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Oberbach
Tierwelt

Vogelwelt im Oberen Sinntal leidet unter dem Regen

Der nasse und kalte Mai hat auch den Vögeln arg zugesetzt und allem Anschein nach im Oberen Sinntal für eine Reduzierung der Bestände gesorgt.
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Ein Star mit Nachwuchs im Garten von Johanna und Gerwin Kellermann in Oberbach. Foto: Johanna Kellermann.
Ein Star mit Nachwuchs im Garten von Johanna und Gerwin Kellermann in Oberbach. Foto: Johanna Kellermann.
Regenfluten - die ganze Nacht hindurch, den ganzen Tag über, nur seltene Pausen dazwischen. Das war der Mai 2013. Dazu Kälte. Ob "nachgereichte" Eisheilige, ob vorgezogene Schafskälte - der Wonnemonat zeigte uns allen eine mehr als kalte Schulter. Denn oft genug empfand jeder die Temperaturen von acht oder zehn Grad eher als angehende Minusgrade.

Schlimm getroffen hat es damit auch den Nachwuchs der Tiere.
Kälte und Dauernässe dürften viele nicht überlebt haben. Nicht nur die Jungstörche in Hammelburg waren wohl am Rande des Überlebens. Das dürfte für viele andere Vogelarten ebenfalls zutreffen. Auch wenn sich diese Tierdramen eher im Geheimen abspielen. Das ist umso bedauerlicher, da viele unserer Singvögel den langen und frostigen Winter nicht überlebt haben dürften.
Bei Frühlingsspaziergängen im Wald sind kaum noch Kleiber oder Rotkehlchen zu hören (die fielen schon den Wintern der vergangenen Jahre zum Opfer), obwohl sich bereits eine kleine Population wieder aufgebaut hatte.

Singdrosseln, deren Reviere im Buchenwald oft eng aneinander grenzten, sind ebenfalls Mangelware geworden. Jedenfalls ist das für das Obere Sinntal feststellbar. Das Maiwetter war für die Vogelwelt eine Katastrophe.
Auch aus den Winterquartieren kamen in diesem Frühjahr deutlich weniger Zugvögel zurück. Zilp-Zalpe, früher überall zu hören, sind kaum noch zu vernehmen. Nur wenige Bachstelzen, Schafstelzen, Rotschwänzchen und Grasmücken kamen an ihre angestammten Plätze zurück. Einzig Buchfinken scheinen "flächendeckend" da zu sein. Noch hört man ihre Revierabgrenzungsgesänge im Wald.

Vor allem die Bodenbrüter in bach- und flussnahen Wiesen und Staudenbereichen hat es wohl besonders schlimm getroffen. Viele Gelege mit Jungen dürften von den Wassermassen weggespült worden sein. Selbst der "Allerweltsvogel" Star zeigte sich in diesem Frühjahr nicht in den üblichen Vorkommen. Im Garten von Gerwin und Johanna Kellermann in Oberbach wurden von vier Starenkästen nur zwei besetzt.

Stare und andere Höhlenbrüter wie Meisenarten waren im nassen Mai als "Hausbesitzer" jedoch noch gut dran. Die Brut wuchs halbwegs im Trockenen auf. Von ihrem Küchenfenster aus konnten Gerwin und Johanna Kellermann die Aufzuchtbemühungen einer "allein erziehenden" Starenmama beobachten. Allerdings waren es nur zwei Junge, die sie durchbrachte. Unentwegt wurden Raupen herbei gebracht. Neugierig lugten die beiden Jungen tagelang immer wieder aus dem Kasten, hielten Ausschau nach der fütternden Mama und schauten sich ihr nass-grünes Umfeld an.

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