Bad Kissingen

Von der Moskwa an die Saale

Eine Mischung aus traditionellen und zeitgenössischen Kirchenliedern sowie international bekannten Volksweisen boten die Sänger des Moskauer St. Daniels-Chores in der russischen Kirche in Bad Kissingen.
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Sergey Archangelsky (Bass, von links) als Solist mit Pavel Klimeshov (1. Tenor), Andrey Palamarchov (2. Tenor) und Chorleiter Vladislav Belikov (Bariton, Klavier) Foto: Sigismund von Dobschütz
Sergey Archangelsky (Bass, von links) als Solist mit Pavel Klimeshov (1. Tenor), Andrey Palamarchov (2. Tenor) und Chorleiter Vladislav Belikov (Bariton, Klavier) Foto: Sigismund von Dobschütz
Eine Mischung aus traditionellen und zeitgenössischen Kirchenliedern sowie international bekannten Volksweisen boten wieder einmal die vier Sänger des Moskauer St. Daniels-Chores in der russischen Kirche. Nicht nur als vierstimmiger Männerchor, auch als Solisten gaben sie ihren Zuhörern einen musikalischen Einblick in die "russische Seele".


"Kleines Privatkonzert"

"Es sei ein kleines Privatkonzert", begrüßte
Chorleiter Vladislav Belikov (43) die gerade einmal 25 Zuhörer in der zu einem schlichten Aufenthaltsraum umgestalteten Krypta des 1910 geweihten orthodoxen Gotteshauses. Tatsächlich hatten die vier Sänger auch nur einen kurzen Übernachtungsstopp auf dem Weg zwischen Schweinfurt und Aschaffenburg eingelegt, nur zwei Stationen auf ihrer bis 10. Januar dauernden Weihnachtstournee durch Deutschland. "Unsere Rückflüge sind schon gebucht."

In der kurzweiligen Stunde zeigte das Quartett deshalb nur einen Auszug seines sonst fast doppelt so langen Konzertprogramms. Dazu gehörte das Lied "Ich bete an die Macht der Liebe" in der Vertonung des einst in Sankt Petersburg wirkenden Komponisten Dmitri Stepanowitsch Bortnjanski (1751-1825) ebenso wie das im Auftrag des sowjetischen Kultusministeriums von Wassili Solowjow-Sedoi (1907-1979) für die Kinder- und Jugendspartakiade 1956 komponierte Lied "Moskauer Nächte", das oft fälschlich für ein russisches Volkslied gehalten wird.

Nicht nur diese beiden Titel seien in Deutschland noch immer vor allem durch die Interpretationen Ivan Rebroffs bekannt, sagte Belikov in seiner Moderation.

Doch ausgerechnet das wohl bekannteste Stück des Abends war nicht von einem Russen, sondern von einem Österreicher - das "Wolga-Lied" aus der 1927 uraufgeführten Operette "Der Zarewitsch" von Franz Lehar (1870-1948). Lehar sei niemals in Russland gewesen, wusste Belikov zu erzählen. "Trotzdem hat er in seinem Lied die typische Melancholie russischer Musik ausgezeichnet getroffen."

Die nächsten Konzerte sind am 30. Dezember um 19 Uhr im Kursaal in Bad Bocklet und am 31. Dezember um 14.30 Uhr im Rosenhof in Bad Kissingen. Ende April 2016 ist ein Konzert in der Wandelhalle in Bad Kissingen geplant.

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