf der Hochspannungsleitung Südlink der Öffentlichkeit präsentieren will.
Landrat Thomas Bold (CSU) erwartet einen "ernstzunehmenden Vorschlag", der einer gerichtlichen Überprüfung standhalten muss. Bis dahin müssen Landkreis, Kommunen und Bürgerinitiativen "unsere schützenswerten Belange vortragen", so Bold. "Man kann etwas erreichen, wenn man fachlich argumentiert," so seine Erfahrung und sein Ratschlag für die Zukunft. Ganz wichtig sei es, "dass wir uns überparteilich formiert haben". Nicht Parteiinteressen stünden im Vordergrund, sondern "unsere Heimat". Bis zum Herbst habe der Landkreis Zeit, sich geschlossen mit Argumenten auf den Trassenvorschlag vorzubereiten.
Bislang habe Rhönlink seinen Beitrag geleistet. Die Erdverkabelung habe Vorrang. Durch eine fachlich-fundierte Stellungnahme habe man Wirkung bei Tennet erzielt. Die Ausarbeitung des Methodenpapiers sei mitgestaltet worden. Dieses veranlasse Tennet zu einer völlig neuen Planung. Das "Ob" sei nicht mehr diskutabel, nun müssten sich Landkreis und Bürgerinitiativen auf andere Bereiche konzentrieren.


Sachliches Auftreten wichtig

Auch Rhönlink-Vorsitzender Jochen Vogel wischte etwaige Diskussionen über das "ob" vom Tisch: "Wir tun gut daran, das zu akzeptieren." Rhönlink sei bislang immer ernst genommen worden, ein ruhiges und sachliches Auftreten sei der Sache auch in Zukunft förderlich.
Die Bürgerdialoge vor zwei Jahren seien unglücklich verlaufen, so Vogel weiter. Tennet habe die Öffentlichkeit nicht von Anfang an mit einbezogen. Zur Veröffentlichung des neuen Trassenverlaufs sollte man auch da Geschlossenheit zeigen, warb Vogel. Außerdem sei Wachsamkeit gefordert. Durch scheinbar nebensächliche Bemerkungen sollten "wir uns nicht reinlegen lassen".


Realität berücksichtigen

Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU) betonte die Wichtigkeit der Organisation. Er machte klar, dass man sich nicht nur an Idealvorstellungen orientieren solle, sondern die Realität berücksichtigen müsse. Auf Länder- und Koalitionsebene seinen bereits Kompromisse geschlossen worden. Man sei der Region mit der Verkürzung der beiden Trassenstränge und der teilweisen Erdverkabelung entgegen gekommen. Dafür müssen die HGÜ-Leitungen und Redispatch-Leistungen kommen. Trotzdem solle der Netzausbau weiterhin überprüft werden. Auch die Überprüfung und Anpassung des Netzentwicklungsplans liefen weiter.
Dr. Gerhard Schumm nahm eine Bemerkung des Vorsitzenden gerne auf, dass die Bürgerinitiativen bissiger auftreten dürften. Gotthard Schlereth ergänzte, eine "Konstellation der dezentralen Energiegewinnung" sei nicht gegeben, obwohl sie in der Vergangenheit besser hätte gefördert werden können.


Zuhörer-Kritik

Aus den Reihen der Zuhörer regte sich Kritik an der Akzeptanz der Leitungen. Das "ob" sei nach wie vor nicht geklärt, die Politik hänge der Technik hinterher. Die vorhandenen Leitungen seien ohne Kohlestrom für Strom aus erneuerbaren Quellen nicht überfordert. Man müsse "mehr Grips darauf verwenden, Speichermöglichkeiten zu fördern". Sandro Kirchner entgegnete, Bayern investiere viel in die Forschung über Speichermöglichkeiten. Doch sich nur auf die eine Hoffnung zu konzentrieren, wäre fahrlässig, so Kirchner.


Nicht ausruhen

Franz Zang ist für die Weiterführung des Bündnisses Rhönlink, doch mit dem aktuellen Netzentwicklungsplan nicht zufrieden. Das "ob" müsse weiterhin diskutiert werden. Er wünschte, den ersten Absatz aus der Hamelner Erklärung in die Rhönlink-Satzung mit aufzunehmen. Markus Stockmann (Bürgerinitiative Elfershausen) sagte, trotz der Teilergebnisse gelte es, sich nicht auszuruhen. Hans Boldender (BI Burghaun) findet in "Rhönlink eine Gruppe, die gleichgesinnt ist". Aus Bayern habe es wertvolle Impulse gegeben. Reiner Morshäuser (BI Schondra) sieht die BI in Rhönlink "gut untergebracht". Eine Satzungsänderung möchte er zuerst mit seiner Vorstandschaft absprechen.
Auch Regularien galt es bei der Versammlung zu berücksichtigen. Kassier und stellvertretender Vorsitzender Gotthard Schlereth verlas den Kassenbericht. Das Geschäftsjahr schloss der Verein mit einem Plus ab, hauptsächlich generiert durch Mitgliedsbeiträge. Der Verein führt 38 ordentliche und 56 fördernde Mitglieder. Die Kassenprüfer Roland Römmelt und Bernold Martin hatten den Kassenbericht für "vorbildlich geführt" befunden. Der Vorstand wurde entlastet.


Neuwahlen

Bei den Wahlen wurde der Vorstand weitestgehend im Amt bestätigt, lediglich der Posten des Schriftführers wurde neu besetzt. Gewählt wurden Vorsitzender Jochen Vogel, Kassier und Stellvertreter Gotthard Schlereth, Brigitte Meyerdierks und Dieter Kolb als weitere Stellvertreter, Schriftführer: Alexander Schneider, die Beisitzer: Markus Stockmann, Hans Bolender, Gerhard Schumm, Reiner Morshäuser sowie die Kassenprüfer Roland Römmelt und Bernold Martin.


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