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Bad Kissingen
Jüdische Kulturtage

Überzeugendes Operetten-Konzert im Regentenbau

Radka Loudova-Remmler und Rodrigo Porras Garulo überzeugten beim Operettenkonzert im Regentenbau, das zum Programm der jüdischen Kulturtage gehört.
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Radka Loudova-Remmler und Rodrigo Porras begeisterten in Bad Kissingen ihr Publikum und erinnerten gleichzeitig an jüdischen Komponisten und Librettisten. Fotos: Peter Klopf
Radka Loudova-Remmler und Rodrigo Porras begeisterten in Bad Kissingen ihr Publikum und erinnerten gleichzeitig an jüdischen Komponisten und Librettisten. Fotos: Peter Klopf
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Keine andere musikalische Gattung wurde wie die Operette von jüdischen Künstlern geprägt. Komponisten wie Jacques Offenbach, Emmerich Kálmán, Leo Fall, Paul Abraham oder die Librettisten Victor Léon und Leo Stein schufen unzählige Meisterwerke.

Nicht wenige der Künstler wurden durch das Nazi-Regime im Dritten Reich verfolgt, ins Exil getrieben, oder wie Fritz Grünbaum, Leopold Jacobson und Fritz Löhner-Beda ermordet. Jüdische Komponisten und Librettisten sollten bei den Nazis keinen Platz mehr haben. Auch Leon Jessel, der bis 1936 jährlich als gern gesehener Gast in Bad Kissingen zur Kur war, und dessen Operette "Schwarzwaldmädel" mit seinen Melodien noch heute gerne gespielt wird, wurde 1942 von den "braunen" Machthabern ermordet.

Mit einem wunderbaren Operettenkonzert unter dem Motto "Lippen schweigen, 's flüstern Geigen" bei den Jüdischen Kulturtagen im Weißen Saal des Regentenbaus, präsentierten Radka Loudova-Remmler (Sopran), Rodrigo Porras Garulo (Tenor) und Robert Jacob (Klavier) ein abwechslungsreiches Programm aus Liedern und Duetten, das die Erinnerung an die großen Männer der Operette wach halten sollte.

Breite Palette

Dabei reichte die Palette der dargebotenen Melodien von der Operette "Wiener Blut" und "Zigeunerbaron" von Johann Strauß über Leo Falls "Rose von Stambul", Emmerich Kálmáns "Csárdásfürstin" bis hin zu Franz Lehárs "Land des Lächelns". Immer waren jüdische Komponisten oder Texter beteiligt.

Dabei beeindruckte Radka Loudova-Remmler durch ihre hervorragende Stimme und das besondere Timbre. Dies zeigte die Sopranistin in besonderem Maße im "Vilja-Lied" aus der Operette "Die lustige Witwe" von Franz Lehár. Das Libretto zu dieser Lehár-Operette schrieben die jüdischen Librettisten Ludwig Herzer, Fritz Löhner-Beda und Victor Léon.

Auch der Tenor Rodrigo Porras Garulo überzeugte: Stimmgewaltig interpretierte er den Gassenhauer "Dein ist mein ganzes Herz" aus der "lustigen Witwe". Feinfühlig und filigran begleitete Robert Jacob beide am Klavier. Als beide am Ende des Konzerts das beliebte Duett "Lippen schweigen, 's flüstern Geigen" ebenfalls aus der lustigen Witwe sangen, gab es für das Publikum kein Halten mehr. Mit rhythmischen Klatschen bedankten sich die Zuhörer bei den Akteuren für einen gelungenen Abend, der das Herz jedes Operettenfreundes höher schlagen ließ.

Mit sachkundigen Erläuterungen zu Komponisten, Texter und Operetten führte Fridolin Remmler durch das Programm.

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