"Voll cool" finden die Kinder und Jugendlichen den neuen Mountainbike-Parcours bei Platz. Auch der Trainer des Teams "Schwarze Berge", Andreas Schubert, ist zufrieden: "Dass es mal so aussehen wird, habe ich mir auch nicht vorstellen können."
"Wer hier fährt, fährt auf eigene Gefahr", machte Schubert bei der Einweihung klar. Neben dem regelmäßigen Training auf dem neuen Gelände, können die Kinder und Jugendlichen auch in der Freizeit den Platz nutzen, bis zur Altersklasse U11 ist dies aber tabu. Auch alleine soll niemand den Parcours durchfahren, schließlich könne auch dem erfahrensten Biker etwas passieren, so Schubert.
Dass Kinder nicht so ängstlich sind wie Erwachsene zeigte der elfjährige Dominik Grom aus Geroda: "Ich bin vorhin die Schanze zu schnell hoch und dann bin ich hingefallen", sagte er mit einem Lachen im Gesicht und fuhr gleich wieder weiter. Er und seine Zwillingsschwester Celina fahren sehr gerne Rad und freuen sich über den neuen Parcours und die neuen Herausforderungen.
Auch die zehnjährige Diana Schlereth aus Geroda, die in diesem Jahr schon 406 Kilometer gefahren ist und im letzten Jahr beim Frankencup Fränkische Meisterin in der Altersklasse U11 wurde, antwortete auf die Frage, warum sie gerade diesen Sport gewählt habe: "Weil's Spaß macht!" Und das soll er ja auch. "Normales Fahrradfahren ist langweilig", meinte die neunjährige Hannah Bienmüller aus Geroda.
Dominik Schneider und Jakob Schubert (beide elf Jahre), erzählten begeistert von ihren Erlebnissen bei Rennen und im Training. Alle Kinder hatten ein Strahlen und Funkeln in den Augen. Mit voller Begeisterung erkundeten sie das neue Gelände und stiegen nur kurz vom Rad, um sich mit Bratwurst und Getränken zu stärken. Stolz zeigten sie den Zuschauern und ihren Eltern, was sie können.
"Ohne die Eltern der Kinder würden wir das alles gar nicht schaffen", sagte Schubert. Anders als bei Sportarten wie Fußball müssen die Eltern für eine vernünftige Ausrüstung weit mehr Geld aufbringen. Ein Mountainbike kostet ab 300 Euro, dazu kommen Kleidung, Helm und Brille. Die Trikots sind durch Sponsoren finanziert, wofür er sehr dankbar ist.
Auch ist es bei diesem Sport nicht so, dass die Rennen in den Nachbargemeinden stattfinden, "die kürzeste Strecke ist Würzburg". Und schließlich müssen nicht nur die Kinder in 100 Kilometer entfernte Orte gefahren werden, sondern auch die Räder. "Der Sport ist mit großem Aufwand verbunden", ist Schubert dankbar, dass die Eltern so mitziehen. Dies werde ihnen aber auf jeden Fall durch die strahlenden Augen ihrer glücklichen Kinder gedankt.
Schubert ist sehr stolz auf seine Truppe und freut sich besonders über den Gemeinschaftssinn der Kinder und Jugendlichen. Es sei beim Sport eher untypisch, dass die älteren Kinder sich um die jüngeren kümmern, ihnen helfen. Das war jedoch bei der Einweihung des Parcours in vielen Fällen zu beobachten.
Als Schubert den Platz zum ersten Mal besichtigte, fand er ein kleines Hufeisen. Dieses möchte er an das neue Vereinsheim nageln, damit es den Mountainbikern Glück bringe und Schutz gewähre. Dass so viele Radteams den Weg nach Platz gefunden haben, freute Schubert. Es gab auch schon die erste Anfrage eines anderen Mountainbiketeams, die den Platz auch gerne für Übungszwecke nutzen würden.
Gerodas Bürgermeister Manfred Emmert (parteilos) ist ebenfalls sehr stolz und vor allem überrascht, was aus dem Platz geworden ist. Er habe Respekt vor den Kindern und Jugendlichen, die diese Hindernisse durchfahren. "Ich bin überrascht, wie vielfältig man Fahrrad fahren kann", sagte Emmert. Zur Einweihung überreichte Emmert dem Team "Schwarze Berge" einen Gutschein.

Das Team Vor zwei Jahren organisierte der Platzer Andreas Schubert ein Ferienprogramm zum Thema Mountainbike. Schnell zeigte sich, dass sich Teilnehmer, wie die heute 14-jährige Sandra Glück aus Geroda, für den Sport interessieren. Deshalb gründete Schubert das "Team Schwarze Berge" und nahm an den ersten Wettbewerben teil. Im vergangenen Jahr wurde die Gruppe dann als Radsportabteilung in den SV Markt Geroda aufgenommen.

Der Trainer Andres Schubert begann vor drei Jahren mit dem Mountainbikefahren. Vorher hatte er vor allem Trekkingtouren gemacht. Heute trainiert Schubert 22 Kinder und Jugendliche vom letzten Kindergartenjahr bis zur 7. Klasse. Demnächst kommen noch drei bis vier Kinder hinzu.

Das Gelände Der Markt Geroda stellte der Radsportabteilung "Team Schwarze Berge" des SV Markt Geroda das Gelände für die Mountainbike-Übungsstrecke unentgeltlich zur Verfügung. In rund neun Monaten haben freiwillige Helfer die Übungen aufgebaut, um die Erde kümmerte sich ebenfalls die Gemeinde, Bürger aus der Gemeinde stellten Maschinen zur Verfügung. Etwas Vergleichbares gebe es in der näheren Umgebung nicht, so Trainer Andreas Schubert.

Die Übungen Das neue Gelände ist mit zum Teil sehr schwierigen Hindernissen ausgestattet, die einem in der freien Natur begegnen können. Die Übungen sollen auf die Herausforderungen von Querfeldein-Rennen vorbereiten. Sehr genau gearbeitet wurde am sogenannten "Pumptrack", eine wellenartige Hügelanordnung, die man durchfahren kann, ohne in die Pedale zu treten, also nur durch Gewichtsverlagerungen. Trainiert werden dabei die Geschicklichkeit und die Beherrschung des Fahrrads.