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Wittershausen
Sanierung

Viele Helfer räumen alte Schule in Wittershausen aus

Das Herz vieler Leute hängt offensichtlich an der alten Schule in Wittershausen. Zahlreiche Helfer finden sich zum gemeinsamen Entrümpeln ein. Und es gibt bereits Ideen, wie das Gebäude nach dem Umbau genutzt werden kann.
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Helfer schleppen ein altes Möbelstück zum Container. Foto: Gerd Schaar
Helfer schleppen ein altes Möbelstück zum Container. Foto: Gerd Schaar
Weit über ein Dutzend Freiwillige haben mit angepackt. Jung und Alt, Männer und Frauen, Vereinsmitglieder und Leute ohne Vereinszugehörigkeit: Bei der Aufräumaktion rückte ein ganzes Dorf zusammen. Die beiden Sperrmüllcontainer füllten sich schon nach einer Stunde mit alten Möbeln und einer Menge "Gerütsch". Die Sachen lagerten auf dem Dachboden, in einem Abstellraum und im Keller.

"Wir legen etliche Stellen frei, damit Experten die Bausubstanz untersuchen können", wies Bruno Geiger auf ein ausgefrästes Stück Fußboden im ersten Stock hin. Dort ist der Übungsraum der Musikanten. Elmar Sell legte ein ausgeschnittenes Stück Holzdiele und das darunter steckende Dämmmaterial fein säuberlich auf eine Plastikplane. Denn nach der Begutachtung durch einen Statiker und einen Architekten muss alles wieder an seinen ursprünglichen Platz. Auch die tragenden Holzbalken müssen zugänglich sein.

Ziel ist ein Sanierungskonzept mit Kostenschätzung. Die Marktgemeinde Oberthulba werde letztlich über die Sanierungsmaßnahmen entscheiden, erklärte Geiger.

Die Helfer durchstöberten alte Kisten, in denen zum Beispiel seit Jahren vergessenes Dekomaterial für den Fasching lagerte. Die alte Holztreppe über dem Hausgang knarzte beträchtlich, als die Freiwilligen sperrige Schränke, Tische und Bänke hinabtrugen. Nur was total kaputt war, landete in einem der beiden Container.

Vor dem Wegwerfen gerettet wurden zahlreiche Notenblätter. Auch ein altes Wegkreuz blieb erhalten. Verborgene Schätze entdeckten die Helfer allerdings nicht.

"Die Stimmung und der Zusammenhalt sind bestens", meinte Natascha Weigand. Sie hatte zu der Entrümpelungsaktion aufgerufen. Weigand freute sich, dass auch Jugendliche aus der Kirchengemeinde mithalfen. "Neben der Kirchengemeinde nutzen auch die Musikanten einen Raum", erklärte sie und ergänzte: "Ferner gibt es einen Wahlraum für die Gemeinde und eine Bücherei."

Die 1854 aus Stein gebaute alte Schule in Wittershausen kennt Adolf Schottdorf bestens. "Ich war dort von 1946 bis 1953 Schüler ", erinnerte er sich. Den Schulbetrieb habe es bis in die 1970er Jahre gegeben. "Wir Schüler saßen in einer gesamten Klasse", erzählte Schottdorf. Der mittlerweile verstorbene Kreisheimatpfleger Franz Warmuth sei damals noch Lehrer gewesen. Die Lehrer hätten in der alten Schule gewohnt.

Nach der Gebietsreform sei der kostenpflichtige Schulbesuch in der Nachbargemeinde Aura aus finanziellen Gründen abgelehnt und der kostenfreie in Oberthulba befürwortet worden. "Da wurden wir als Partner akzeptiert", sagte Schottdorf.

Wie die Schulräume nach der geplanten Sanierung genutzt werden können, hatten die Anwohner bereits Anfang des Jahres in einer Versammlung diskutiert. Außer der Gemeinde, der Kirche, der Bücherei, der Musikgruppe und der Jugend stehen auch die Hobbygärtner des Obst- und Gartenbauvereins auf der Liste der Nutzer. "Wir brauchen unbedingt eine kleine Küche oder Kaffee-Ecke", wünschte sich Weigand.

Im Unterschied zum Gemeindehaus in Hassenbach stehe die alte Schule nicht unter Denkmalschutz. Aber auch ohne Auflagen sollen Fassade und Fenster möglichst original erhalten bleiben, erklärte Weigand. Nach dem Gutachten der Experten wird es eine weitere Versammlung für die Vereine und Bewohner von Wittershausen geben.


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