Zwei Varianten legte 2. Bürgermeister Reimar Glückler (CBB) dem Stadtrat am Montagabend vor. Eine Entscheidung fiel jedoch nicht, weil zuvor noch offene Fragen zu klären sind und auch der Sanierungsbeirat beteiligt werden soll.

Zwei Varianten


Die Variante 1 des CBB sieht vor, den Streifen mit einem einheitlichen Belag, nämlich gesägtem Kleinpflaster, zu gestalten. Dabei handelt es sich um dasselbe Material, das auch am Marktplatz verwendet wurde. Bei 300 Quadratmetern beliefen sich die Kosten einschließlich Entfernen des alten Mosaikpflasters laut Glückler auf rund 65 000 Euro. Beim Vorschlag 2 würden nur die Übergänge am Buttenmarkt und an der Von-Heß-Straße mit gesägten Platten versehen, ansonsten bliebe der alte Belag.
Er persönlich würde trotz der höheren Kosten die Variante 1 bevorzugen, so Glückler. Sie hätte den Vorteil, dass der "Fleckerlteppich" aus derzeit fünf bis sechs verschiedenen Materialien verschwinde. "Wir sind es nach den vielen Diskussionen, auch auf Grund der Forderung unseres Behindertenbeauftragten Uwe Schmidt, unseren behinderten Mitbürgern schuldig, hier schnellstens eine Verbesserung zu erreichen", bekräftigte der 2. Bürgermeister.

Fördermittel zurückzahlen?


CSU-Fraktionssprecher Patrick Bindrum wollte wissen, ob sich die Anlieger an den Kosten beteiligen müssten. Und Bürgermeister Ernst Stross (SPD) war sich nicht sicher, ob die Stadt Fördermittel zurückzahlen müsse, wenn sie nun in Eigenregie tätig wäre. "Jetzt bin ich aber geschockt", erwiderte Reimar Glückler. Es sei genug Zeit gewesen, diese Fragen vor einer Behandlung des Antrags im Stadtrat zu klären, kritisierte er.
Stadtbaumeister Detlef Mohr räumte ein, dass es keine intensive Prüfung gegeben habe. Er sei sich aber "ziemlich sicher", dass weder eine Anliegerbeteiligung noch eine Fördermittelrückzahlung erforderlich würden. "Es handelt sich um eine Ausbesserung und nicht um einen Eingriff in die Bausubstanz der Straße", argumentierte er.

Sanierungsbeirat beteiligen


SPD-Fraktionschef Reinhard Schaupp plädierte dafür, den Sanierungsbeirat zu beteiligen, weil sich auch das Aussehen der Straße verändern würde. Im übrigen sei er der Meinung, die Stadt sollte ihre finanziellen Kräfte bündeln und sich "nicht verzetteln". Der Fokus sollte stattdessen zum Beispiel auf Bahnhofstraße, Bürgerspital und Viehmarkt gelegt werden.
CSU-Stadtrat Stefan Seufert sprach sich dafür aus, nicht nur Ausbesserungen vorzunehmen, sondern später eine "größere Lösung" anzustreben. Darüber hinaus gebe es andere Straßen mit großem Handlungsbedarf wie Winzergasse, Dalbergstraße oder Obere Stadtmauer. "Hier läuft man zum Teil auf Schotter", machte Seufert deutlich. Hierzu erklärte Ernst Stross, dass Ausbesserungen in der Altstadt geplant seien. Und in der Kirchgasse sei das Ziel, diese wie die Kissinger Straße und Marktplatz zu gestalten.

"Gibt auch andere Wege"


Christian Fenn (Junge Liste) meinte, er sehe derzeit keine große Notwendigkeit, in der Kirchgasse tätig zu werden. Es gebe auch andere Wege für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte, um zur Kirche zu kommen.
Reimar Glückler betonte, dass es bei der Variante 2 nur um 12 500 Euro gehe, während für eine Sanierung der Bahnhofstraße rund zwei Millionen investiert werden müssten. Der Bürgermeister entgegnete, dass für die Kirchgasse kein Geld in den Haushalt 2012 eingestellt worden sei. Glückler verwies indes auf 200 000 Euro, die für den Straßenunterhalt im Etat vorgesehen seien.
3. Bürgermeisterin Elisabeth Wende (CSU) plädierte dafür, sich an eine Prioritätenliste zu halten, wonach es auch andere Gebiete in der Stadt gebe, wo dringend investiert werden müsste. Andernfalls drohe Flickschusterei. Zudem sollte zunächst zweifelsfrei geklärt werden, ob Zuschüsse zurückgezahlt werden müssen. Vielleicht sei im Rahmen der Altstadtsanierung auch eine Förderung der Kirchgasse möglich.
Hierzu erläuterte Bürgermeister Stross, dass zunächst das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) abgeschlossen werden müsse.