Steinach an der Saale
Jubiläum

Vom "FC Pfeil" zum TSV

Was vor 95 Jahren mit einer Fußballmannschaft begann, ist heute ein großer Verein, der Sport und Kulturelles für jeden bietet. Der TSV Steinach feiert seinen Geburtstag am Pfingstwochenende.
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Der TSV Steinach feiert am Pfingstwochenende seinen 95. Geburtstag. Der Verein blickt auf viele sportliche Erfolge zurück (im Bild die Meister der C-Klasse Kreis Schweinfurt 1959/60). Foto: PR
Der TSV Steinach feiert am Pfingstwochenende seinen 95. Geburtstag. Der Verein blickt auf viele sportliche Erfolge zurück (im Bild die Meister der C-Klasse Kreis Schweinfurt 1959/60). Foto: PR
Wenn der TSV Steinach am Pfingstwochenende seinen 95. Geburtstag feiert, kann er stolz auf das Erreichte zurückblicken. Der Verein ist heute mit seinen rund 500 Mitgliedern ein wesentlicher Bestandteil der Dorfgemeinschaft. Sportlich und kulturell trägt er maßgeblich zum Ortsgeschehen bei. Die Sportstätten befinden sich auf hohem Niveau.
Die große Feier beginnt am Samstag, 23. Mai, ab 20.30 Uhr mit den Partyteufeln. Am Sonntag, 24.
5., findet um 9.30 Uhr der Festgottesdienst mit anschließenden Ehrungen statt. Nach dem Mittagessen startet um 13.30 Uhr der große Festzug, ab 21.30 Uhr sind die Troglauer Buam zu Gast. Der Montag, 25. 5., klingt ab 10 Uhr mit einem Frühschoppen aus. Ab 14 Uhr spielt Spilk, ab 18 Uhr unterhalten die Steinacher Musikanten.

Die Bücher sind verschwunden

Der Grundstein für den Sportverein wurde bereits 1920 gelegt, als sich unter Vorsitz von Georg Koch ein paar junge Burschen unter dem Namen "FC Pfeil" zusammengetan haben, um einen Fußballverein zu gründen. Damals begnügten sich die Spieler noch mit einer einfachen Spielweise und einem Ball, der mit den heutigen Kunstlederfußbällen nur wenig gemein hatte.
1922 war vorübergehend Schluss. Die damalige Regierung hatte das Vereinseigentum beschlagnahmt und den Spielbetrieb eingestellt. Die alten Bücher sind seitdem verschwunden. Doch so viel steht fest: 1935 wurde in Steinach wieder gekickt. Seither allerdings unter einer anderen Bezeichnung. Aus "FC Pfeil" wurde fortan der Turn- und Sportverein Steinach.
Dann kam der Zweite Weltkrieg. Die jungen Männer zogen in den Krieg. Der Spielbetrieb ruhte von 1939 bis '45. Viele kamen verletzt, verspätet oder gar nicht mehr aus dem Krieg zurück. Steinach lag nach Kriegsende in Schutt und Asche. Der Wunsch nach einem normalen Leben war stärker denn je. Bereits ein Jahr nach Kriegsende, 1946 wurde wieder mit dem Fußballspielen begonnen.

Seit 2011 eine Dreierspitze

Alfred Grom, Paul Schmitt, Stefan Voll, Julius Lohfink, Alois Voll, Erst Schultheis, Gustav Müller hießen die Vorsitzenden bis 1960. Es folgten Joachim Hartwig, Hermann Scherf, Paul Roth, Helmut Schmitt, Manfred Elbert, Ingolf Friedel. Helmut Schmitt wurde für seine Verdienste 2008 zum Ehrenvorstand ernannt. Von 2007 bis 2011 lenkte Paul Jablonski die Geschicke des Vereins. Seit 2011 besteht die Führungsspitze aus drei Vorständen: Claudia Koch, Günter Schmitt und Reiner Wehner.

Neue Halle, neue Gruppen

Mit dem Bau der Hennebergsporthalle 1984 war der Grundstein für weitere Abteilungen gelegt. Zwei Gymnastikgruppen, die bisher in beengten Räumen des Kindergartens turnten, fanden nun optimale Bedingungen vor. Eine Gruppe für Jazzgymnastik kam hinzu. Neben Tischtennis bildeten sich auch zwei Kegelmannschaften. Das Kinderturnen hat seit über 15 Jahren Bestand. Insgesamt leistete der TSV neben 1370 Arbeitsstunden für die Henneberghalle noch einen Eigenbeitrag von 80 000 Mark und erleichterte so der Gemeinde die Sporthalle in Steinach zu errichten.
Seit Anfang des Jahres wird die Henneberghalle generalsaniert, was den Sportbetrieb einschränkt. Der TSV hat jedoch entsprechende Ausweichmöglichkeiten geschaffen.
Die Bautätigkeiten setzten sich fort. Ein Herbststurm deckte 1984 das Dach des Sportheims ab. Einmalig war, dass Bauunternehmer Hans Burger, Landrat und Gemeinde es innerhalb von 14 Tagen geschafft hatten einen Plan zu erstellen und zu genehmigen. Das alte Sportheim in Holzbauweise wurde für 93 000 Mark erneuert. Erweiterungen und Sanierungen kamen 1990 und 2000 hinzu. Mit 2771 freiwillig geleisteten Stunden und durch Mithilfe der Steinacher Geschäftsleute wurde der Grundstock dafür gelegt, dass der Verein stets schuldenfrei geblieben ist. 1989 wurde 1000 Jahre Steinach gefeiert. Auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Helmut Schuck wurde wieder eine Theatergruppe gegründet, die bis heute mit großem Erfolg einen Glanzpunkt im kulturellen Leben setzt.

Risiko hat sich gelohnt

1997 hat die Gemeinde einen neuen Schulsportplatz in Steinach gebaut. Zur Einweihung kam die Segnung der Vereinsfahne hinzu. Die Errichtung des Bolzplatzes und des Volleyballspielfeldes runden die Sportstätte ab. Die Maßnahmen konnten nur durch die rege ehrenamtliche Beteiligung der Mitglieder verwirklicht werden.
Mit den Pfingstfesten wurde der finanzielle Grundstock gelegt. Mit bekannten Kapellen und einem abwechslungsreichen Programm ging man anfangs ein hohes Risiko ein. Inzwischen hat sich das Pfingstfest in Steinach aber etabliert.Auf die Besucher wartet wieder ein tolles Programm, dass durch die Mithilfe aller Vereine sicher gelingt.
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