Der Traum ist ausgeträumt, die Enttäuschung ist groß: Ursula James hat es nicht in die Top 10 der RTL-Sendung "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) geschafft. Kurz nach 1 Uhr beendete Moderator Marco Schreyl nach vier Stunden Show die große Spannung und verabschiedete "Uschi" mit den Worten "Es tut mir leid". Binnen Sekunden war der Traum geplatzt. Erneut - denn bereits 2007 hatte es weder bei der Konkurrenz-Sendung "Popstars" noch 2009 beim ersten "DSDS"-Anlauf geklappt. Damals schaffte sie es in die Top 25, diesmal sollte in der Top 15 Endstation sein.

Das Fernsehpublikum konnte am Samstagabend per Telefon und SMS entscheiden, welcher der 16 aufgetretenen Kandidaten weiter dabei sein darf - für die Bad Kissingerin haben die Anrufe nicht gereicht. Mit Startnummer 1 hatte "Uschi" den Auftakt der Liveshow gemacht, erstmals live auf der DSDS-Bühne. In knallpink-farbenem Oberteil mit Fransen, passenden pinken High Heels und inmitten von Tänzern sang sie Rihannas Disco-Hit "We found Love" - gesanglich, tänzerisch und optisch ein starker Auftritt.

Die Jury war allerdings zweigeteilter Meinung. "Das Tanzen war okay, aber ich bin nicht heiß geworden", kritisierte ihr einstiger Fan Bruce Darnell. Was ihm fehlte, waren "Geföhle, Geföhle, Geföhle". Dennoch schien er von der 20-Jährigen angetan: "Ich glaube, es steckt noch was in dir drin." Dieter Bohlen war dagegen gar nicht begeistert und ließ seine leichtzüngigen Sprüche entsprechend hart ausfallen: Ursula zu sehen sei zwar wie "die Wiedergeburt von Whitney Houston", sie zu hören allerdings wie "die Wiedergeburt von Blümchen." Einzig Natalie Horler bewertete ihren Auftritt als "der Knaller".

Und wie beurteilt Ursula James selbst ihren Auftritt, wie geht sie mit der Enttäuschung um und wie geht es bei ihr weiter? Am Tag nach der Entscheidung haben wir mit ihr telefoniert. Sie packte im Hotel gerade die Koffer. Ihrer Stimme war anzumerken, wie traurig und enttäuscht sie war.

Gestern hat es für dich nicht gereicht. Von mir trotzdem ein großes Kompliment: Das war ein super Auftritt. Wie fühlst du dich heute?
Ursula James: Es ist immer noch ein blödes Gefühl. Ich bin immer noch traurig. Aber ich muss jetzt einfach mit der Entscheidung leben, und die ist schon groß.

Hast du selbst damit gerechnet oder es vielleicht schon geahnt, dass es nicht reichen könnte?
Ich hatte gar kein Gefühl - kein positives, aber auch kein negatives. Ich fand alle Kandidaten super. Mir war klar, dass es eng werden könnte. Aber ich hab trotzdem gehofft.

Bist du selbst mit deinem Auftritt zufrieden?
War ich schon, ja.

Wie gehst du dann aber mit der Kritik der Jury um?
In dem Moment hab' ich das gar nicht richtig gehört. Ich war einfach froh, dass mein Auftritt vorbei war und dass alles geklappt hat, was ich mir vorgenommen hatte. Auch, dass ich keinen Textpatzer hatte und keinen schiefen Ton gesungen hab'. Da war ich eigentlich zufrieden.

Hast du schon einen Alternativplan zu "DSDS"?
Ich werde mich für das kommende Wintersemester zum Studieren bewerben, für Soziale Arbeit. Und erstmal weiter in der Disko in Bad Kissingen arbeiten, ganz normal weiter.

Und die Musik?
Ich werde auf jeden Fall Musik weitermachen, wenn's auch nur im kleinen Rahmen ist. Vielleicht wieder mit der Band "Booty Shakers" aus Würzburg, vielleicht auch mit einer neuen Band. Das weiß ich jetzt noch nicht, da hab ich mir noch keine Gedanken drum gemacht

Aber keine Castingshow mehr?
Nee, eher nicht.

Hat deine Familie dich gestern trösten können?
Die waren natürlich auch total traurig. Sie haben mich umarmt und gesagt, dass es okay ist und dass sie stolz auf mich sind. Sie haben mir Kraft gegeben.

Die anderen Kandidaten auch?
Jeder von uns war direkt nach der Entscheidung einzeln in der Presselounge und gab Interviews. Danach ging es direkt ins Styling, um die Klamotten wieder abzugeben. Und dann hat sich alles ein bisschen verflogen. Die, die in die Top 10 gekommen sind, hatten dann, glaub' ich, nicht mehr so viel Interesse an uns. Thomas und Jesse kamen aber zu mir und haben sich verabschiedet.

Freust du dich auf zuhause?
Auf jeden Fall.

Worauf am meisten?
Einfach darauf, Zeit mit meinem Freund und mit meiner Schwester zu verbringen.

Nochmal zurück zum Auftritt: Warst du sehr aufgeregt? Du wirktest sehr entspannt.
Bei der Generalprobe war ich nervöser. Je öfter ich auf der Bühne war, desto besser ging's.

Mit der Startnummer eins warst du auch die erste Kandidatin auf der Bühne.
Eigentlich fand ich das gut, die Show zu eröffnen. Und ich denk, das ist mir auch gut gelungen. Ich war dann froh, dass ich den Abend genießen und mir die anderen in Ruhe ansehen konnte.

Warum hast du genau diesen Song ausgewählt?
Keinen bestimmten Grund. Ich wollte einen Song, bei dem ich tanze und zeige, dass ich performen kann - und einen Song, den jeder kennt.

Spannt dich RTL in nächster Zeit noch für Termine ein?
Nee, keine Interviews mehr. Geplant ist nichts.

Wirst du trotzdem weiterhin eingeladen zu den Mottoshows?
Ja, Thomas möchte mich in seinem Fanblock haben. Ich denke schon, dass ich da mitkomme.

Ist es nicht hart, nur als Zuschauer dabei zu sein?
Ich denke schon. Aber ich freu' mich auch für ihn und möchte ihn unterstützen.

Wer wird gewinnen?
Ich würde es Jesse und Thomas echt sehr gönnen.