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Ebenhausen
Freizeit

Viele Gewinner in Ebenhausen

Beim Sportfest in Ebenhausen spornten sich die Kinder gegenseitig zu Höchstleistungen an. Dazu war es ein Beitrag zur Integration.
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Bei vielen Spielen war vor allem Schnelligkeit gefragt.  Foto: Werner Vogel
Bei vielen Spielen war vor allem Schnelligkeit gefragt. Foto: Werner Vogel
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Das war eine heiße Sportwoche für Max und Ben. Vier Tage übten die siebenjährigen Fußballtalente in der Fußballakademie Euerbach Dribblings und Torschuss und hatten am Donnerstagnachmittag dennoch Lust auf die traditionellen "Spiele ohne Grenzen" des TSV Ebenhausen.


Internationales Sportfest

Über 50 Kinder hatten großen Spaß beim Ferienprogramm am Sportplatz Ebenhausen.
Darunter auch einige Kinder aus den Flüchtlingsheimen. Geschicklichkeit, Körpergefühl und eine ruhige Hand waren gefragt und etwas Glück konnte nicht schaden. Denn wo die beiden Ebenhäuser Kicker mit Passgenauigkeit auf einen Zielkorridor glänzten, verschütteten sie beim Wasserholen über Hindernisse zu viel und wo Marie das Leder weit übers Ziel hinaus schoss, räumte sie beim Geschicklichkeitsparcours alle Hütchen rasend schnell ab. Zum 23. Mal organisiert Thomas Mehn vom TSV Ebenhausen im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde einen Spielenachmittag auf dem Sportplatz.


Geschicklichkeit war Trumpf

"Nur vier Mal mussten die Spiele ohne Grenzen seit 1989 - meist wetterbedingt - ausfallen", erzählt der Spielleiter, "über 1200 Kinder waren dabei, aber ich mach das gerne." Trotz der warmen Temperaturen waren die Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren zum Sportheim gekommen um sich anzumelden, Laufzettel für ihre Ergebnisse in Empfang zu nehmen und sich dann bei sieben Stationen mit unterschiedlichen Herausforderungen mit ihren Altersgenossen zu messen.

Alles war bestens organisiert - sogar der Sonnenstand war berechnet. So konnten Anmeldung, Spiele und Siegerehrung im Schatten stattfinden. Noah durfte mit der Frisbeescheibe von weiter vorne auf die Kegel zielen als Marvin, der fast doppelt so alt ist. So hatten Kinder jeder Altersgruppe die gleichen Chancen.

Holger Zwirlein ist Vorsitzender vom Kindergartenverein, trainiert die Damenfußballmannschaft des TSV und ist auch beim Spiel- und Sportnachmittag dabei. Wie den anderen zehn Betreuerinnen und Betreuern macht es ihm Freude, die Kinder zu motivieren. Er spornt sie immer wieder zu Höchstleitungen an. Er zeigte der zehnjährigen Berisha aus Syrien, wie man den Medizinball auch rückwärts möglichst weit werfen kann und auch die anderen Kinder aus ihrer Gruppe unterstützten das Mädchen.


Ein Auge zugedrückt

Es wird akzeptiert, dass die Kinder der Asylbewerber sich nicht wie die anderen vorher angemeldet haben: "Wir brauchen die Namen wegen der Versicherung und setzen sie einfach nachträglich auf die Liste", meint Thomas Mehn. Nach zwei Stunden sportlichen Vergnügens und heißen Positionskämpfen ist erst einmal ein kollektives Durstlöschen mit Limonade angesagt und dann darf sich jeder einen der kleinen Preise aussuchen, die Thomas Mehn bei den örtlichen Geschäften und der Raiffeisenbank ergattern konnte.

Marvin, Claudio und Jonas durften sich als erste bedienen. Die drei Jungs hatten schließlich in ihren Jahrgangsstufen die meisten Punkte ergattert und riefen ihren Eltern entgegen: "Ich hab gewonnen!" Doch an diesem Tag waren alle Kinder Gewinner.

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