Gut drei Monate waren Sektionsmitglied Martin Henz und Dirk Hengelsberg mit dem Motorrad auf der alten Seidenstraße unterwegs, und fast drei Stunden dauerte sein Bericht darüber. Als er endete, hatte keiner der zahlreichen Zuhörer das Gefühl, dass so viel Zeit vergangen war, so packend waren die Schilderungen.
Der erste Teil ist schnell erzählt. Flott ging es über die Alpen zur Fähre nach Griechenland und von dort durch die Türkei zum Berg Ararat (5137 m). Beeindruckend der Iran mit seinen aufgeschlossenen und überaus freundlichen Menschen. Das alte Isfahan mit seinen wunderschönen Palästen und Gärten bot wunderschöne Motive.


Über den höchsten Pass

Am Südrand des Kaspischen Meeres wurde Turkmenistan erreicht, das zu 90 Prozent aus Wüste besteht. Usbekistan mit der Heiligen Stadt Buchara und Samarkand, Unesco Welterbe, vermittelten eindrucksvoll die Kultur der Seidenstraße. In Tadshikistan wurde bei der Überquerung des Pamirgebirges mit 4655 m der höchste Pass befahren. An der Grenze zu Afghanistan führte die Route dann durch Kirgisistan, bevor es durch Kasachstan ging. Auf dem Land lebt man in Jurten und ist überaus gastfreundlich.
In Ulan Bator in der Mongolei stellte sich heraus, dass das Motorrad von Martin Henz trotz aller Mühen nicht mehr zu reparieren war. 300 km auf einem Pferd brachten zwar beeindruckende Erlebnisse in wilder Landschaft, aber so konnte die Tour nicht beendet werden. Mit dem Überlandbus ging es nach Norden, nach Russland, wo ein russisches Motorrad erworben wurde. Leider war das nicht sehr zuverlässig, zahlreiche Reparaturen unterbrachen immer wieder die Tour. Trotzdem errejchten die beiden "Ural" Jakutsk, mit 269 000 Einwohnern die kälteste Großstadt, von wo aus sie die Heimreise antraten.


Sibirien lockte weiter

Doch Sibirien ließ Martin nicht los. Schon wenige Wochen später - der Chef hatte noch einmal unbezahlten Urlaub genehmigt - ging es mit dem Flugzeug nach Magadan. Hier traf sich eine Gruppe Motorradfans, die geplant hatten, mit den Motorrädern, alles russische "Ural", die Kolima zu befahren. Aus sechs Motorrädern wurden mit Schwimmkörper Boote gebaut, um damit den ostsibirischen Fluss, der zum Eismeer führt, zu befahren. Es zeigte sich bald, dass die Motorräder als Boot kaum zu manövrieren waren. Daher wurden sie zu einem Floß zusammengebaut, das für drei Wochen Heimat der Abenteurer wurde. So wurden 600 km auf der Kolima zurückgelegt. Verpflegung bot der fischreiche Fluss. Von Syrjanka aus, einer Siedlung die nicht über Straßen erreichbar ist, ging es zurück. So lagen 25 000 km voller Abenteuer hinter Martin Henz und Dirk Hengelsberg. Heinz Steidle