Bad Bocklet
Gemeinderat

Vorbeugender Holzeinschlag

Die Kommune muss ihrer Verkehrssicherungspflicht in der Aschacher Leite nachkommen. "Rhönkäppchen"-Theaterstück findet im Juli statt.
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Wenn die Verkehrssicherheit bedroht ist wie an der Aschacher Leite, muss die Säge ran. Fotos: Björn Hein
Wenn die Verkehrssicherheit bedroht ist wie an der Aschacher Leite, muss die Säge ran. Fotos: Björn Hein
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In der Gemeinderatssitzung in Bad Bocklet stellte Managerin Ganna Kravchenko die Aktivitäten er Allianz "Kissinger Bogen" von Oktober 2015 bis März 2016 vor. Kernprojekte sind neben dem Förderprogramm "Revitalisierung der Alt- und Innenorte" auch das Energie- und das Kernwegekonzept. Außerdem will man versuchen, mir der Dachmarke "Rhönkäppchen" verschiedene regionale Produkte zu vermarkten.
Beim Förderprogramm "Revitalisierung" habe in der Gemeinde Bad Bocklet eine Bauberatung durch einen Architekten stattgefunden. Acht Förderanträge für bauliche Investitionen wurden eingereicht und genehmigt, zwei haben bereits einen Auszahlungsbescheid erhalten. Insgesamt seien fünf Anträge von Familien mit Kindern eingegangen.
Die Erstellung des Energiekonzepts gehe man gerade an, sagte Ganna Kravchenko. Das Kernwegenetz ist ein Projekt der drei Kommunen, die in der Allianz "Kissinger Bogen" beteiligt sind.
Die Marke "Rhönkäppchen", welche bereits geschützt ist, wolle man unter anderem mit einem Theaterstück von Kindern einführen, das am 23. Juli um 15 Uhr in Bad Bocklet von Schülern aufgeführt werden soll. Es steht unter dem Titel "Es war einmal in der Rhön".
Außerdem sieht die Allianz vor, dass die Verwaltungen enger zusammenarbeiten, seien es die Bauhöfe, die Gärtner, die Geschäftsleitungen, die Kämmerer oder die Vorzimmer. Im Februar habe es deshalb ein Bauhof- und Gärtnertreffen gegeben.
Auch Begleitprojekte sollen in Zukunft vermehrt angeboten werden. Die sind unter anderem Ferienspaßaktionen, ein Fotoprojekt, ein Allianzchorprojekt sowie ein Kulturweg, der von Aschach nach Stralsbach führen soll.
Mit vermehrte Öffentlichkeitsarbeit will man den Bekanntheitsgrad der Allianz "Kissinger Bogen" stärken, auch Umweltbildung soll stattfinden, sagte die Allianz-Managerin. "Es gilt jetzt, das Projekt mit Leben zu füllen. Mit den Ideen von Frau Kravchenko sind wir gut dabei", befand 2. Bürgermeister Andreas Sandwall.
Förster Michael Sautter ging auf den Verkehrssicherungshieb in der Aschacher Leite ein. "Dieser ist nötig, da die Verkehrssicherungspflicht bei der Kommune liegt", erläuterte Sautter. Immer wieder sei es gerade Anfang Januar zu Einzelwürfen gesunder Bäume gekommen, weshalb man nun vorbeugende Hiebsmaßnahmen durchführen müsse.
Laut forstlicher Jahresbetriebsplanung werde man hangseitig alle Bäume ab einer Baumlänge von 40 Metern entnehmen, als Zeitraum sind hier die Pfingstferien vorgesehen, da man eine Vollsperrung der Straßen veranlassen müsse. Da das Gebiet in den Bereich des Fauna-Flora-Habitats fällt, habe man bereits eine Verträglichkeitsprüfung durchgeführt.
Die Hangsicherung will man mit so genannten Querlegern erreichen, außerdem will man im Weitverband Kirschen pflanzen. "Auch eine Wiederbewaldung durch Naturverjüngung findet statt" erläuterte Sautter.
Durch die Firma Glückler sei außerdem ein Erdwegbau erfolgt, um eine Verbindung durch den Staatswald zu schaffen, fuhr Sautter fort. In der Kalkulation erwartet man einen Saldo von rund 19 000 Euro, worüber sich das Gemeindesäckel freuen kann. Einnahmen durch Stammholzverkauf und Selbstwerbung der ausführenden Firma bringen rund 37 000 Euro. Ausgaben verursachen der Wegebau, der Abbau der Schutzplanken, die Pflanzung der Wildkirschen, das Abnehmen des Steinfangzauns sowie die Unternehmerkosten für die motormanuelle Fällung in Höhe von rund 18 000 Euro.


Vollsperrung ab 17. Mai

"Der zweite Teil der Maßnahme beginnt am 17. Mai mit einer Vollsperrung für die Dauer von zwei Wochen", kündigte Sautter an. Danach sollte die Maßnahme in Hinblick auf Baumfällungen abgeschlossen sein. Der Wiederaufbau des Steinfangzauns stehe nach den Maßnahmen an, die Kirschen sollen im Herbst gepflanzt werden.
Die beiden Architekten Matthias Kirchen und Alexander Albert stellten in der Gemeinderatssitzung die Maßnahme "Bauhoferweiterung" vor. Der bestehende Bauhof soll durch eine Lagerhalle erweitert werden. Wie Kirchner erläuterte, soll hier ein einfaches aber funktionales Gebäude entstehen. Unter anderem könne man das Gebäude von Nordwesten her mit dem Gabelstapler anfahren, und im Kehlgebälk könne man beispielsweise die Fahnenmasten einlagern. Hierbei soll ein Satteldach zum Einsatz kommen.
Gleichzeitig stelle man die Version mit einem Pultdach vor. "Hier sind die Lagermöglichkeiten aber sehr eingeschränkt", so Architekt Kirchner. Zwar hätte man hier geringfügig geringere Kosten, man würde sich aber dann die Stauraummöglichkeit im Dach verbauen, auch der Betrieb mit dem Stapler wäre eingeschränkt.


An die Zukunft denken

Matthias Kirchner meinte, dass man die Lagerhalle so planen soll, dass man später auch noch andere Gegenstände einlagern könne. "Hier muss man an die Zukunft denken. Mir würde sich ein Pultdach in diesem Bereich nicht erschließen" meinte er. Dem stimmte Helmut Wischang zu: "Wir sollten lieber jetzt etwas mehr Geld in die Hand nehmen, nicht, dass wir die Maßnahme nachher bereuen".
Nachdem man sich einstimmig auf das Satteldach geeinigt hatte, stand noch zur Debatte, ob die Lagerhalle in Stahl- oder in Massivbauweise ausgeführt werden soll. Die Stahlbauweise würde mit rund 208 000 Euro zu Buche schlagen, dabei könnte der Bauhof rund 28 000 Euro an Eigenleistung erbringen. Die Baukosten für die Massivbauweise schlügen mit rund 195 000 Euro zu Buche, wobei der Bauhof eine mögliche Eigenleistung von rund 41 000 Euro erbringen kann. Einstimmig einigte man sich auf die Massivbauweise. Andreas Sandwall teilte mit, dass der Markt 2016 mit den Erdarbeiten beginnen werde, wobei das eigentlich Bauvorhaben 2017 durchgeführt werden wird.


Am Salzforst

Ebenso wurde ein einstimmiger Beschluss darüber gefasst, für das neue Baugebiet in Steinach einen Bebauungsplan aufzustellen. Mit einer Gegenstimme wurde beschlossen, dieses "Am Salzforst" zu nennen. Im Gemeindeteil Steinach herrscht dringender Bedarf an verfügbaren Wohnbaugrundstücken. Die Bauparzellen im Bereich der Baugebiete "Dorfäcker" und "Dorfäcker Nord" befinden sich nicht im Besitz der Gemeinde, Bemühungen zum Erwerb der Grundstücke scheiterten an fehlender Verkaufsbereitschaft der Eigentümer.
Auch die eingeleiteten Maßnahmen für eine Revitalisierung des Altortes haben nicht den gewünschten Erfolg erzielt, um damit maßgebend einer Abwanderung der Ortsbevölkerung entgegenzuwirken.
Im Flächennutzungsplan ist das neue Baugebiet bereits als Wohnbaufläche ausgewiesen. "Für die Verwirklichung des Baugebietes in diesem Bereich ist die Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplanes erforderlich" so Architekt Matthias Kirchner. Insgesamt wird das neue Baugebiet rund 2,3 Hektar groß. Die Haupterschließung soll durch einen bereits vorhandenen, gut ausgebauten Weg erfolgen.
Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat die Aufstellung des qualifizierten Bebauungsplans für den Gemeindeteil Steinach. Mit der Ausarbeitung der Bebauungsplanunterlagen und der Durchführung des Bauleitplanverfahrens wurde von der Verwaltung das Büro Bautechnik Kirchner, Oerlenbach, beauftragt.
Gegen den Bebauungsplan "Ökologisches Industriegebiet Stralsbach" hatte der Gemeinderat keine Einwände. Im Punkt "Verschiedenes" teilte Andreas Sandwall noch mit, dass der Spatenstich zum Bau des Kreisels an der Aschacher Kreuzung am 2. Mai erfolgen wird.

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