Laden...
Bad Bocklet
Hobby

Über Nickersfelden gen Afrika

Nickersfelden ist weltbekannt unter Weltreisenden. Die Globetrotter trafen sich heuer zum 14. Mal an den Saaleauen in der kleinen Gemeinde. Für einige ist ihr Fahrzeug nicht nur ein Wohnmobil, sondern eine richtige Allrad-Wohnung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Zu Hause ist eben überall. Für die Globetrotter auch kurzzeitig in Nickersfelden.  Foto: Peter Rauch
Zu Hause ist eben überall. Für die Globetrotter auch kurzzeitig in Nickersfelden. Foto: Peter Rauch
+10 Bilder
So ziemlich exakt auf halber Wegstrecke zwischen Afrika und Südamerika liegt Nickersfelden. Zumindest wenn man Europa als dritten Kontinent in seine Weltreisen mit einplant. Bad Bocklets kleinster Ortsteil ist mit seinen derzeit 64 Einwohnern zwar so gut wie auf keinem Globus und den wenigsten Landkarten verzeichnet, die GPS-Koordinaten, die die exakte Lage von Nickersfelden bezeichnen, kennen hingegen Globetrotter auf der ganzen Welt.

Ebenso kennen sie Rudi Kleinhenz.
Er hat zwar nicht die Koordinaten "erfunden", dafür aber das Rhöner-Globetrottertreffen, das an diesem Wochenende zum 14. Mal an den Saale auen stattfand. Noch vor zwei Wochen war Kleinhenz im Herzen Afrikas, in der Serengeti unterwegs. Mit dabei war Roland Wiegold aus Landau, der wie Rudi Kleinhenz einen Geländewagen in Afrika stehen hat.


Unterwegs in Afrika

Wiegold war viele Jahre Entwicklungshelfer in Afrika und später Gründer und Eigner einer Fertigungsfirma für Handschuhe. Heute ist er Rentner und kann es sich erlauben, zwischen den Kontinenten zu pendeln. "Gestern noch in Afrika" spielte er heute mit seiner Gitarre in Nickersfelden auf.

Und wenn Rudolf Kleinhenz wieder auf dem Fahrrad seine Post ausfährt, ist Roland Wiegand schon unterwegs nach Südamerika, wo er einen zweiten Geländewagen "geparkt" hat. "So gegen Weihnachten komm' ich dann mal wieder nach Deutschland zum Kaffeetrinken", lässt der braungebrannte Weltenbummler die anderen Globetrotter wissen.

"Es hat sich inzwischen viel geändert bei den Globetrottern" sagt Rudi Kleinhenz, der nunmehr fest zur bundesweit agierenden Vorstandschaft der Deutschen Zentrale für Globetrotter (DZG) gehört.


Vieles hat sich bewährt

Ändern wird sich beim Rhöner-Globetrottertreffen deswegen nicht viel. In den 14 Jahren seit Bestehen hat sich doch sehr vieles bewährt und immer kann Rudi Kleinhenz auf die Mithilfe von Ortssprecher Norbert Borst rechnen. So sind das "Saalemusicum" und das Globetrotter-Treffen in Nickersfelden die beiden Großereigneisse des Jahres.

Durch seinen erweiterten Vorstandsposten bei der DZG erhofft sich Rudi Kleinhenz, dass er noch mehr Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen kann und Nickersfelden noch bekannter unter den Globetrottern wird. Eines gibt Rudi allerdings auch zu verstehen: Wenn er das in Zukunft alleine schultern muss, dann ist bei rund 100 Übernachtungsgästen an einem Wochenende Schluss. Deshalb sucht er dringend nach weiteren Mitstreitern. Vielleicht hat er die ja sogar schon gefunden. Denn nicht ganz ohne Stolz verkündet er, dass bei diesjährigen Treffen rund 20 Prozent der Gäste aus Bad Kissingen oder dem Landkreis kamen.

Nicht nur für die abendlichen Fernreisevorträge, sondern als "normale" Teilnehmer mit Wohnmobil, Zelt, Geländefahrzeug oder auch nur Fahrrad. Globetrotter brauchen heute nicht unbedingt einen eigenen Geländewagen. Die Welt lässt sich auch zu Fuß, im Leihwagen oder per Fahrrad erkunden - "Man muss dann halt die Anreise mit dem Flieger machen", erklärt Kleinhenz.

Auch wenn der typische VW-Bus-Globetrotter inzwischen ausgestorben scheint, es gibt immer wieder Leute, die sich einen gebrauchten Lkw kaufen und diesen dann zum Allradwohnmobil, manchmal sogar zur "Allrad-Wohnung", umbauen.

Eigentlich wollten sie nur bei der "Baltic Sea Circle", einer Rallye rund um die Ostsee, teilnehmen, aber dann haben sie sich doch entschlossen, sagt Kai-Uwe Bauer. Ein umgebautes Feuerwehrfahrzeug, ein Magirus Deutz Baujahr 1978, haben sie behalten und so sind nun drei Kissinger Paare gemeinsam stolze Besitzer eines Allradwohnmobils. "Die Ostsee haben wir gemeinsam umrundet, nun nutzt jeder das Fahrzeug, wenn er Zeit und Lust hat", so Bauer, der zusammen mit seiner Frau Pia "Gedankengeber" der Rall ye war. Nickersfelden ist für ihn und die vier anderen "ein Treffpunkt, wo man nette, gleichgesinnte Leute findet, denen das Reisen Spaß macht und daher kommen wir her", sagt er.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren